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Migration und Integration in Deutschland

Wenn mir etwas Sorge macht, dann nicht Sarrazins Buch, das ich für das absurde Ergebnis eines Hobby-Darwins halte. Viel mehr Sorge macht mir, dass dieser Rückgriff auf die Eugenik in unserem Land gar nicht mehr auffällt, ja mehr noch: als »notwendiger Tabubruch« frenetisch gefeiert wird.

Sigmar Gabriel (SPD-Chef), Die Zeit, 16.09.2010

Armin Laschet

Sie haben das Potenzial für den Aufstieg!

Sie sagen von sich selber: „Ich bin ein Potenzial!“ – und sie haben Potenzial: Junge Menschen mit Zuwanderungsgeschichte, die selbstbewusst ihren Weg gehen und beruflich erfolgreich sind. Nach einem Treffen mit Mitgliedern der Gruppe „Potenziale“ sagte Integrationsminister Armin Laschet in Düsseldorf: „Sie verkörpern genau das, wofür ich werbe: den Aufstieg in unserem Land. Sie zeigen, er ist möglich! Mit ihrem Vorbild machen sie Anderen Mut.“

Im Gespräch mit der Gruppe „Potenziale“ ging es um die Chancen von Jugendlichen mit Zuwanderungsgeschichte auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt. Die jungen Zugewanderten waren sich einig: Kompetenzen von Jugendlichen mit Zuwanderungsgeschichte werden immer noch weniger wahrgenommen als ihre vermeintlichen Defizite. Das gilt in der Schule und in der Wirtschaft. Aber sogar viele Eltern und Jugendliche selbst denken so. Mehrsprachigkeit, die Fähigkeit, Perspektiven wechseln zu können, oder mit unterschiedlichen Kulturen flexibel umgehen zu können, werden nur selten wertgeschätzt und schon gar nicht positiv hervorgehoben.

„Dass junge Menschen mit Zuwanderungsgeschichte selbst mit guten und sehr guten schulischen Leistungen schlechtere Chancen auf dem Ausbildungsmarkt haben, ist nicht hinnehmbar“, sagte Laschet. „Schauen Sie genauer hin!“, appelliert Laschet an alle Unternehmensverantwortlichen. Es sei im eigenen Interesse jedes Betriebes, die Kompetenzen der Jugendlichen zu nutzen. „Wenn ich Arbeitgeber wäre, würde ich mich um diese jungen Menschen reißen, die ich heute getroffen habe. Und sie sind nicht die Einzigen bei uns im Land!“

„Potenziale“ ist eine Gruppe beruflich erfolgreicher junger Menschen mit Zuwanderungsgeschichte, die sich auf Initiative des Landes Nordrhein-Westfalen und der RAA-Hauptstelle (Regionale Arbeitsstelle für Kinder und Jugendliche aus Zuwandererfamilien) zusammengeschlossen hat und landesweit für bessere Berufschancen für Menschen mit Zuwanderungsgeschichte eintritt.

Kurzfilme, Porträts, Material und weitere Informationen gibt es auf der Homepage www.potenziale-nrw.de.

Die Mitglieder der Gruppe informieren Jugendliche und deren Familien über eigene Erfahrungen, den beruflichen Werdegang, über Aufstiegsmöglichkeiten, Hindernisse und Probleme beim Übergang von der Schule in den Beruf und über Unterstützungsmöglichkeiten. In Gesprächen mit Vertretern von Wirtschaft und Verwaltung werden die Ausbildungschancen für Jugendliche aus Zuwandererfamilien thematisiert. Auf Veranstaltungen, Messen und Ausstellungen arbeiten die Vertreterinnen und Vertreter von „Potenziale“ mit den Agenturen für Arbeit, Kammern, Betrieben, Arbeitgeberverbänden, Gewerkschaften und Migrantenselbstorganisationen zusammen. Besonders hervorzuheben ist auch die eigene, sehr erfolgreiche Veranstaltung, der jährlich stattfindende Zukunftskongress „Zugewanderte: Gewinn für Arbeitgeber“.

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