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Migration und Integration in Deutschland

In allen Zielstaaten der Arbeitsmigration weisen die Eltern der als Migranten erfassten Jugendlichen eine kürzere Schulbesuchszeit und einen geringeren ökonomischen, sozialen und kulturellen Status auf als die Eltern von Nichtmigranten. Nirgendwo ist dieser Unterschied … aber so stark wie in Deutschland.

Konsortium Bildungberichterstattung, Bildung in Deutschland, 2006

European Youth Parlament

Jugendliche fordern europäische Lösungen in der Migrations- und Asylpolitik

Junge Menschen aus ganz Europa fordern eine europäische Lösung des Flüchtlingsproblems und sprechen sich klar für Zuwanderung aus. Nicht einig ist man sich lediglich über die Zuwanderungskriterien.

Während der Euro die politische Aufmerksamkeit auf sich zieht, bleiben Migrations- und Asylpolitik in Europa ungelöste Probleme: Italien, Griechenland und Malta wollen die Verantwortung für Flüchtlinge teilen, die über das Mittelmeer in Europa ankommen. Die Regierungen vor allem in Deutschland und Frankreich lehnen dies kategorisch ab – Innenminister Friedrich erkennt „keine Notwendigkeit” für ein europäisches Eingreifen.

Für gemeinsame Verantwortung
Junge Menschen aus ganz Europa wenden sich jetzt gegen diese Position: 78 Prozent fordern, gemeinsam Verantwortung zu übernehmen und das Flüchtlingsproblem europäisch zu lösen. Darüber hinaus zeigt der aktuelle European Youth Poll: 71 Prozent wollen,dass über Fragen von Migration gemeinsam in Europa entschieden wird – und Einwanderer nicht einer Vielzahl unterschiedlicher und teilweise widersprüchlicher nationaler Regelungen ausgesetzt werden.

2352 junge Menschen zwischen 16 und 27 aus 43 europäischen Ländern nahmen an der Umfrage teil, die das Europäische Jugendparlament vom 13.-26. September online über Facebook veranstaltete.

Info: Griechen pro EU – Trotz Unmut und Protesten gegen europäische Einmischung sprechen sich 71 Prozent der jungen Griechen grundsätzlich für mehr europäische Integration aus, mehr als in vielen anderen Ländern. Alle Ergebnisse und weitere Informationen: www.eyp.org/youthpolls

Klar für Zuwanderung
Selbst in Zeiten hoher Jugendarbeitslosigkeit sprechen sich die Teilnehmer grundsätzlich klar für eine Offenheit gegenüber Zuwanderung aus (76 Prozent). Sie waren jedoch gespalten, wer nach Europa einwandern soll: Auf die Frage, ob Europas eigene ökonomische Interessen das entscheidende Kriterium sein sollten, antworteten 50 Prozent mit ja, 46 Prozent mit nein.

Das European Youth Parliament (EYP) ist als unabhängige Organisation in der Jugendbildung seit 1989 tätig. Es ist eins der größten europäischen Foren für politische Debatten, internationale Begegnungen, politische Bildungsarbeit und den Austausch von Ideen zwischen Jugendlichen in Europa. Das EYP besteht aus Organisationen in 35 Ländern, in denen tausende junger Menschen unterschiedlichster Herkunft ehrenamtlich aktiv sind. Die internationale Dachorganisation des EYP ist die Schwarzkopf-Stiftung. (hs)

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Ein Kommentar
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  1. Naja sagt:

    Zitat: „Italien, Griechenland und Malta wollen die Verantwortung für Flüchtlinge teilen, die über das Mittelmeer in Europa ankommen.“

    Ist das Neusprech?

    Die wollen nicht „teilen“, die wollen ihre vertraglichen Pflichten auf andere abwälzen. Gerade Italien, dass in der Vergangenheit weit weniger Flüchtlinge als andere Länder aufgenommen hat, entzieht sich seiner Verantwortung.

    Zitat: „Trotz Unmut und Protesten gegen europäische Einmischung sprechen sich 71 Prozent der jungen Griechen grundsätzlich für mehr europäische Integration aus“

    Ja, klar, irgendwer muss die Rechnungen ja zahlen…



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