MiGAZIN

Migration und Integration in Deutschland

[Die Verhinderung der Sesshaftmachung] würde den Vorteil haben, dass das Interesse an einer Familienzusammenführung zurückgeht und damit uns erheblich geringere Infrastrukturkosten entstehen würden.

Ein Vertreter der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, Weber, 1974

Kinderarmut

Alleinerziehende Migranten besonders betroffen

Anlässlich des Weltkindertages warnt der Berliner Kinderschutzbund vor steigender Kinderarmut mit Berlin als Spitzenreiter. Besonders betroffen sind Alleinerziehende mit Migrantionshintergrund.

Kinderarmut ist in der ganzen Bundesrepublik keine Randerscheinung, in Berlin ist sie alarmierend hoch. Zum fünften Mal ist Berlin Spitzenreiterin in der Bundesrepublik. Der Kinderschutzbund berichtet, dass die Zahl der hilfebedürftigen Kinder unter 15 Jahren im vergangenen Jahr wieder angestiegen ist.

Angesichts der prekären Lage, fordert der Berliner Kinderschutzbund von den Verantwortlichen, endlich geeignete Maßnahmen zu ergreifen. „Wenn wir nicht umgehend gezielt etwas gegen Kinderarmut unternehmen, geben wir den Großteil einer ganzen Generation verloren“, sagte Sabine Walther gestern auf einer Pressekonferenz in Berlin anlässlich des Weltkindertages. Besonders betroffen sind Kinder von Alleinerziehenden und mit Migrationshintergrund.

Für Elfi Jantzen, familienpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, bedeutet das Leben in Armut für Kinder „dramatisch weniger Chancen auf Teilhabe an sozialen und kulturellen Aktivitäten, auf ein Leben in Gesundheit und auf einen guten Schulabschluss. Wer aus finanziellen Gründen an Klassenfahrten und Ausflügen nicht teilnehmen kann, wird diskriminiert und gesellschaftlich ausgegrenzt.“

Bildungs- und Teilhabechancen verbessern
Wichtig sei es, die Bildungs- und Teilhabechancen zu verbessern. Dazu brauche es ressortübergreifende Maßnahmen zur Bekämpfung und Verhinderung von Kinderarmut in Berlin. „Angebote für Kinder und Familien, wie beispielsweise Kindertagesstätten, Familienbildung, Familienberatung etc. müssen stärker auf den Bedarf armer und sozial benachteiligter Kinder ausgerichtet werden. Kinder, die unter Bedingungen von Armut oder in prekären Situationen aufwachsen, brauchen gute Kitas und Schulen, die sie viel früher als bisher individuell und ganzheitlich fördern sowie Ungerechtigkeiten beim Erwerb von Bildung abbauen“, so Jantzen.

Insbesondere Eltern in prekären Verhältnissen und mit Migrationshintergrund müssten besser mit Beratungs- und Unterstützungsangeboten erreicht werden, damit sie Aufklärungsangebote stärker annehmen und die Kinder frühzeitig zur Kita schicken, um den Teufelskreis von schlechter Bildung und Armut zu überwinden.

Testen Sie den kostenlosen MiGAZIN Newsletter:
Bitte beachten Sie unsere Netiquette. Vielen Dank!

Ihr Kommentar dazu:

MiGAZIN

Ziel und Zweck von MiGAZIN ist die Förderung der politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Partizipation von Migrant(inn)en in der Aufnahmegesellschaft. In diesem Sinne soll MiGAZIN die Kommunikation fördern und füreinander sensibilisieren. Mehr über uns...

MiGMACHEN

Die Redaktionsmitglieder von MiGAZIN haben vor allem eins gelernt: Wer über sein Wissen und seine Erfahrungen schreibt, lernt immens dazu. Die kritische Diskussion mit Lesern eröffnet neue Horizonte. Daher hat das MiGAZIN-Team die Aktion-MiGMACHEN ins Leben gerufen. Hier bieten wir allen Interessierten die Möglichkeit, MiGAZIN als Autor, Pate oder Jungautor mitzugestalten. Nähere Informationen...

GRIMME Online Award 2012

    Begründung der Jury: "Über Migranten und Migration wird in Deutschland viel gesprochen. Vor allem von Deutschen. Im Chor der vielen und oft sehr lauten Stimmen fehlen aber zumeist die der Migranten. Und genau diese Lücke füllt das MiGAZIN mit qualitativ hochwertigen Texten und verständlicher Berichterstattung." Weiter ...