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Wenn die deutsche Gesellschaft die Muslime toleriert, hat das noch nichts mit Gleichberechtigung zu tun.

Prof. Dr. Hans-Peter Großhans, MiGAZIN, 20. Januar 2010

Ismail Ertuğs Meinung

Gelegenheit zur Versöhnung

Der Anschlag in Norwegen richtet sich gegen alle Demokraten, ob Muslime oder Christen. Ismail Ertuğ (SPD), Mitglied des Europäischen Parlaments, plädiert in seiner neuesten MiGAZIN Kolumne für mehr Toleranz und Offenheit.

VONIsmail Ertuğ

 Gelegenheit zur Versöhnung
Ismail Ertug (SPD) ist Mitglied des Europäischen Parlaments. Er ist Mitglied des Ausschusses für Verkehr und Fremdenverkehr. Außerdem ist er Mitglied der Delegation des Europäischen Parlaments für die Beziehungen zu Israel und der Delegation im Gemischten Parlamentarischen Ausschuss EU-Türkei. In seiner MiGAZIN Kolumne kommentiert er aus Straßburg. www.ertug.eu

DATUM3. August 2011

KOMMENTARE68

RESSORTAktuell, Meinung

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In den Stunden nach dem ersten Anschlag in Norwegen debattierten Journalisten, Intellektuelle, Professoren, Politiker, Islam-Experten, Sicherheitsexperten bereits eifrig Details: wie wird sich die liberale, demokratische Gesellschaft Norwegens verändern, wie geht sie in Zukunft mit Islam und Muslimen um? Wird es schärfere Sicherheitskontrollen geben? Wird Norwegen der ISAF seine Unterstützung entziehen oder umso stärker den Kampf gegen den islamistischen Terrorismus führen? Bevor man überhaupt wusste, wer den Anschlag verübt hatte, wurde bereits über Konsequenzen diskutiert, weil es ja offensichtlich war, dass diese Anschläge wieder die Handschrift eines islamistischen Terroristen trugen. In Internetforen häuften sich sekündlich islamophobe Kommentare zu einem Haufen intellektuellen Unrats.

Das erschütterte Weltbild
All diese Spekulationen lösten sich auf, als das Bild eines blonden, blauäugigen und sich als christlich bezeichnenden Norwegers in den Medien kursierte. Mit diesem Erscheinungsbild hatte vermutlich keiner gerechnet und niemand konnte seine Tat erklären. Es passte nicht in das Weltbild, das Medien und Politik, zum Teil auch die Wissenschaft, seit dem 11. September 2001 beschwörten. Es waren diesmal keine islamistischen Gotteskrieger, die die Ungläubigen in der westlichen Welt angriffen und dafür selbst ins Paradies kommen sollten. Die Verunsicherung führte von diesem Zeitpunkt an zu einer von Grund auf neuen Suche nach Antworten. Der Umgang mit Vorurteilen wurde dabei vorsichtiger.

Norwegens Politiker allen voran: sie setzten die Tat des Fundamentalisten nicht mit dem Christentum und der Mehrheit der Christen gleich. Sie suchten keine Passagen in der Bibel, die man interpretieren könnte, um diese Tat zu legitimieren. Die norwegische Antwort auf dieses Verbrechen wird sogar noch mehr Offenheit und mehr Demokratie sein: Der norwegische Premierminister sagte, dass diese grausame Tat die norwegische Demokratie und das Engagement für eine bessere Welt nicht zerstören könne.

Besonnenheit und ehrliche Fragen
Selbst der sonst gegen religiös motivierten Terror so offensiv ankämpfende deutsche Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich verhielt sich ruhig und steckte diesen Fall in die Kategorie rechts-extremer Einzeltäter. Hätte er auch so wünschenswert besonnen reagiert, wenn der Täter ein Muslim gewesen wäre? Auf der letzten Islamkonferenz bot Friedrich den muslimischen Verbänden eine Sicherheitskooperation mit den deutschen Behörden an. Dieses Angebot betrachteten viele Teilnehmer empört als Unterstellung, dass Muslime pauschal als potentielle Terroristen eingeschätzt werden. Nun redete Friedrich nicht davon, eine Konferenz der christlichen Gemeinden einzuberufen und ihnen eine Sicherheitskooperation anzubieten.

Damit hat er Recht. Natürlich sollte keine christliche Konferenz einberufen werden, denn Terror und Gewalt haben keine Religion. Gewalt entsteht aus Hass und aus Intoleranz, beides hat mit Religion, die aus der Liebe zum Nächsten lebt, nichts zu tun.

Der norwegische Weg
Deshalb ist es jetzt an der Zeit, festzustellen: Es fehlt an Toleranz in der muslimischen Welt gegenüber dem Westen. Und es fehlt auch an Toleranz im Westen gegenüber dem Islam und den Muslimen. Daran muss und kann jeder einzelne Muslim und Christ arbeiten. Wir müssen gemeinsam, so wie es Norwegen tut, gegen Vorurteile, Paranoia und Populisten vorgehen.

Die westliche Gesellschaft ist seit dem 11. September, den Anschlägen in Madrid und London verängstigt. Verantwortungslose mediale und politische Kampagnen führten zu einer Art Paranoia. Populisten wie Geert Wilders in Holland, seine Kollegen in Dänemark, Finnland, Frankreich, Österreich und Ungarn, profitieren von dieser Angst. Sie schüren sie und lassen sich von Verängstigten in die Parlamente wählen. Sie schaffen für Personen wie Thilo Sarrazin, den ich nicht als meinen Genossen betrachte und dessen Parteiausschluss ich nach wie vor befürworte, ein Klima, in dem aus Hassschriften Bestseller werden.

„Man wird doch wohl noch sagen dürfen“
Die Floskel „Man wird doch wohl noch sagen dürfen“ ist deshalb so inakzeptabel, weil sie erstens ein Redeverbot unterstellt, zweitens aus dem Sprecher eine Art Märtyrer für die gerade von ihm selbst eingeschränkte Redefreiheit macht und drittens, weil ihr meiner Erfahrung nach große Sinnleere folgt.

Während Muslimen erklärt wird, dass sie Demokratie, freie Meinungsäußerung und Menschenrechte achten sollten, wird oftmals vergessen, zu Hause über den Islam aufzuklären, Vorurteile als solche zu enttarnen und für Toleranz zu werben. Wollen wir uns von Profit gesteuerter Presse und Populisten auf einen Wissensstand des Mittelalters und der Kreuzzüge reduzieren lassen?

Der Höhepunkt in diesem Zusammenhang ist vermutlich, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel den umstrittenen dänischen Karikaturisten Westergaard mit dem Medienpreis für Pressefreiheit würdigte. Dies war eine Ohrfeige für Millionen Muslime in Deutschland. Die Kanzlerin hat eine sonderbare Interpretation für Freiheit. Sie hat nicht begriffen, dass die eigene Freiheit dort endet, wo die Freiheit des Anderen beginnt. In diesem Fall könnte man meinen, dass die Freiheit und die Gefühle von Muslimen weniger wert sind, als die Karikaturen eines dänischen Künstlers. Westergaard bedauerte es nie, dass aufgrund seiner Karikaturen eine erhebliche Welle der Gewalt ausbrach, bei der Menschen ihr Leben ließen. Es gehört nicht viel Mut dazu, die Gefühle von 1,5 Milliarden Menschen zu verletzen, sondern Bosheit, Arroganz und Dummheit.

Nach aktuellem Wissensstand war der Norweger Anders Breivik Einzeltäter, aber er war gewiss kein Einzeldenker. Seine Tat ist der letzte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Die Islamfeindlichkeit in unserer Gesellschaft hat sich sogar gegen uns selbst gewendet. Anders Breivik erschoss 68 junge Menschen, weil diese explizit keine Islamhasser waren und an eine freie und multikulturelle Gesellschaft glaubten.

Wir dürfen und müssen noch Vieles sagen
Ja, man wird noch vieles sagen dürfen und müssen: Zum Beispiel, dass wir uns das Gut der Aufklärung, die Religionsfreiheit, die Trennung von Glauben und Staat nicht von fundamentalen Muslimen, Christen oder sonstigen Hetzern zerstören lassen sollten. Das dies möglich ist und auf welche Weise, beweisen uns gerade die Norweger.

Liebe Mit-Europäer und Mit-Menschen im hohen Norden, wie tapfer ihr mit dem Schmerz umgeht, der euch angetan wurde, geht uns nahe. Wir trauern mit euch. Wir fühlen uns durch diesen Hass, der sich gegen Menschlichkeit richtet, ebenfalls verwundet. Europas Bürgerinnen und Bürger können von den Norwegern lernen, die sich egal ob christlich oder muslimisch, nicht spalten lassen. Ein Attentäter wollte Hass säen er hat aber dafür gesorgt, dass das Land in seiner Trauer selten so geeint war, wie jetzt in der Verteidigung von Toleranz und einer offenen Gesellschaft.

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68 Kommentare
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  1. Vivian sagt:

    Ich hab auch malFragen:
    1. Wie unterscheidet man (was ist der Unterschied) einen gläubigen Muslim von einem nichtgläubigen Muslim?
    2. Wann ist man eigentlich Muslim und wann ist man kein Muslim mehr?
    3. Haben sich jemals deutsche gläubige Muslime von einigen Versen oder Suren im Koran öffentlich distanziert ?
    4. Was versprechen sich Muslime davon Muslim (Sklave einer Religion) zu sein?

    Das Wort „Muslim“ kann man auch mit Katholik, Zeuge Jehova, Scientologen und vielen anderen Religionsangehörigen weltweit ersetzen.

    Herr Brux, Lutheros hat auch Ihnen eine Frage gestellt.
    Fragen zu beantworten ist nicht Ihr Ding Leo. Wie auch, ohne Argumente.
    Und wenn man keine Argumente hat dann lacht man halt über Leute die welche haben.

  2. BiKer sagt:

    @ vivian

    darf ich?

    1. gar nicht. an äußerlichkeiten dürfte man das wohl kaum erkennen können.

    2. mit dem bekenntnis. entweder man bekennt sich zum islam oder nicht. gibt nichts wie in deutschland, wo man eintreten oder austreten kann, wenn man geld bezahl oder nicht.

    3. keine ahnung. haben sie das? worauf wollen sie hinaus?

    4. nichts. sie empfinden das ja auch nicht als eine art der sklaverei. wer nicht glaubt, wird das wohl kaum nachvollziehen können.

    beantwortet. und nu?

  3. Leo Brux sagt:

    Danke,
    BiKer!

    Vivian,
    welche Frage von Lutheros hätte ich denn NICHT beantwortet?
    Sie scheinen es selbst nicht zu wissen, denn sonst hätten Sie sie mir wiederholt.

    Vor allem wär ich auf die Antwort von Lutheros gespannt …

    Sie, Vivian, scheinen auf meine Argumentation nicht eingehen zu können.

  4. Lutheros sagt:

    Nun, Herr Leo, die Überschrift lautet: Gelegenheit zur Versöhnung.
    Und mein Beitrag lautet verkürzt: Bitte eine Erläuterung, was Islam ist und wie man „islamische Regeln“ verstehen muss, wenn wir das wortwörtliche nicht gelten lassen wollen.
    Mir helfen da ihre Gelüstbeschreibungen von Deportationsabsichten nicht. Es geht um eine einfache, simple Wissensfrage.

    Ein Vogel sagt: lies es, hier steht es; macht alles so wie es hier steht. Und auch Breivik beruft sich letztlich auf die geschriebenen Koranworte: Seine Theorie von der geplanten Übernahme Europas durch Muslime und der Kolonialisierung der Nichtmuslime wird (nicht durch ihn selbst) mit hunderten Koransuren begründet. Die Vogels und Breiviks sind deshalb so gefährlich, weil sie jeweils logisch mit dem Korantext argumentieren.
    Und was wird hier geantwortet: „Hahaha, du hast keine Ahnung“. Nein habe ich nicht, deshalb frage ich. Ich lese daraus: Es gibt kein schlüssiges Islamverständnis derzeit.

    Ein schlüssiges Konzept zu haben, heisst in einfacher Weise erläutern zu können, was das Leben „nach islamischen Regeln“ heisst und wie man den Koran in einem säkularen, multireligösen Staat liest.

    Da bringt auch mein Besuch nebenan beim Nachbarn nichts, die Antwort von dort ist unzureichend. Nachbars Antwort „Man lebe den Islam jetzt nicht so streng“ klärt die Grundsatzfrage nicht. Denn sein Islamkonzept ist das was ich bereits erwähnte: Er als säkulare Muslim kommt zu einem Ergebnis, indem er einfach Teile der Religionsregeln ignoriert.
    Ist das also der Weg?

    Der Islam hat Regeln die über die Spiritualitität einer Religion hinausgehen und die Gesellschaft regeln. Was machen Sie damit? Was machen Sie mit den Vorgaben die die Welt in zwei Hälften teilt, mit den Sanktionsregeln gegen denjenigen der den Islam aufgibt, was mit dem Geschlechtertrennungsprinzip, den strafprozessualen und familienrechtlichen Vorgaben oder dem Handlungsvorgaben in Bezug auf Nichtmuslime? All das hat mit Religonsausübung selbst herzlich wenig zu tun, sondern regelt das Leben der Menschen untereinander.
    Ein Angebot zur Versöhnung heisst, dass man logisch erläutern kann, wie man „ein guter Moslem“, aber zugleich auch ein säkulär denkender Mensch sein kann.
    Diese Antwort können nur Muslime selbst geben.

  5. Hammercastle sagt:

    Versöhnen kann man sich nur wenn man sich vorher gestritten hat. Haben wir das? Es ist ja noch nicht mal so, dass die Migranten aus aller Herren Länder gegen ihren Willen nach Deutschland gebracht wurden, sondern vollkommen freiwillig hier sind. Sie suchten Arbeit und ein Dach über dem Kopf was sie auch bekamen. Macht das eine Versöhnung notwendig? Nun könnte man sagen, dass sich gewisse Migrantengruppen wegen der extremen Gewalt, die von ihnen ausgeht mit den Deutschen versöhnen wollen. Bei der Qualität, der Gewalt, die von diesen Leuten ausgeht und der daraus resultierenden Rufschädigung anderer Migranten denke ich ist es besser sich von diesen Leuten zu trennen, hier gibt es keinen Anlass zur Versöhnung.

    Wenn also ein Politiker mit Migrationshintergrund, der sich in einer Volkspartei betätigt von notwendiger Versöhnung spricht, dann scheint er die Realitätten etwas aus dem Blickfeld verloren zu haben. Das ist bei Politikern dieser Tage aber auch nicht weiter ungewöhnlich.

  6. Leo Brux sagt:

    Lutheros,
    sie geben diese Antwort jeden Tag, millionenfach, die Muslime in Deutschland. Sie brauchen nur hinzuschauen.
    Wollen Sie von den Muslimen allen verlangen, dass sie Theologen sind?
    Der Glaube, der zählt, ist der Glaube, den man lebt. Also, Augen und Ohren auf – dann erfahren Sie die Antwort auf Ihre Frage.

    Sie wollen die Frage des Religiösen dogmatisieren, Lutheros. Da muss man nicht mitmachen.

    Ein Muslim könnte einfach sagen: Nun, schau doch mal, was wir machen! Wir haben die fünf Säulen, und an die halten wir uns. Wir rezitieren Verse des Koran. Wir vermeiden, was haram ist. Schau uns zu, und du siehst es.

    Das ist noch viel einfacher als das, was Sie bei Vogel und Co. finden. Aber bleiben Sie nur dabei, dass Sie nur einen dogmatischen und extremistischen Islam schlüssig finden wollen. Das entspricht vermutlich Ihrer Denkungsart. Auf das wirkliche Leben und seine Vielfalt und lebendige „Schlüssigkeit“ wollen und können Sie sich nicht einlassen.

    Ob man damit auch schon ein säkular denkender Mensch ist? – Also, seit wann muss man in Deutschland ein säkular denkender Mensch sein? Meine Mutter ist wirklich eine gute Deutsche, aber sie denkt katholisch christlich, nicht säkular. Wollen Sie jetzt meine Mutter gesinnungsmäßig ausschließen aus unserer Gemeinschaft?

    Ich würde außerdem sagen: Menschen sind verschieden, also ist auch ihr Glaubensleben verschieden. Es wird also ein gewisses Spektrum geben unter den Muslimen, so wie es eines gibt unter den Katholiken.

    Warum wählt Pierre Vogel die Art von Islam, die wir salafistisch oder wahhabitisch nennen? – Weil er der Typ dafür ist. Sein Instinkt leitet ihn in diese Richtung. Und Sie, Lutheros, auch. Da kann man nichts machen. Gegen die Instinktwahl kommt keine Argumentation an.

    Es bleibt die Frage nach der Praxis. Ich stelle sie immer wieder, auch wenn ich weiß, dass Sie sie nicht beantworten werden. Was folgt aus Ihrer Diagnose für eine Praxis?
    Ich erschließe mir Ihre Praxisvorstellung so:
    Der Islam ist nicht integrierbar. Gläubige Muslime, wenn sie nicht eine völlig liberale Form des Islam finden, sind damit auch nicht integrierbar. Was nicht integrierbar ist, muss aus unserer Gesellschaft „entfernt“ werden. Das widerspricht zwar dem Grundrechtegebot der Religionsfreiheit in unserer Verfassung, und es fordert von den Muslimen etwas, das wir von den Christen und Juden nicht fordern, aber es ist nun mal nötig und muss politisch durchgesetzt werden.

    Ist das Ihre Position?

  7. Leo Brux sagt:

    Hammercastle,
    von welchen MigrantenGRUPPEN sprechen Sie, von denen extreme Gewalt ausgeht?

    Und haben Sie nicht mitbekommen, was 50 Jahre lang gelaufen ist an Ausländerfeindlichkeit?
    Und an Integrationsverweigerung seitens der Politik?

    Da scheinen Sie „die Realitäten etwas aus dem Blickfeld verloren zu haben“ … Das ist bei postern Ihrer Provenienz „aber auch nicht weiter ungewöhnlich“.

  8. Europa sagt:

    @Lutheros
    Ich hatte letztes mal auch eine sehr ähnliche Frage an eine person hier im Forum namens „Tuncay“. Eine Antwort auf meine sehr einfach und konkrete Frage habe ich leider nie bekommen, immer nur Zitate aus dem Koran und der beteuerung, dass der Koran ein perfektes Buch sei, das nicht von einem Menschen geschrieben wurde sondern von einem Gott (oder sowas ähnliches). Sie merken also: Es gibt hier kein Verständnis gegenüber einer säkularen Kultur. Es geht hier immer nur darum die Menschen die kritische Fragen stellen, als Rassisten, Xenophoben oder Nazi darzustellen (vorallem von Leo Brux).

    Ich glaube die Frage von Lutheros ist eigentlich ganz einfach und deshalb versuche ich sie jetzt nochmal anders zu formulieren:
    Wenn man als gläubiger Muslim den Koran liest und man findet eine Passage in der wortwörtlich zum Kampf gegen Ungläubige aufgerufen wird (oder anderweitig diskreditierend über „Ungläubige“ geschrieben wurde), wie soll man dann als normaler Durchschnittsmensch ohne Koranstudium, den Koran verstehen, ausser wortwörtlich? Was sagen die Imame den Muslimen, wenn sie auf solche Passage treffen und sich fragen was das soll?
    Oder anders gefragt: Kann man überhaupt wissen ob man ein frommer und gläubiger Muslim ist, wenn man nicht vorher seine Religion studiert hat?
    Oder nochmal anders gefragt: Wann erkenne ich eine radikale Interpretation des Islams und wann eine gemässigte, ohne Studium?

  9. Hammercastle sagt:

    Mein lieber Herr Brux,

    ich spreche von Gewalttätern türkischer, arabischer und russischer Herkunft. Sie sollten mal öfter einen Blick in die Zeitungen werfen, dann kommen sie von selbst darauf. Gerade von Arbeitskollegen türkischer und russischer Herkunft bekomme ich Forderungen nach einem Umgang mit den Straftätern zu hören, der hier seit Ende des III. Reiches mit gutem Grund verboten wurde. Aber diese Leute sind es satt, sich selbst immer einem Generalverdacht ausgesetzt zu sehen, der sich in der Bevölkerung ob er Masse der Delikte eben einstellt.

    Von den letzten fünfzig Jahren habe ich gerade 41 selbst mitbekommen, aber es muss ja die neun Jahre voher recht hoch hergegangen sein, dass eine Versöhnung notwendig ist. Ich bin mit türkischen Kindern zur Schule gegangen und zum Teil mit diesen bis heute befreundet, sicherlich haben wir uns auch mal gestritten, das bleibt im Laufe der Jahre nicht aus, es ging dabei um alles mögliche, aber nie um die Herkunft. Diese Menschen arbeiten hart und haben hier ihren Platz gefunden. Wir haben die selben Hoffnungen und Sorgen wie sie andere Menschen auch haben. Was mich umtreibt ist die Frage, welcher Konflikt der geforderten Versöhnung vorrausgegangen ist?

    Ich bitte sie mich nun darüber aufzuklären zu welcher Provinenz ich denn nun gehöre.

  10. Europa sagt:

    Wobei ich nochmal erinnern will, dass wahrscheinlich 80% der muslime weltweit kein Studium abgeschlossen haben, geschweige denn Islam studiert haben.
    Woher sollen also diese ganzen Menschen verstehen, was sie da lesen? Vorallem dann wenn auch noch behauptet wird, der Koran wäre perfekt! Warum soll man ein perfektes Buch uminterpretieren?

    Das sind die Fragen die hier gestellt wurden und beantwortet werden sollen und nicht wie Leo Brux meine politische Einstellung oder die anderer (die er nicht kennen kann) beurteilt, das interessiert nämlich weder mich noch irgendeinen anderen Leser hier!


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