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Bundespräsident Christian Wulff, Rede zum 20. Jahrestag der Deutschen Einheit am 3. Oktober 2010

EU-Erweiterung

EU-Kommission empfiehlt Beitritt Kroatiens im Jahr 2013

Vom „Beitrittskandidaten“ zum „Beitrittsland“ – der EU-Beitritt Kroatiens befindet sich auf den Zielgeraden. Die EU-Kommission empfiehlt die Aufnahme Kroatiens im Juli 2013. Das Balkanland wäre damit EU-Mitgliedsstatt Nummer 28.

Wenn auch die EU-Staaten zustimmen, soll es im Juli 2013 soweit sein. Die EU-Kommission hat zum Abschluss der EU-Beitrittsverhandlungen die Umbenennung Kroatiens vom „Beitrittskandidaten“ zum „Beitrittsland“ empfohlen. Der Präsident der EU-Kommission, José Manuel Barroso, zeigte sich erfreut und verkündete die „sehr gute Nachricht für die Europäische Union, für Kroatien, aber auch für die Völker der gesamten Region“. Kroatien habe hart gearbeitet und befinde sich nun auf den Zielgeraden eines EU-Beitritts.

Freude überwiegt
Diese Nachricht kommt für viele Kroaten zu spät. Laut Umfragen stimmten 2008 noch über 70 Prozent für einen EU-Beitritt Kroations. Einer aktuellen Umfrage zufolge liegt dieser Wert nur noch bei 48 Prozent.

Kroaten, die im Ausland leben, stehen einem EU-Beitritt allerdings viel aufgeschlossener gegenüber. Insbesondere die, die in Deutschland leben, begrüßten zu über 80 Prozent die Empfehlung der EU-Kommission.

Weitere Beitrittskandidaten
Sollte Kroation 2013 der EU beitreten, hätte das Land die Beitrittsverhandlungen in nur acht Jahren durchlaufen. Bei insgesamt 35 Verhandlungskapiteln ist das eine stolze Leistung. Doch bevor es soweit ist, muss Kroation noch die Punkte Justizreform, Kampf gegen Korruption, Vorgehen gegen Kriegsverbrechen während des Balkankonflikts in den 1990er Jahren sowie die Sanierung maroder Schiffswerften in Staatshand bewältigen. Das letzte Wort haben aber die 27 EU-Staaten. Diese müssen der Empfehlung der EU-Kommission zustimmen.

Auf so eine Empfehlung und Zustimmung hoffen im ehemaligen Jugoslawien weitere Länder. Während Slowenien den Beitritt bereits vollzogen hat, müssen Serbien, Mazedonien, Albanien und die Republik Kosovo noch wichtige Hürden nehmen. Für die EU-Kommission ist ein Beitritt dieser Länder zur EU eine Stabilitätsgarantie für den Balkan. (jk)

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