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Migration und Integration in Deutschland

Bei dem Lebensalter der ausländischen Arbeitnehmer wirkt sich das z. Z. vor allem für die deutsche Rentenversicherung sehr günstig aus, weil sie weit höhere Beiträge von den ausländischen Arbeitnehmern einnimmt, als sie gegenwärtig an Rentenleistungen für diesen Personenkreis aufzubringen hat.

Ludwig Kattenstroth, Staatssekretär im Arbeitsministerium, März 1966, Bundesvereinigung der Dt. Arbeitgeberverbände, 1966

TV-Tipps des Tages

08.03.2012 – Sarrazin, Integration, Papst, Ägypten, Terror, Obama, Russland

TV-Tipps des Tages sind: Sarrazins Deutschland; X:enius: Wissensmagazin -Ersatzteile für den Menschen – Wohin geht die Entwicklung; Crossover – ORF-Korrespondenten im Gespräch; besser lesen: Mit Barack Obama und Papst Benedikt XVI. stehen heute zwei mächtige Männer im Mittelpunkt

Sarrazins Deutschland
08:00-08:45 • PHOENIX

X:enius
Wissensmagazin -Ersatzteile für den Menschen – Wohin geht die Entwicklung? -Moderation: Jeannine Michaelsen, Adrian Pflug

Schon die alten Ägypter haben versucht, fehlende Gliedmaßen zu ersetzen. Aber erst in den letzten Jahrhunderten kamen Prothesen in ihrem Aussehen und in ihrer Funktionsfähigkeit dem Original immer näher.

„X:enius“ fragt nach, wie gut moderne Prothesen funktionieren, wie lebensecht sie aussehen, und wie lange sie überhaupt halten.

Im Deutschen Museum in München machen sich die beiden „X:enius“-Moderatoren Adrian Pflug und Jeannine Michaelsen auf die Suche nach den Anfängen der modernen Prothesenentwicklung: Hier wird die Sauerbruch-Armprothese aufbewahrt, die nach dem Ersten Weltkrieg entwickelt wurde und die eine der ersten voll funktionsfähigen Unterarmprothesen war – damals ein echter Durchbruch in der Medizin.

Seitdem hat sich viel getan bei Arm- oder Beinprothesen; allerdings ist es bis heute nicht gelungen, den Bewegungsablauf beim Gehen perfekt nachzuahmen. „X:enius“ besucht Forscher an der Uni Jena, die versuchen, das komplexe Zusammenspiel von Muskeln und Knochen beim Abrollen eines Fußes zu entschlüsseln. Mit diesen Erkenntnissen wollen sie eine Beinprothese entwickeln, die das Gehen genauso mühelos erscheinen lässt wie beim Gesunden.

Aber nicht nur Gliedmaßen lassen sich heutzutage nahezu perfekt ersetzen, auch im Körper eingebaute Prothesen spielen eine immer größere Rolle, zum Beispiel als Hüftgelenk- oder Bandscheibenersatz. Aber gerade bei diesen sogenannten „Endoprothesen“ spielt die Haltbarkeit eine große Rolle – Adrian und Jeannine besuchen deshalb ein Prüflabor für künstliche Gelenke. Hier erfahren die beiden, wie lange zum Beispiel ein künstliches Kniegelenk den täglichen Belastungen standhält und welche Probleme bei „Endoprothesen“ auftreten können.

Der Fortschritt bei der Prothesenentwicklung beschränkt sich nicht auf Körperteile oder Gelenke – inzwischen ist es sogar möglich, Gewebe im Reagenzglas nachzuzüchten und damit Schäden am Körper zu reparieren, zum Beispiel Verbrennungen der Haut oder Knorpeldefekte. Tissue Engineering nennt man diese Methode. In Zukunft sollen damit sogar ganze Organe nachgebaut werden.

„X:enius“ trifft Mediziner in Heidelberg, die versuchen, ein menschliches Herz nachzuzüchten. Noch ist es ein weiter Weg, aber die Heidelberger können erste Erfolge vorweisen.

Hintergrundinformationen:
Jeannine Michaelsen arbeitet als Moderatorin, hat Schauspiel, Gesang und Tanz studiert – und einen Diplomabschluss der Bühnenfachschule, Hamburg („Diplom-Bühnendarsteller mit Auszeichnung“). Deutschlandweit wurde sie bekannt über das Internetmagazin „Ehrensenf“. Neben dem Snowboarden und dem Wellenreiten liebt Jeannine vor allem das Reisen – nun auch mit dem „X:enius“-Mobil!

Adrian Pflug ist ausgebildeter Diplomjournalist (Journalistik und Politikwissenschaften, Uni Dortmund sowie ein Auslandssemester an der IUT Université de Tours, Frankreich) und kommt vom WDR-Radiosender 1LIVE, wo er moderiert. Daneben arbeitet er noch als Reporter für das ARD-Magazin „Kopfball“. Seine große Leidenschaft ist die Physik: In der Schule war Adrian im Physikleistungskurs und fand Experimente immer schon cool.
Mehr zu den einzelnen Themen unter: www.arte.tv/xenius

Die Sendung „X:enius“ ist das werktägliche Wissensmagazin auf ARTE. 26 Minuten Sendezeit sind einem besonderen Thema aus dem Alltagsleben und der großen Welt der Naturwissenschaft und Forschung gewidmet. Mit ihrem Wissensmobil touren die Moderatoren durch Europa, immer auf der Suche nach dem Wissen, das die Welt bewegt. Unorthodoxe Fragestellungen sind dabei ebenso zu erwarten wie spannende Begegnungen mit den führenden Köpfen der Wissenschaft. „X:enius“ ist Roadmovie, Schatzsuche und Wissenssendung zugleich. 13:00-13:30 • arte

Crossover – ORF-Korrespondenten im Gespräch
Wa(e)hlen – Demokratie pro forma? – alpha-Österreich – Moderation: Roland Adrowitzer

Diese Sendung beschäftigt sich vor allem mit den Wahlen am 4.3. in Russland. Zu Gast im Studio ist der ehemalige ORF Korrespondent in Moskau, Georg Dox.

„Putin hau ab“ – dieser Slogan schallt immer und immer wieder über die Jakimanka-Straße im Moskauer Zentrum. Trotz minus 17 Grad sind hier mehrere zehntausend Menschen dem Aufruf der größten Oppositionsparteien gefolgt und fordern die Wiederholung der gefälschten Parlamentswahl vom Dezember. Wie schon bei den letzten Demonstrationen marschieren vor allem junge Leute, die gebildete Mittelschicht.

Vor einigen Tagen wurde ein angeblicher Anschlag auf Putin vereitelt. Schon im Jahr 2000 wurde angeblich ein Attentat auf ihn verhindert. Auch 2008, am Tag der Präsidentenwahl, hat der Geheimdienst angeblich ebenfalls ein Attentat vereitelt.

Geständnisse von Terrorverdächtigen werden oft erzwungen. Ob dadurch mehr Putin -Anhänger wählen gehen, ist schwer zu sagen. Putin dominiert aber noch mehr die Schlagzeilen als sonst. Putin muss nicht um seinen Sieg bangen, er hat keinen Konkurrenten.

Allerdings ist das Ansehen Putins in weiten Teilen der Bevölkerung dramatisch gesunken und viele wünschen sich einen politischen Wechsel. Wie spannend die Wahlen wirklich sein werden, ob Putin als großer Sieger daraus hervorgehen wird, das alles werden die Korrespondenten aus Moskau, den USA und Brüssel mit Moderator Roland Adrowitzer diskutieren.

Zu Gast im Studio ist der ehemalige ORF Korrespondent in Moskau, Georg Dox. Da auch in den USA bereits alles auf Wahlkampf eingestimmt ist, wird dieses Thema ebenso zur Sprache kommen. 19:30-20:15 • BR-alpha

besser lesen
Mit Barack Obama und Papst Benedikt XVI. stehen heute zwei mächtige Männer im Mittelpunkt. Zu Gast bei Walter Janson sind der promovierte Historiker und Journalist Christoph von Marshall und der Vatikan- Korrespondent Andreas Englisch.

Christoph von Marshall: Was ist mit den Amis los? Warum sie an Obama hassen, was wir lieben. Herder 2012
Es ist Wahlkampf in Amerika. Die Vorwahlen zu den Präsidentschaftswahlen sind in vollem Gang und immer noch ist nicht klar erkennbar, wer der Gegenkandidat von Barack Obama sein wird. Die Euphorie bei seinem Amtsantritt 2009 war groß, nicht nur in Amerika, sondern in der ganzen Welt. Doch wird er im November wiedergewählt werden? Christoph von Marschall analysiert in seinem Buch die Situation in den Vereinigten Staaten und erläutert anschaulich das Obama-Bild der Amerikaner. Warum finden viele Amerikaner seine Gesundheitsreform bedenklich? Wieso halten sie die Verschärfung der Finanzmarktaufsicht für kontraproduktiv? Woher kommen diese Unterschiede in Bezug auf den Präsidenten und die Kernthemen seiner Politik diesseits und jenseits des Atlantiks?

Christoph von Marschall bringt den Zuschauern Barack Obama und die Seele der Amerikaner näher, gibt Einblicke in Haltungen und Denkweisen, die so ganz anders sind als unsere. Christoph von Marschall ist seit 2005 USA- Korrespondent für den Berliner Tagesspiegel. Im Juni 2011 war er der erste deutsche Korrespondent, dem Präsident Obama ein Interview gab. Er studierte Osteuropäische Geschichte in Freiburg, Mainz und Warschau und wurde in Freiburg promoviert.

Andreas Englisch: Benedikt XVI. Der deutsche Papst. Bertelsmann 2012.
Der Jubel 2005 über den ersten Deutschen auf dem Papst-Thron nach langer, langer Zeit war riesengroß, gerade hier in der Bundesrepublik. Der Journalist Andreas Englisch erlebte die Wahl als persönliche Katastrophe. Und, so Englisch, selbst Joseph Kardinal Ratzinger habe nie danach gestrebt, ziehe die Stille des Studierzimmers der Öffentlichkeit vor. Andreas Englisch tut sich schwer mit Papst Benedikt XVI. Kritisch begleitet der Journalist die ersten Jahre seines Pontifikats als eine Serie von Pannen – sei es seine Regensburger Rede zum Islam, die Auschwitz-Rede oder den Skandal um die Pius-Bruderschaft. Erst allmählich zeigen sich für den Autor die wahren Stärken des „stillen“ Papstes. Die Missbrauchskatastrophe sieht er als Herausforderung und Wendepunkt. Andreas Englisch wirft in seiner Biographie seinen ganz eigenen, provokanten Blick auf den Vatikan und Papst Benedikt XVI. Andreas Englisch lebt und arbeitet seit 1987 in Rom. Zehn Jahre lang leitete er das Korrespondentenbüro des Axel-Springer Verlages. Er schreibt Sachbücher und Romane. 23:45-00:15 • SWR BW

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