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Migration und Integration in Deutschland

Wenn ich mir die Hauptschulen in Ballungszentren anschaue, sehe ich es als zentralen bildungspolitischen Auftrag für diese Schulart, dass sie […] Schülern ein niederschwelliges Bildungsangebot macht […]. Gerade für Jugendliche mit Migrationshintergrund.

Präsident der Kultusministerkonferenz Ludwig Spaenle (CSU), taz, 20. Januar 2010

Rheinland-Pfalz

Sprachförderung vor der Einschulung in Kindertagesstätten

Die vor drei Jahren flächendeckend gestartete zusätzliche Sprachförderung vor der Einschulung in den Kindertagesstätten kommt im Kindergartenjahr 2009/2010 insgesamt mehr als 18.000 Kindern zugute.

„Der hohe Stellenwert, den die Sprachförderung in den Kindertagesstätten, bei den Erzieherinnen und Erziehern, den Trägern der Kindertagesstätten und Jugendämtern und insbesondere auch bei den Eltern genießt, wird aber nicht nur in dieser hohen Zahl von teilnehmenden Kindern deutlich. Auch die Qualifizierung von Sprachförderkräften, die im Jahr 2008 mit einem landesweiten Qualitätsrahmen auf einem hohen Niveau festgeschrieben worden ist, hat erfreulicherweise eine hohe Nachfrage und Akzeptanz“, unterstrich Bildungs- und Jugendministerin Doris Ahnen anlässlich der heutigen Abschlussveranstaltung des Qualifizierungsprojektes „Sprache – Schlüssel zur Welt“. Mit dem Ende des Projekts stehen nun landesweit rund 1.000 zusätzliche Expertinnen und Experten mit dem Zertifikat „Sprachförderkraft“ zur Verfügung.

Im Rahmen des Projekts wurde ein landesweites Netz von Weiterbildungsanbietern geschaffen. Landesweit führen aktuell 51 Fortbildungsanbieter Qualifizierungsmaßnahmen für Sprachförderkräfte durch, die auf dem 2008 zwischen Land, Kommunen, Kirchen und Wohlfahrtsverbänden vereinbarten Qualitätsrahmen basieren. „Die bislang ausgewerteten Rückmeldungen von fast 2.400 Teilnehmerinnen und Teilnehmern an den Qualifizierungen liefern ein sehr positives Bild. Die Kompetenz der Referentinnen und Referenten, die die Qualifizierungsmaßnahmen leiteten, wurde beispielsweise in deutlich mehr als 96 Prozent aller Rückmeldungen als gut oder sehr gut eingestuft“, lobte die Ministerin die Fortbildungsanbieter. Die ausgewerteten Rückmeldungen ergaben des Weiteren, dass mehr als 98 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Qualifizierungsmaßnahmen weiterempfehlen würden.

Mit diesen Qualifizierungsmaßnahmen erhalte das flächendeckende Sprachförderprogramm in den Kindertagesstätten, das 2006 im Rahmen des Landesprogramms „Zukunftschance Kinder – Bildung von Anfang an“ gestartet worden ist und vom Land mit sechs Millionen Euro jährlich ausgestattet wird, einen zusätzlichen Qualitätsschub, betonte Doris Ahnen. Nachdem im ersten Jahr mehr als 11.000 Kinder von den Angeboten für eine zusätzliche intensive Sprachförderung zum Ende der Kindergartenzeit profitiert hätten, sei diese Zahl bereits 2007 auf fast 15.000 Kinder und 2008 nochmals auf mehr als 17.300 Kinder gestiegen. Zum jetzigen Kindergartenjahr würden nach den Planungen der 41 Jugendämter im Land nun mehr als 18.000 Kinder im letzten und im vorletzten Kindergartenjahr zusätzlich zur normalen Bildungs- und Erziehungsarbeit in den Kindergärten in ihrer Sprachentwicklung gefördert.

Mehr Informationen im Internet unter: www.kita.bildung-rp.de und unter www.sprachfoerderkraefte.de

„Im neuen Kindergartenjahr werden in 1.903 Basis- und 470 Intensiv-Förderkursen landesweit Kinder in ihrer Sprachentwicklung gezielt unterstützt“, fasste Doris Ahnen zusammen. Ein Blick in die Statistik zeige dabei, dass damit – wie schon in den Vorjahren – zum einen rechnerisch alle Kinder mit Migrationshintergrund, die sich im letzten Kindergartenjahr befinden, eine zusätzliche Sprachförderung erhalten könnten und erhalten sollten. Während diese Gruppe in den Intensivkursen mehr als zwei Drittel aller Plätze belege, sei in den Basiskursen der Anteil der Kinder mit deutscher Herkunftssprache mittlerweile auf mehr als 56 Prozent geklettert. „Sehr erfreulich ist zum anderen, dass die vom Land gewünschte Ausweitung der zusätzlichen Sprachförderangebote auf jüngere Kinder vor Ort positiv aufgenommen wurde. Der Anteil der Drei- und Vierjährigen, die an speziellen Sprachförderungen teilnehmen, liegt mittlerweile bei mehr als 27 Prozent aller Kinder in diesen Angeboten“, hielt die Bildungs- und Jugendministerin fest.

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