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Migration und Integration in Deutschland

Die Wirtschaft entschied über die Anzahl der angeworbenen Gastarbeiter wie über deren Verteilung innerhalb der Bundesrepublik.

Ursula Mehrländer, Ausländerpolitik im Konflikt, 1978

Baden-Württemberg

Weiter rückläufiger Ausländeranteil an Hochschulen

Fast jeder achte Studierende in Baden-Württemberg hat einen ausländischen Pass. Damit hat der seit 2004 anhaltende Rückgang das Niveau von 1999/2000 erreicht, meldet das Statistische Landesamt Baden-Württemberg.

Von den 275 000 Studierenden an baden-württembergischen Hochschulen stammten im Wintersemester 2009/10 fast 13 Prozent oder 34 930 aus dem Ausland. Im Bundesdurchschnitt beträgt der Ausländeranteil gut 12 Prozent. Der Ausländeranteil an baden-württembergischen Hochschulen wuchs seit Anfang der 90er Jahre kontinuierlich an, ist aber seit 2004 rückläufig: Im Wintersemester 2004/05 betrug er noch über 15 Prozent und hat im Wintersemester 2009/10 wieder das Niveau von 1999/2000 erreicht.

China und Türkei am stärksten vertreten
Den höchsten Anteil unter den ausländischen Studierenden an baden-württembergischen Hochschulen hatten in nahezu gleichem Maße die Studierenden aus China (3 607) und aus der Türkei (3 580). Drei Viertel der türkischen Studierenden haben die Hochschulzugangsberechtigung in Deutschland erworben. Studierende aus China und der Türkei stellten zusammen über ein Fünftel aller ausländischen Studierenden an baden-württembergischen Hochschulen. Nur 2 364 oder knapp 7 Prozent aller ausländischen Studierenden an baden-württembergischen Hochschulen stammten aus den angrenzenden Nachbarländern (Frankreich, Schweiz, Österreich).

Ingenieurwissenschaften beliebt
Ein Viertel aller ausländischen Studierenden belegte einen Studiengang innerhalb der Fächergruppe Ingenieurwissenschaften. Fast 38 Prozent der chinesischen Studierenden und fast ein Drittel aller Studierenden mit türkischer Staatsangehörigkeit belegten ingenieurwissenschaftliche Fächer.

Gut 23 Prozent aller ausländischen Studierenden wählten Fächer innerhalb der Fächergruppe Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Erst danach folgen Sprach- und Kulturwissenschaften (gut 19 Prozent) und Mathematik/Naturwissenschaften (fast 18 Prozent). In den Lehramtsstudiengängen war der Ausländeranteil im Wintersemester 2009/10 mit gut 3 Prozent auffällig gering.

In Relation zur Gesamtstudierendenzahl hatten ausländische Studierende in den kunstwissenschaftlichen Studiengängen den größten Anteil. Einer von fünf Studierenden in dieser Fächergruppe hatte im Wintersemester 2009/10 keinen deutschen Pass. Jeder dritte Studierende an einer Kunst- und Musikhochschule war im Wintersemester 2009/10 ausländischer Herkunft (fast 34 Prozent).

50 Prozent Frauenanteil
Der Frauenanteil aller ausländischen Studierenden lag exakt bei 50 Prozent. Bei den Studierenden aus der Russischen Föderation und der Ukraine handelte es sich zu drei Vierteln um Frauen. Einen vergleichsweise sehr geringen Frauenanteil wiesen dagegen die Studierenden aus afrikanischen Ländern (26 Prozent) auf. Auch aus Nationen wie der Türkei (41 Prozent) und Griechenland (44 Prozent) studierten erkennbar mehr Männer als Frauen in Baden-Württemberg. (eb)

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