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Migration und Integration in Deutschland

In allen Zielstaaten der Arbeitsmigration weisen die Eltern der als Migranten erfassten Jugendlichen eine kürzere Schulbesuchszeit und einen geringeren ökonomischen, sozialen und kulturellen Status auf als die Eltern von Nichtmigranten. Nirgendwo ist dieser Unterschied … aber so stark wie in Deutschland.

Konsortium Bildungberichterstattung, Bildung in Deutschland, 2006

Wanderungen 2010

Wieder mehr Zuzüge als Fortzüge

Im Jahr 2010 sind laut Statistischem Bundesamt 684 000 Ausländer nach Deutschland zugezogen – Hauptherkunftsländer waren Polen, Rumänien, Bulgarien, Ungarn, Türkei und die USA; dem stehen 530 000 Fortzüge gegenüber.

Im Jahr 2010 sind nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes 798 000 Personen nach Deutschland zugezogen. Das waren 77 000 Zuzüge mehr als 2009 (+ 11 Prozent). Damit war die Zahl der Zuwanderer deutlich höher als in den letzten fünf Jahren – zuletzt waren jährlich zwischen 660 000 und 720 000 Personen zugewandert. Im langjährigen Vergleich lag allerdings die Zuwanderung im vereinten Deutschland bis 2002 mit jährlich über 800 000 Personen durchgehend höher als im Jahr 2010.

Von den 798 000 im Jahr 2010 Zugezogenen waren 684 000 ausländische Personen, das waren 77 000 (13 Prozent) mehr als im Jahr 2009. Die Zahl der Zuzüge deutscher Personen ist dagegen mit rund 115 000 gegenüber dem Vorjahr nahezu konstant geblieben. Diese Zahl enthält die Zuzüge von Spätaussiedlern und von weiteren Deutschen, die zum Beispiel aus dem Ausland zurückkehren.

Hauptherkunftsländer der Zugezogenen waren im Jahr 2010 Polen (126 000 Personen), Rumänien (75 000 Personen), Bulgarien (39 000 Personen) sowie Ungarn, die Türkei und die USA (mit jeweils 30 000 Personen). Am meisten zugenommen haben die Fortzüge aus Rumänien (+ 18 000 Personen), Bulgarien (+ 11 000 Personen) und Serbien (+ 10 000 Personen).

Weniger Fortzüge
671 000 Fortzüge aus Deutschland wurden 2010 verzeichnet, dies waren 63 000 weniger als im Jahr 2009. Die Zahl der Fortzüge ins Ausland reduzierte sich sowohl bei ausländischen Personen (– 49 000 auf 530 000 Personen) als auch bei deutschen Personen (– 14 000 auf 141 000 Personen).

Info: Bei den Zuzügen und bei den Fortzügen ist zu beachten, dass sich keine Aussage darüber treffen lässt, ob es sich um einen vorübergehenden oder einen dauerhaften Aufenthalt handelt.

Für die letzten drei Jahre sind bei den Fortzügen jedoch Sondereffekte zu berücksichtigen: Wegen der bundesweiten Einführung der Steuer-Identifikationsnummer für jeden Bürger wurden seit 2008 umfangreiche Bereinigungen der Melderegister vorgenommen, die zu zahlreichen Abmeldungen von Amts wegen in den Melderegistern führten. Diese Abmeldungen wurden den Statistischen Ämtern gemeldet und flossen zum großen Teil in die Berechnung der Fortzüge mit ein. In welchem Umfang die höheren Fortzugszahlen 2008 und 2009 auf die Bereinigungen zurückzuführen waren und inwieweit die Ergeb­nisse 2010 beeinträchtigt sind, kann jedoch nicht quantifiziert werden. Das gilt insbesondere für die Fortzugszahlen ausländischer Personen. Bei der Abwanderung von Deutschen wird davon ausgegangen, dass die Zahl der Fortzüge zum zweiten Mal in Folge abgenommen haben dürfte.

Wanderungsüberschuss
Aus der Bilanzierung der Zu- und Fortzüge ergibt sich für 2010 ein Wanderungsüberschuss von insgesamt 128 000 Personen. Seit der Wiedervereinigung wurde in jedem Jahr mit Ausnahme der Jahre 2008 und 2009 ein Wanderungsüberschuss verzeichnet. Dieser lag allerdings nach den hohen Zuwanderungsüberschüssen der 1990iger Jahre seit 2004 bei weniger als 100 000 Personen jährlich. Der Wanderungssaldo 2010 ergab sich aus einem Wanderungsüberschuss ausländischer Personen von rund 154 000 Personen (2009: 28 000 Personen) und einem Abwanderungsverlust deutscher Bürgerinnen und Bürger von 26 000 Personen (2009: 40 000 Personen). (eb)

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