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Norwegens Ministerpräsident Jens Stoltenberg, Trauergottesdienst nach dem Terroranschlag im norwegischen Oslo und Utoya, 2011

Ankündigung

Einführung türkişer Buchştaben

Das MiGAZIN fordert alle deuçen Medien auf, türkişe Namen mit dem jeweiligen türkişen Şriftzeichen zu şreiben. Und die Redaktion geht nicht nur als gutes Vorbild voran, sondern einen entşeidenden Şritt weiter…

VONEkrem Şenol

DATUM1. April 2011

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Seit einigen Tagen berişten deuçe Medien über die Zensur eines Buches in der Türkei. Der Autor: Ahmet Şık. So jedenfalls, wenn der Name korrekt geşrieben wird. Weil sich die hiesigen Medien aber auch im 50. Jahr des deuç-türkişen Anwerbeabkommens weigern, türkişe Namen mit den dazugehörigen türkişen Buchştaben zu şreiben, bekommt der Name des Autors1 – deuç bzw. falş geşrieben – eine ganz andere Bedeutung, die im wahrsten Sinne des Wortes unter der Gürtellinie eines Mannes liegt.

In diesem Zusammenhang erhält die integrationspolitişe Aufforderung an türkişe Migranten, verştärkt deuçe Medien zu konsumieren, eine ganz andere Brisanz. Jugendfrei wäre der Name so nicht mehr und familientaugliş ebenso wenig. Auf der anderen Seite wird auf das „accent grave“ im Namen des Bundesverteidigungsministers „Thomas de Maizière“ penibel geachtet.

Info: Die Korrekte Ausşprache der türkişen Buchştaben finden Sie bei Wikipedia.

Nach einer kontroversen und langen Beratung ist die MiGAZIN-Redaktion zu dem Entşluss gekommen, dass das eine offene Diskriminierung ist. So hat sie siş entşlossen, nicht nur als gutes Vorbild voranzugehen, sondern einen entşeidenden Şritt weiter: Ab kommenden Montag werden die deuçen Buchştabenketten „sch“ und „ch“ durch das gleichlautende türkişe „ş“, das „tsch“ durch das „ç“ ersetzt. Außerdem werden die im deuçen Alphabet nicht vorkommenden Buchştaben „ı“ und „ğ“ eingeführt und je nach Bedarf verwendet. Diese Ankündigung soll ein kleiner Vorgeşmack und eine kleine Eingewöhnung auf die neuen Buchştaben sein.

Çüss

  1. Şık, der Name des Autors, bedeutet wörtlich übersetzt eigentlich „Schick“  []
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9 Kommentare
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  1. Paulo sagt:

    Ist diese Seite nun für Migranten aus allen Ländern, oder nur noch für Türkisch/Moslemische Belange?

  2. Bleier sagt:

    @ Paulo
    Den Eindruck hat man schon länger.

    Aber hier wird es sich eher um einen Aprilscherz handeln. Und gar keinen so schlechten 🙂

  3. Non-EU-Alien sagt:

    @Paulo: ich würde mir wünschen für Migranten aus allen Ländern!!!!

  4. Jos. Blatter sagt:

    Guter Scherz!

  5. MoBo sagt:

    @ Paulo: wieso nur aus muslimischen Ländern? der Araber an sich hat doch keine lateinischen Buchstaben und kann das genauso wenig lesen wie wir. Aber vielleicht genauso drüber lachen.

  6. Boli sagt:

    Da haben die Türken aber Schwein gehabt das sie im letzten Jahrhundert das lateinische Alphabet übernommen haben. Sonst müsste man türkische Namen auf gut Glück niederschreiben. Nur könnte mir hier mal jemand verraten was die Deutschen dafür können das ein Name zur Sauerei wird wenn statt eines türkischen Buchstaben ein normaler Lateinischer verwendet wird?

  7. Wilma Held sagt:

    April, April ….

    Wer sich mit türkischen Buchstaben nicht auskennt, hat wohl richtige Schwierigkeiten !

    Insgesamt ein gelungener Artikel :-)))

  8. Dr. Rita Zellerhoff sagt:

    Sehr geehrter Herr Ekrem Şenol,

    Danke für den Aprilscherz, der mich noch einmal zur Suche nach türkischen Schriftzeichen animiert hat. Eine einfache Möglichkeit bietet das Keyboard-tr-Türkisch-Schreiben. Home-5goldig.de mit dem man alle türkischen Texte schreiben oder abschreiben und dann in beliebige Texte transportieren kann.
    Leider erlebe ich immer wieder, dass Menschen mit türkischen Wurzeln die Aussprache ihrer Namen an das Deutsche angleichen, um es z.B. der Lehrerin „einfacher“ zu machen. Der eigene Name hat aber einen hohen Stellenwert für das Selbstkonzept von Menschen, daher kann ich wohl von Lehrern wie auch von der öffentlichen Verwaltung erwarten, dass die Namen korrekt ausgesprochen und geschrieben werden, so wie das ja auch bei den hier heimisch gewordenen französischen Religionsmigrantinnen geschehen ist. Da ich häufig Sonderzeichen, wie z.B. das phonetische Alphabet in meiner Arbeit verwende, habe ich jedoch leider schon oft die Erfahrung gemacht, dass diese nicht korrekt beim Adressaten ankommen.
    Also hier mein erster Versuch mit der Virtuellen Tastatur Türkisch.

    Mit freundliche Grüßen

    Rita Zellerhoff



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