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Migration und Integration in Deutschland

Gedenken an Holocaust Teil unserer gemeinsamen Leitkultur.

Armin Laschet, Nordrhein-Westfälischer Integrationsminister, MiGAZIN, 28. Januar 2010

Serkan Tören

Setzt euch mit dem Nationalsozialismus auseinander!

„Die besondere Verantwortung für die Geschichte unseres Landes ist kein nationales Eigentum“, stellt Serkan Tören fest und fordert Migranten auf, den Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus zu nutzen, um sich mit der Geschichte Deutschlands auseinanderzusetzen. Eine Emnid-Umfrage zeigt, dass die meisten Türken das ähnlich sehen.

DATUM27. Januar 2010

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RESSORTPolitik

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„Die besondere Verantwortung für die Geschichte unseres Landes ist kein nationales Eigentum sondern gilt für alle in Deutschland lebenden Bürgerinnen und Bürger. Dabei spielen die Herkunft und die religiöse Zugehörigkeit keine Rolle“, sagte Serkan Tören, der integrationspolitische Sprecher der FDP- Bundestagsfraktion anlässlich des Gedenktages an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar.

Es sei erschreckend, dass Antisemitismus und Holocaustleugnung immer noch nicht aus unserer Gesellschaft verschwunden seien. Dabei sei auch bei jungen Einwanderern oft eine kritische Haltung zum Holocaust und zum Staate Israel zu beobachten.

„Ich möchte daher nicht nur die Deutschen, sondern insbesondere auch Migrantinnen und Migranten dazu ermutigen und auffordern, den Gedenktag zu nutzen und sich mit der Geschichte Deutschlands auseinanderzusetzen. Das ist für unsere Einwanderungsgesellschaft Pflicht und Chance zugleich, wertvolle Lehren zur Verhinderung von Diskriminierung, Rassismus und Ausgrenzung zu ziehen“, so Tören.

Türken sehen Holocaust als ihre eigene Angelenheit
Eine Befragung des Meinungsforschungsinstituts Emnid brachte erst kürzlich zutage,dass etwa die Hälfte aller Türkischstämmigen in Deutschland ähnlich wie Tören der Ansicht sind, dass die intensive Beschäftigung mit der Judenverfolgung „eine Sache aller in Deutschland lebenden Bürger“ ist. Lediglich 15 Prozent halten sie für eine exklusive Aufgabe von Bürgern deutscher Herkunft.

Auch empfinden Türkischstämmige mehrheitlich Empathie mit den Opfern und etwa die Hälfte halten eine Wiederholung der Zustände zu Zeiten des Nationalsozialismus für möglich. Auf die Frage, ob die heute in Deutschland lebenden Türken einen ähnlichen Druck ertragen müssen, wie die Juden in Deutschland vor ihrer Verfolgung, antworteten nur 15 Prozent der Befragten mit „sehr-“ oder „eher richtig“, 20 Prozent finden sie „eher falsch“, 58 Prozent sogar „völlig falsch“.

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