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Nur die wenigsten dieser deutschen Arbeiter werden in dieser Situation mit den Ausländern solidarisch sein. Die meisten werden sich aggressiv von den Ausländern abgrenzen und bei ihnen die Verantwortung für die eigene schlechte Position suchen.

Hans-Günter Kleff, Vom Bauern zum Industriearbeiter, 1985

NSU-Terror

Sieben Städte wollen mit Gedenktafel an die Opfer erinnern

Sieben Städte wollen gemeinsam mit Gedenktafeln an die Opfer der rechtsextremistischen NSU-Terroristen erinnern. „Wir sagen: Nie wieder“ heißt es in der Inschrift. Für Maria Böhmer ist es eine „würdige Form des Erinnerns“.

DATUM4. April 2012

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RESSORTLeitartikel, Politik

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Die sieben von der Neonazi-Mordserie betroffenen deutschen Städte Nürnberg, Hamburg, München, Rostock, Dortmund, Kassel und Heilbronn wollen mit Gedenktafeln an die Opfer des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU) erinnern.

Wichtig sei, so die Initiatoren, an die Morde und die Opfer in allen betroffenen Städten mit einer einheitlichen Botschaft zu erinnern und zugleich in allen Städten alle zehn Opfer namentlich aufzuführen. Dadurch würden die Morde als Serie und erschreckende Taten mit ausländerfeindlichem Hintergrund gekennzeichnet. Als Terrorakte wurden diese Gewalttaten erst im Jahr 2011 erkannt – eine Tatsache, die für Bestürzung sorgte.

Die Inschrift soll folgenden Wortlaut haben: „Neonazistische Verbrecher haben zwischen 2000 und 2007 zehn Menschen in sieben deutschen Städten ermordet: Neun Mitbürger, die mit ihren Familien in Deutschland eine neue Heimat fanden, und eine Polizistin. Wir sind bestürzt und beschämt, dass diese terroristischen Gewalttaten über Jahre nicht als das erkannt wurden, was sie waren: Morde aus Menschenverachtung. Wir sagen: Nie wieder!“

Würdige Form des Erinnerns
Die Initiative wie auch die gemeinsame Erklärung ist von den jeweiligen Oberbürgermeistern auf den Weg gebracht und abgestimmt worden. Es gehe darum, das Gedenken an die Opfer mit einer klaren Botschaft gegen rechtsextreme Gewalt zu verbinden. Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz: „Hamburg nimmt seine moralische Verpflichtung wahr – gemeinsam mit den anderen von der Mordserie betroffenen Städten. Die gemeinsame Initiative ist ein gutes Zeichen.“

Begrüßt wird die Initiative auch von Staatsministerin Maria Böhmer. „Bei der Mordserie der Rechtsterroristen handelt es sich um ein menschenverachtendes Verbrechen von beispielloser Dimension“, so die Staatsministerin. Die Opfer und ihre Familien dürften nicht aus dem Blick geraten. Die Errichtung der Gedenktafeln mit den Namen aller Mordopfer sei eine „würdige Form des Erinnerns“. Die Botschaft dieser Initiative laute: „Deutschland ist die Heimat von allen Menschen, die hier leben.“ (bk)

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