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Migration und Integration in Deutschland

Die Umstellung darauf, dass jetzt die Ausländer die Überlegenen sind, da sie wenigstens einen Arbeitsplatz besitzen, ist für viele nicht nachvollziehbar.

Friedrich Landwehrmann, Strukturfragen der Ausländerbeschäftigung, 1969

Türkische Presse Europa

22. und 23.11.2009 – Mölln, Islam, Özdemir, Sarrazin

Die Europaausgaben türkischer Tageszeitungen berichten über den 17. Jahrestag des Hausbrands in Mölln und über eine Studie in acht Europäischen Ländern über Religion, Integration und Migration. Außerdem werden die Ermittlungsergebnisse im Fall Sarrazin mitgeteilt.

DATUM24. November 2009

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RESSORTTürkische Presse Europa

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23.11.2009

„Woher kommst Du?“ sollte nicht gefragt werden
Unter dieser Schlagzeile berichtet die SABAH über ein Interview des Grünen-Vorsitzenden Cem Özdemir mit der Presse am Sonntag. Cem Özdemir habe gesagt: „Vielleicht sollten wir uns viel weniger mit der Frage des ‚Woher kommst du‘ beschäftigen als mit der Frage ‚Was verbindet uns?‘
Zu Thilo Sarrazin habe Özdemir gesagt, dass es nicht gehe, dass man ganze Bevölkerungsgruppen als Vertreter einer Ethnie adressiert und diffamiert. Er, Cem Özdemir, sei ein Bürger, der Richtiges und Falsches tue, aber er sei kein Vertreter des Islam, der Türkei, auch nicht der türkischstämmigen Bevölkerungsgruppe. Das Kollektiv-Adressieren von Bevölkerungsgruppen sei erstaunlich populär in Deutschland.

Die Hälfte der Europäer wollen keine Muslime
Eine Studie, die in acht Ländern der Europäischen Union durchgeführt wurde, habe besorgniserregendes zutage gebracht. Danach sind 54,4 Prozent der Europäer der Ansicht, dass der Islam keine tolerante Religion ist und 31,3 Prozent sind sogar der Ansicht, dass Europäer etwas besseres sind als Schwarze. Und die Hälfte aller Befragten hätten auf die Frage, ob die Grenzen dicht gemacht werden sollen, mit „ja“ geantwortet. Hierüber berichtet die ZAMAN und räumt den Einschätzungen von Grünen-Chef Cem Özdemir Raum ein, der sich über die weit verbreiteten Vorurteile besorgt zeige.

Mölln vor 17 Jahren
MILLIYET und HÜRRIYET erinnern an den Brand in Mölln vor 17 Jahren, bei der drei Menschen ums Leben kamen. Heute werde am Haus eine Gedenkveranstaltung stattfinden und der Opfer gedacht. Am 23. November 1992 wurde am Haus, in der Türken lebten, von zwei rechtsradikalen Tätern Feuer gelegt. Die beiden Täter seien zu lebenslanger bzw. zu 10 Jahren Jugendstrafe verurteilt worden. Heute seien beide Täter auf freiem Fuß und lebten an einem Ort, die geheim gehalten werde.

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3 Kommentare
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  1. NDM sagt:

    „MILLIYET und HÜRRIYET erinnern an den Brand in Mölln vor 17 Jahren“

    http://de.wikipedia.org/wiki/Mordanschlag_von_M%C3%B6lln
    „Der Mordanschlag von Mölln war ein Brandanschlag in der Nacht auf den 23. November “

    http://endstation-rechts.de/index.php?option=com_k2&view=item&id=4063:sieben-verletzte-bei-brandanschlag-auf-asylbewerberheim&Itemid=584

    „Im erzgebirgischen Schneeberg legten bislang unbekannte Täter in der Nacht vom 22.11. zum 23.11. Feuer in einem Asylbewerberheim.“

    Es mag sich um einen Zufall handeln – vielleicht auch nicht… Hoffen wir, dass die Ermittlungen näheres in Erfahrung bringen.

  2. municipal sagt:

    @ NDM

    Richtig. Setzen wir auf die Ermittlungen der Behörden. Und konstruieren wir nicht direkt solche „Zusammenhänge“, die ja hilfreich zum Thema Deusche/Rassisten wären.

    Die Nazi-Schmierereien an einer Dresdner Synagoge vor zwei Wochen stammten übrigens von einem 39-jährigen Algerier.

  3. NDM sagt:

    Deutsche? Das waren seinerzeit Neonazis. Die stehen übrigens auf Jahrestage.



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