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Migration und Integration in Deutschland

Nur die wenigsten dieser deutschen Arbeiter werden in dieser Situation mit den Ausländern solidarisch sein. Die meisten werden sich aggressiv von den Ausländern abgrenzen und bei ihnen die Verantwortung für die eigene schlechte Position suchen.

Hans-Günter Kleff, Vom Bauern zum Industriearbeiter, 1985

TV-Tipps des Tages

07.05.2011 – Finnland, Kultur, Afghanistan, Ausweisung, Russland, Martin Luther King

Die TV-Tipps des Tages sind: Orte des Erinnerns; Horizonte; Der Ausgeschaffte; Unbekannte Karpaten ; Im Fadenkreuz der Attentäter

VONÜmit Küçük

DATUM7. Mai 2011

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Orte des Erinnerns
Wiborg: Finnlands verlorene Stadt – Planet Schule. Die einst finnische Stadt Wiborg mit ihren 80.000 Einwohnern gehört heute zu Russland. Sie liegt gleich hinter der finnischen Grenze, 140 Kilometer westlich von St. Petersburg. Eine Stadt im Grenzland zwischen West und Ost und dadurch Schauplatz vieler Kriege. Heute ist es für die Finnen wieder möglich, nach Wiborg zu reisen. Die ehemaligen Einwohner besuchen die alten Orte und engagieren sich in „ihrer“ Stadt (08:20-08:45 • SWR BW, SWR RP, SWR SR)

Horizonte
A lles wird gut in Afghanistan – oder? – Droht uns ein neuer Kampf der Kulturen? – Moderation: Meinhard Schmidt- Degenhar.

Während Afghanistan weiterhin ein Pulverfass bleibt, fordern neue weltpolitische Krisenherde den Westen heraus. Die Aufstände in vielen arabischen Ländern gegen die Diktatoren bringen den Westen in ein Dilemma: Soll man intervenieren, um die Aufständischen zu unterstützen, oder könnte nach einem militärischen Eingreifen die prowestliche Stimmung unter der Bevölkerung rasch wieder kippen?

Westliche Soldaten in einem islamischen Land: Nach Afghanistan und Irak schien man im Westen vorsichtiger geworden zu sein. Denn allzu präsent ist in diesen Ländern noch das Bild der Westmächte, die den islamischen Ländern ihre Kultur aufzwingen wollen. Gerade Terrororganisationen wissen daraus Kapital zu schlagen. Mit Religion lassen sich Menschen mobilisieren. Zudem ist noch unklar, wer für wen und was kämpft und von welchen Motiven der Westen in diesem Konflikt wirklich geleitet ist.

Weiter im Blickfeld bleibt der Krisenherd Afghanistan, wo die Bundeswehr ihren Einsatz ausweitet, die Lage jedoch nicht wirklich besser geworden ist. Drohen die aktuellen Konflikte die Fronten zwischen islamischer und westlicher Welt zu verhärten? (16:30-17:00 • HR)

Der Ausgeschaffte
Reportage (Gesellschaft – Justizsystem) – Der 25-jährige Türke Baris muss die Schweiz verlassen. Er ist zwar dort geboren, hat aber mehrere Gewalttaten verübt. Baris ist eines von rund 700 ausgewiesenen „schwarzen Schafen“ jährlich. Eine Initiative fordert: Kriminelle Ausländer sollen künftig automatisch „ausgeschafft“ werden, wie es in der Schweiz heißt. Dabei spielt es keine Rolle, wie lange sie schon in der Schweiz leben und wie schwer ihr Delikt ist. Reporterin Karin Bauer dokumentiert mit „Reporter: Der Ausgeschaffte“ die Ausweisung des Türken Baris. Ihr Film zeigt beide Seiten: die Gesellschaft, die so viel Sicherheit wie möglich will, aber auch das Schicksal eines jungen Mannes, der seine Heimat nur aus dem Urlaub kennt. (18:30-19:00 • 3sat)

Unbekannte Karpaten
Russland-Korrespondentin Ina Ruck reist entlang der ukrainisch-rumänischen Grenze, quer durch ein vergessenes Gebirge – quer durch die ukrainischen Karpaten. Fernab aller Zivilisation besucht Ina Ruck einen Trupp ukrainischer Grenzsoldaten.

Sie versorgen sich selbst – züchten Schweine und ziehen Gemüse vor der Kaserne. Ihr Job besteht hauptsächlich darin, verirrte Bergtouristen aus Rumänien wieder zurück über die Grenze zu schicken, denn die Grenze zwischen der EU und dem Osten verläuft hier beinahe unbemerkt – und unbefestigt. Die Reise führt auf einen der höchsten Berge, wo riesige verwaiste Radardome einer ehemaligen sowjetischen Abwehranlage stehen. Ein Lokalpolitiker sucht übrigens noch Investoren, die diese Ruinen in Karpatenhotels umwandeln wollen. Im Moment aber haben Schäfer sie zu Unterständen für ihre Schafherden umfunktioniert.

Schließlich begleitet Ina Ruck eine Blasmusikkapelle durch die Dörfer – sie spielen bei Hochzeiten und Beerdigungen auf und kennen jeden in der Gegend. Erstere sollen hier übrigens die längsten der Welt sein. (18:45-19:15 • PHOENIX)

Im Fadenkreuz der Attentäter
Am Abend des 4. April 1968 wurde Martin Luther King auf dem Balkon des Lorraine Motels in Memphis, Tennessee erschossen. Die genauen Umstände der Tat sind bis heute ungeklärt.

Ob der Meuchelmord an John F. Kennedy oder das Attentat auf Mahatma Gandhi, in dieser Dokumentationsserie erfährt der Zuschauer alles über die Mörder und die Gründe ihrer Tat. Viele Attentate geben bis heute Rätsel auf. Durch den Einsatz einmaligen Bildmaterials und anschaulicher Rekonstruktionen, betrachtet jede Episode ein anderes Attentat und beleuchtet es ganz genau. In dieser Serie werden zum Teil nicht bekannte Umstände aufgedeckt und viele Fälle aus einer neuen Warte betrachtet. Es kommt Licht in so manche dunkle Geschichte.

1968, im Zenit der Kämpfe um die Bürgerrechtsbewegung, kam der Baptistenpastor in die Stadt Memphis im US-Bundestaat Tennessee. King hatte sich in dieser Zeit schon teilweise von den rechtlichen Fragen der Diskriminierung abgewendet und sich mehr den sozialen Problemen und der weitverbreiteten schwarzen Armut angenommen. Am 1. Februar 1968 starben während eines schweren Unwetters zwei schwarze Angestellte der Müllabfuhr, als sich der Pressmechanismus eines Müllwagens von alleine in Gang setzte. Am gleichen Tag wurden wegen des Unwetters 22 schwarze Arbeiter ohne Bezahlung nach Hause geschickt, während ihre weißen Vorgesetzten ebenfalls arbeitsfrei erhielten, allerdings mit Lohnausgleich. Zwei Wochen später begannen 1.100 von insgesamt 1.300 schwarzen Angestellten der öffentlichen Reinigung einen Streik für bessere Arbeitsbedingungen.

Am 18. März, während der Streik immer noch andauerte, kam King in die Stadt und sprach auf mehreren Veranstaltungen. Am 28. März fand eine große Demonstration statt. Diese endete allerdings in Gewalt, als vor allem College-Studenten ihre mitgebrachten Schilder nutzten, um damit die Schaufensterscheiben von Geschäften einzuschlagen. Die Stadt erwirkte ein gerichtliches Verbot für King, Memphis zu betreten. Die „Southern Christian Leadership Conference“ verhandelte mit den Verantwortlichen, um eine Demonstration am 5. April möglich zu machen. King kehrte in die Stadt zurück. Am 4. April einigten sich die Beteiligten auf einen Protestmarsch am 8. April. Am Abend des 4. April 1968 wurde auf dem Balkon des Lorraine Motels erschossen. (00:40-01:05 • PHOENIX)

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