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Migration und Integration in Deutschland

Es sei denn, man würde die Lebensverhältnisse der Ausländer in der Bundesrepublik derartig nachhaltig verschlechtern, dass ein Leben am Rande des Existenzminimums in den Herkunftsländern vorteilhafter erschiene.

Forschungsverbund „Probleme der Ausländerbeschäftigung“, 1979
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Leos Wochenrückblick

Sarrazin, Pierre Vogel, Sıla Şahin, die Wahren Finnen

In meinem Wochenrückblick geht es diesmal um Sarrazins neueste Täuschungen, Vogels Auftritt in Frankfurt, Sıla Şahin Rechtfertigung in BILD – und um Finnlands Muslime und Schweden

VONLeo Brux

 Sarrazin, Pierre Vogel, Sıla Şahin, die Wahren Finnen
Leo Brux, 1950 in München geboren, ist u. a. Integrationskurs-Lehrer bei der InitiativGruppe – Interkulturelle Begegnung und Bildung e.V., einem großen Träger der Integrationsarbeit in München. Migrations- und Integrationsfragen beschäftigen ihn seit den frühen 70er Jahren sowohl praktisch als auch theoretisch, privat und beruflich. Für die InitiativGruppe schreibt er einen Migrationsblog.

DATUM26. April 2011

KOMMENTARE73

RESSORTAktuell, Meinung

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Sarrazin macht, was er immer macht
– er täuscht.

Die SPD hat – aus Verzweiflung, nehme ich an – darauf verzichtet, sich ein monatelang hinziehendes Ausschlussverfahren gegen Sarrazin anzutun. Das Drittel der SPD-Anhänger, das mit Sarrazin geht, ist dadurch allerdings nicht versöhnt, das Drittel, das ihn verabscheut, ist darüber zurecht erbittert, die pragmatische Mitte dazwischen fragt sich wohl, womit sie dieses Fiasko verdient hat. Eine lose-lose-Situation. Sarrazin, der die SPD so, wie sie ist, verachtet, wird das nicht schmerzen.

Im Gegenteil, er spielt damit. Seine Erklärung an die Schiedskommission hat es in sich. Drei Punkte nennt er: Im ersten behauptet er, nicht gefordert zu haben, sozialdarwinistische Forderungen politisch umzusetzen; im dritten Punkt erklärt er, er habe nicht die Absicht gehabt, sozialdemokratische Grundsätze zu verletzen.

Wer sein Buch gelesen hat, wird den Kopf schütteln und sich fragen, ob er denn beim Lesen alles falsch verstanden hat. Bei Punkt zwei der Erklärung fragt man sich das nicht mehr – man fühlt sich in die Newspeak-Welt von Orwells 1984 versetzt:

2. Mir lag es fern, in meinem Buch Gruppen, insbesondere Migranten, zu diskriminieren. Vielmehr sollten meine Thesen auch der Integration von Migrantengruppen dienen, die bislang aufgrund ihrer Herkunft, sozialen Zusammensetzung und Religion nicht bereit oder in der Lage waren, sich stärker zu integrieren. Es entspricht nicht meiner Vorstellung, dass diese Gruppen bei eigenen Anstrengungen und einer ergänzenden Bildungspolitik etwa aus genetischen Gründen nicht integriert werden könnten. Mir ging es also darum, schwerwiegende Defizite der Migration, Integration und Fehlentwicklungen der Demografie in Deutschland anzusprechen, eine fördernde Integrationspolitik und Demografiepolitik zu entwickeln und dafür insbesondere die vorhandenen Defizite des Bildungssystems zu überwinden.
Quelle

Die Millionen, die Sarrazin zugejubelt hatten, die gemeint hatten, endlich sagt „es“ mal jemand von der politischen Elite, wie „es“ mit den Muslimen in Deutschland steht, und dass man denen den Riegel vorschieben muss … sie alle haben Sarrazin missverstanden? Hat nicht Sarrazin selbst bei jeder öffentlichen Debatte das ressentimentgesattelte Pferd geritten, sich tragen lassen von der massiven öffentlichen Zustimmung zu seinem Muslim-bashing? Welche Vorschläge zur besseren Integration (!) meint er denn gemacht zu haben?

In seinem Buch und bei seinen Auftritten hat er von überwiegender Integrationsunfähigkeit gesprochen, die Muslime würden dazu beitragen, dass Deutschland verdumme, Deutschland islamisiere sich demographisch; er hat ein sozialdarwinistisches (!) Programm vorgeschlagen, das unter den Migranten die viele Spreu vom wenigen Weizen trennen soll.

Schon in der FAZ zu Weihnachten 2010 hat Sarrazin vorgeführt, wie er mit der Wahrheit spielt: „Die von mir genannten Statistiken und Fakten hat keiner bestritten.“ Angesichts der tausendfachen Widerlegung einiger seiner irreführenden Statistiken und zweifelhaften Fakten braucht man hier nicht mehr verwundert den Kopf zu schütteln. „Ist es auch Irrsinn, so hat es doch Methode“, heißt es im Hamlet – welche Methode steckt hinter Sarrazins provokanten Lügen? Das Bewusstsein der „höheren Wahrheit“ erlaubt es ihm, offen zu täuschen.

Keiner der Sarrazin-Fans wird die Stirn runzeln wegen der Erklärung vor der Schiedskommission. Sie werden grinsen und mit den Augen zwinkern. Sarrazins Publikum versteht schon richtig …

Pierre Vogel und die „Islamkritiker“
Gilt bei uns gleiches Recht für alle?

Die Auflagen des Gerichts an die Frankfurter Salafisten-Veranstaltung sind berechtigt:

Die als Hassprediger kritisierten Redner dürfen nach den Auflagen der Gerichte „nur solche Reden, Sprechchöre und Transparente zulassen, die den öffentlichen Frieden wahren“, heißt es in der Mitteilung des Verwaltungsgerichts.
„Die Aufstachelung zum Hass gegen Bevölkerungsgruppen oder zu Gewalt oder Willkürmaßnahmen wird untersagt.“
Und: „Die Menschenwürde anderer darf nicht dadurch verletzt werden, dass Teile der Bevölkerung beschimpft, böswillig verächtlich gemacht oder verleumdet werden.“
Quelle

Gelten solche Auflagen auch für „Islamkritiker“, wenn sie auf öffentlichem Grund eine Veranstaltung abhalten? Was würde das konkret bedeuten? Inwieweit müssten sie sich in ihren Attacken auf Islam und Muslime mäßigen?

BILD, Sex und Migranten
Sıla Şahin hat sich für den Playboy ausgezogen – BILD meinte, daran die bescheuerte Frage knüpfen zu müssen, ob denn Türken sowas dürfen …

Natürlich dürfen sie, nicht nur in Deutschland, auch in der Türkei dürfen sie. Interessant ist etwas anderes. Sıla Şahin rechtfertigt im BILD-Interview nämlich ihren Striptease als Befreiung aus dem kulturellen Mief der türkischen Tradition:

„Für mich sind diese Fotos eine Befreiung von den kulturellen Zwängen meiner Kindheit. Zu lange wollte ich es immer allen recht machen. Ich will mit diesen Fotos jungen Türkinnen zeigen, dass es okay ist, wenn man so lebt, wie man ist. Dass es nicht billig ist, wenn man Haut zeigt. Dass man seine Ziele verfolgt, anstatt sich unterzuordnen.“

Die ZEIT kommentiert dies kritisch:

Eine Migrantin bedient hier aktiv Klischees, um sie zu ihrem vermeintlichen Vorteil zu nutzen.
Die gesellschaftlichen Diskussionen über Migration, Islam und den Stellenwert der Frau in der Einwanderer-Community werden zur Kulisse einer PR-Strategie in eigener Sache.
Kein Hahn mit oder ohne türkischen Migrationshintergrund würde danach krähen, dass sich eine Schauspielerin auszieht.
Es sei denn, sie konstruiert daraus einen Konflikt – in diesem Fall ohne Halt zu machen vor der Privatsphäre ihrer Familie.

Gibt es in Finnland Muslime?
Rechtspopulisten waren nun auch in Finnland erfolgreich. Ihre Partei, die „Wahren Finnen“, so schreibt die Süddeutsche,

ist Sammelbecken für Nationalisten, Islamfeinde, Sozialromantiker. Die Mischung ist instabil; es kann gut sein, dass die Partei bald zerfällt und die finnischen Populisten wieder verschwinden.

Hoffentlich.
Islamfeindschaft soll tatsächlich ein Grund gewesen sein für den Wahlerfolg. – Gibt es in Finnland überhaupt Muslime? – Es sind ca. 20 000. Davon 15 000 Immigranten. Bei 5,3 Millionen Einwohnern. Macht keine 0,4 Prozent.
Es muss an den Muslimen liegen …

In Finnland gibt es eine finnlandschwedische Minderheitheit von ca. 5 Prozent. Manfred Bleskin kommentiert die „schwedisch-kritische“ Position der „Wahren Finnen“ bei n-tv:

Das Schwedische, in der Verfassung als zweite Amtssprache festgeschrieben, soll nicht mehr Pflichtfach sein. Das zeugt nicht nur von grobem Nationalismus gegen die Finnlandschweden mit ihrem knapp sechsprozentigen Anteil an der Gesamtbevölkerung, sondern auch von ziemlicher Dummheit: Das zur finno-ugrischen Sprachfamilie gehörige Finnisch wird außerhalb des Landes nicht verstanden. Das Schwedische hingegen ermöglicht eine problemlose Kommunikation mit allen anderen skandinavischen Ländern. Apropos: Den Löwenanteil am Zuwachs der „‚Wahren‘ Finnen“ geht auf das Konto wenig gebildeter, junger männlicher Wähler auf dem Lande.

Was sagt eigentlich die rechtspopulistische Partei in Schweden (die „Schwedendemokraten“) über die antischwedischen Forderungen der rechtspopulistischen Partei in Finnland („Die Wahren Finnen“)?

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73 Kommentare
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  1. Realist sagt:

    @MoBo
    „Wenn anti-muslimische Meinungen im Spiegel stehen gibt es auch keine Demos oder Selbstmordattentate von Muslimen. Nur Diskussionen in Internetforen – also eine zivilisierte Auseinandersetzung (in christlichen Foren wurde der Spiegel bestimmt auch diskutiert).“

    Ich habe ja auch nicht behauptet, dass die Muslime Menschen in die Luft jagen oder Demos veranstalten, aber alleine wie man sich schon verbal ausdrückt, sagt doch meist viel über die Menschen und ihr Gedankengut aus. „Kollektives beleidigt sein“ und Menschen direkt als Rassist darzustellen sind halt keine christlichen Eigenschaften sondern muslimische. Damit würgt man jede Diskussion schlagartig ab und ich finde dass die Muslime oft genug schon versucht haben ihren Kopf auf die Art und Weise aus der Schlinge zu ziehn und ich find das einfach nur noch nervend.

    „ich finde auch viele aktuelle Modeerscheinungen sch….e und trotzdem renn ich nicht durch Berlin und sage: “Fashionvictim” zu jeder zweiten Person. Ich entscheide mich nur dafür, mich selbst nicht so anzuziehen. Dasselbe sollte für das Kopftuch gelten.“

    Sie haben mich wahrscheinlich in ihrem Schubladendenken, wieder falsch einsortiert. Ich bin nicht der Typ der auf der Straße Frauen mit Kopftücher blöd anmacht oder als minderwertig ansieht. Ich spreche mit den Menschen genauso wenig wie mit den anderen fremden Menschen die ich auf der Strasse sehe, aber ich darf mir vom Kopftuch genauso eine Meinung machen wie von einer Röhrenjeans und ich darf meine Meinung dazu auch veröffenlichen, ohne dass jemand annehmen darf/soll dass ich ein Rassist wäre. Wenn ich mich hier im Forum über das Kopftuch äussere, dann meistens aus dem Grund, weil manche Menschen sich hier im Forum immer wieder Fragen, warum die Muslime nicht so akzeptiert sind wie die Juden und Christen. Und die logischste und naheliegendste Antwort ist doch ganz klar die, dass man sie in der Öffentlichkeit nicht erkennt, weil Sie kein Erkennungssymbol (Kopftuch, Burka, Niqab) haben. Der Islam ist visuell Omnipräsent und das Christentum und das Judentum nicht. Wenn die Muslime an dieser visuellen Präsenz nichts ändern wollen, dann ist das ihr Recht, aber man kann nicht von allen Menschen verlangen sich dazu keine Meinung machen zu dürfen.
    Ich verlange auch dass das Zöllibat für Priester abgeschafft wird, obwohl es mit Sicherheit der Kirche zuwieder ist, aber der Gesellschaft erbringt es mit sicherheit ein Mehrwert. Und ich kann mich doch auch jetzt schon festlegen, dass ich die katholische Kirche für Sch***se empfinde und dass das solange bleibt bis sich was geändert hat. Und so ist das bei mir auch mit dem Islam, wenn sich nichts ändert.

  2. Leo Brux sagt:

    „Realist“,
    Sie schreiben:
    Sie sollten verstehen, dass die Muslime mit ihrer Religion so umgehn müssen, dass die Menschen um sie herum nicht mitkriegen was für eine Religion sie ausüben, dann wird auch nicht darüber geredet und dann wird auch nicht kritisiert.

    Fordern Sie das auch von der katholischen Kirche?
    Sollen wir die Kirchen jetzt alle verschwinden lassen, damit niemand was von der katholischen Religionsausübung merkt, sollen die Bischöfe un die Pfarrer sich nicht mehr in Amtstracht zeigen, soll die Fronleichnamsprozession und sollen die öffentlichen Feierlichkeiten zu Ostern und Weihnachten verschwinden? Sollen die Christen keine sichtbaren Kreuze mehr tragen dürfen? Müssen Nonnen aus dem Stadtbild total verschwinden? Stellen wir die Passionsfestspiele in Oberammergau ein? Müssen die Kreuze an den Feldwegen verschwinden, aus den Klassenzimmern sowieso?

    Was hindert Sie oder irgend jemanden, Mohammed zu verunglimpfen? Es geschieht jeden Tag tausendfach, und öffentlich, nicht wahr? Wie viele Bücher sind auf dem Büchermarkt, die beleidigend über Mohammed und den Koran schreiben? Und auf wie viele Buchhandlungen wurden deshalb irgendwelche Angriffe unternommen?

    Wenn Sie doch nur Realist wären, „Realist“!

    Ihrer Antwort an MoBo entnehme ich, dass Sie eigentlich vor allem antireligiös und eine Mimose sind und mit dem bundesrepublikanischen Pluralismus nicht viel anfangen können. Ein schlecht integrierter Mensch also.

  3. Leo Brux sagt:

    MoBo,
    eigentlich Niqabs, sieht man in München in den warmen Monaten sehr sehr viele … im Zentrum der Stadt: München ist eines der beliebtesten Reiseziele für „betuchte“ Golfstaaten-Touristen! Es sind, glaube ich, ca. 20 000 pro Jahr, und sie bringen pro Nase (sichtbar oder nicht sichtbar) der Stadt ca. 600 Euro pro Tag (Hotels, Restaurants, Geschäfte) – das sind im Jahr zig Millionen. Ich glaube, die Münchner Geschäftswelt würde Sturm laufen gegen ein Burka-Verbot in Deutschland.
    Es soll aber Münchner geben, die immer wieder fürchterlich erschrecken und glauben, diese Verhüllten wäre alle Einheimische …

  4. Bassa Selim sagt:

    Herr Brux,
    ich bin der Auffassung, dass die meisten sogenannten „Islamfeinde“, wie ich bspw., überhaupt kein Problem hätten, wenn sich diese Religion klar und deutlich von der Scharia als weltlichem Rechtssystem trennen und eine rein persönliche Beziehung zwischen dem Individuum und Gott sein würde. Da und nur da liegt der Hase nämlich im Pfeffer.

    Mich interessiert es nicht, ob jemand die Veden ließt, Weihnachten am 6. 1. feiert oder nach Mekka pilgert, es ist mir völlig gleich. Geschlechtertrennung allerdings, religiös hergeleitete Hierarchien und Verachtung ggü. „Ungläubigen“, göttliches Recht lehne ich entschieden ab und nicht nur ich.

    Sie machen sich was vor, Herr Brux, wenn Sie glauben dass sich die Debatte um die religiöse Dimension des Islam dreht. Die Scharia, Herr Brux, ist politisch. Ist totalitär.

  5. Realist sagt:

    „Fordern Sie das auch von der katholischen Kirche?
    Sollen wir die Kirchen jetzt alle verschwinden lassen, damit niemand was von der katholischen Religionsausübung merkt, sollen die Bischöfe un die Pfarrer sich nicht mehr in Amtstracht zeigen, soll die Fronleichnamsprozession und sollen die öffentlichen Feierlichkeiten zu Ostern und Weihnachten verschwinden? Sollen die Christen keine sichtbaren Kreuze mehr tragen dürfen? Müssen Nonnen aus dem Stadtbild total verschwinden? Stellen wir die Passionsfestspiele in Oberammergau ein? Müssen die Kreuze an den Feldwegen verschwinden, aus den Klassenzimmern sowieso? “

    Ich find ihre Vergleiche einfach nur lustig Herr Brux. Ich wüsste nicht wo in der Bevölkerung eine grössere Abneigung gegen Nonnen herrscht oder gegen die Passionsfestspiele in Oberammergau. Und ausserdem gehören diese ganzen Kreuze und Kirchen zu unserer Kultur. Aber mit den Kopftüchern und Burkas haben die Menschen hier in Deutschland ja ganz offensichtlich Probleme. Die Menschen in Deutschland müssen nicht jede religiöse Perversion dulden und irgendwo muss auch mal schluss sein. Wenn unsere Gesetze diese ganzen Abartigkeiten erlaubt, dann muss unbedingt nachgebesert werden, denn anscheinen hat man das damals nicht bedacht. Das Wohl des Menschen muss immer über der Religion stehn und da muss der Staaten Grenzen setzen. Vorallem wenn die Muslime so laut nach Gleichberechtigung schreien, dann sollen sie auch gleich sein.

  6. Leo Brux sagt:

    Bassa Selim,
    schauen Sie sich an, wie die Muslime in Deutschland leben. Wie sieht denn da die Scharia aus? Wie sieht ihre Beziehung zu Gott aus? Wie entwickelt sich – von Generation zu Generation – das Verhältnis Mann und Frau?
    Schauen Sie es sich an!
    Aber genau das wollen Sie nicht: Hinschauen. In Ihrem Kopf erlauben Sie nur das Monsterbild von Islam, das Sie von anderen so gerne übernommen haben, weil es so schön erschreckend ist.

  7. Leo Brux sagt:

    Aha,
    „Realist“,
    Sie glauben, die Sache sei einfach nur eine Frage der Sympathie und Abneigung und eine Sache der Tradition. Überlegen Sie sich mal, was unsere Verfassung zu den Möglichkeiten der Gesetzgebung in Fragen der Religion sagt! Möchten Sie gern eine Gesetzgebung gemäß IHRER persönlichen Präferenzen? Das wäre nicht im Sinne des Allgemeinwohls.

    Wer, übrigens, definiert eigentlich das Wohl des Menschen für unsere Gesellschaft und Politik? Sie persönlich?

    Aber bitte, schlagen Sie doch mal ein paar solche Gesetze vor!

  8. Mika sagt:

    @Bassa Selim
    Was heißt Ihrer Meinung nach die Scharia? Und was bedeutet Sie?

  9. Bassa Selim sagt:

    @Mika
    Gegenfrage: Was halten Sie von der Inqusition ? War das eine grundsätzlich negative Erscheinung ? Sie wissen schon, dass diese nicht nur Strafrecht beinhaltete ?

    Wissen Sie, die Auffassung eines göttlichen Rechts, das den sozialen und politischen Alltag der Menschen regelt, ist mir für sich schon genug. Und damit meine ich nicht bloß die Hadd-Strafen, von der Auspeitschung bis zum Köpfen und Steinigen, die in erschreckend vielen Ländern der Erde heute angewendet werden.

    Nein, dass Gott weltliche Gesetze macht, lehne ich aus Prinzip ab.

  10. Leo Brux sagt:

    Bassa Selim,
    Sie haben also nicht verstanden, was Scharia ist.

    Glauben Sie im ernst, die Muslime in Deutschland oder Europa orientieren sich an einer Scharia, wie Sie sie sich als monströses Schreckbild vorstellen?

    Wer religiös ist, egal, um welche Religion es sich handelt, wird nach den Regeln seiner Religion den guten Weg gehen, den seine Religion vorschreibt oder empfiehlt.

    Sie kennen Lessings Ringparabel? – Nathan der Weise empfiehlt, man möge sich das Verhalten eines Menschen anschauen, wenn man seine Religion beurteilen wolle. Also, schauen wir uns das individuelle Verhalten der Christen und Muslime an – und urteilen wir individuell.

    Religiöse Menschen schneiden da im großen und ganzen generell nicht schlecht ab, meiner Erfahrung nach.

    Die Aufklärung beurteilt nicht DEN Islam, sondern die einzelnen Gläubigen, je nach ihrem tatsächlichen Verhalten.


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