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Es sei denn, man würde die Lebensverhältnisse der Ausländer in der Bundesrepublik derartig nachhaltig verschlechtern, dass ein Leben am Rande des Existenzminimums in den Herkunftsländern vorteilhafter erschiene.

Forschungsverbund „Probleme der Ausländerbeschäftigung“, 1979

TV-Tipps des Tages

18.05.2011 – Kultur, Bagdad, Religion, Islam, Koran, Ausländer, Kroatien

TV-Tipps des Tages sind: Menschen hautnah: Glaube. Liebe. Couscous: Hinter ihren Türen prallen Kulturen und Leidenschaften aufeinander; Kulturkrieger: Wenn sich Selbstmordattentäter in die Luft sprengen, der Kampf ums nackte Überleben die gesamte Energie fordert oder Islamisten Bilder

VONÜmit Küçük

DATUM18. Mai 2012

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Menschen hautnah: Glaube.Liebe.Couscous
Dokumentation – Ihr Abenteuer heißt Familie. Ihre Alltagsgeschichten sind komisch und manchmal traurig. Hinter ihren Türen prallen Kulturen und Leidenschaften aufeinander. Das kohlebeheizte Wohnzimmer in der Altbauwohnung ist der Altar ihres unterschiedlichen Glaubens. An einer Wand hängen Papas Suren aus dem Koran in arabischer Schrift, gegenüber schmücken Mamas Bilder von schönen katholischen Kirchen in Kroatien das Zimmer. Auf dem weichen Teppichboden spielt der 13-jährige Zakariah Gameboy, während die 11-jährige Meriam deutsche Hits aus ihrem iPod hört.

Ihre Mutter Zana (37) ist eine gläubige Katholikin von der Insel Hvar in Kroatien. Vater Ben (47), ein Muslim aus Tunesien und ehemaliger Türsteher, ist von Beruf Maschinenführer. Er hat nach dem Mord an seinem besten Freund seinen Glauben wiederentdeckt und betet jetzt fünfmal am Tag die Suren des Korans. „Wir sind ein Mischmasch“, sagen die Kinder.

Die Familie Miloud-Budrovic lebt in dem Kölner Stadtteil Nippes tagtäglich die Konflikte zwischen Bibel und Koran, Cevapcici und Couscous. Bei ihnen prallen zwei Konfliktfelder aufeinander: Glaube und Familie.

Jetzt nähern sich die Kinder der Pubertät. Zaki widerspricht seinem Vater, wo er nur kann, und fragt ihn provokativ, was er eigentlich bisher Besonderes geleistet habe. Zum Ärger seines Vaters meidet der Sohn seit Wochen den Gang zur Moschee. Von seiner Tochter erwartet Vater Ben, dass sie einmal einen Muslim heiratet, nach den Regeln des Koran. Darauf bereitet er sie jetzt schon vor. Doch hinter seinem Rücken schüttelt sie darüber nur den Kopf.

Der Film taucht ein in den spannungsgeladenen Alltag dieser humorvollen Familie, die trotz ihrer religiösen Gegensätze und des finanziellen Drucks bisher immer wieder aus jeder Krise einen Weg gefunden hat.

Als Zana vor 15 Jahren in einer italienschen Eisdiele ihren Mann Ben kennenlernte, war sie noch Studentin. Er stand als tunesischer Beamtensohn und deutscher „Mister Universum“ nach sieben Jahren Ehe mit einer Polin vor der Scheidung und war hoch verschuldet. Doch Zana ließ sich nicht abschrecken. Sie verliebte sich in seine dunklen, traurigen Augen und bot ihm ihre Hilfe an. Er küsste sie schon am ersten Abend und brachte ihr jeden Tag eine Rose. Heute schüttelt sie manchmal den Kopf: „Von seinen Rosen sind viele Dornen übrig geblieben“, meint sie, aber bereut habe sie das Leben mit ihm noch nie. Ihre Kinder wachsen nun zwischen drei Kulturen, vier Sprachen und zwei Religionen auf: „Zusammen sind wir wie Vulkan und Feuer“. 14:15-14:58 • WDR

Kulturkrieger
Reportage (Kultur – Krieg, Konflikt, Unruhen) – Vierteilige Reihe mit Katrin Sandmann. Wenn sich Selbstmordattentäter in die Luft sprengen, der Kampf ums nackte Überleben die gesamte Energie fordert oder Islamisten Bilder- und Musikverbote verhängen, wer will da noch eine Band gründen, Filme drehen oder Performances aufführen?

In Krisengebieten wie Kabul, Kinshasa, Bagdad und Port-au-Prince sucht Katrin Sandmann diese „Kulturkrieger“.

Eine Technical Death Metal Band singt von grausamen Foltermethoden. Ein gesamtes Sinfonieorchester muss immer wieder umziehen, weil es von religiösen Fanatikern bedroht wird. Und ein aufstrebender Regisseur dreht Filme über Auftragskiller, die langsam den Verstand verlieren. Welcome to Bagdad 2012!

Hier trifft Katrin Sandmann auf eine Kunstszene, die ständig in Gefahr ist.

Aus der Ruhe bringt das die Wenigsten. Keiner der Künstler, die die Reporterin in Bagdad trifft, denkt ans Aufgeben. Ganz im Gegenteil! „Ich will eine ganze Armee von jungen Hornspielerinnen aufbauen,“ erzählt Ranya, die 19-jährige Hornistin des Sinfonieorchesters. Sie findet, es sei ein Skandal, dass so wenig Frauen im Irak das von ihr so geliebte Instrument beherrschen. Aber dann sind da auch immer wieder die schlechten Nachrichten. Seit in Bagdad das Gerücht gestreut wurde, dass Metal-Anhänger mit dem Teufel paktieren, ist die Band, die Katrin Sandmann getroffen hatte, untergetaucht. „Wir müssen unsere Identitäten verbergen, bis der Mist vorbei ist, aber wir kommen wieder,“ schrieb ihr der Gitarrist kürzlich auf Facebook. Da macht die Hetzjagd auf Jugendliche in Bagdad bereits international Schlagzeilen. 21:45-22:15 • ZDFkultur

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