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Migration und Integration in Deutschland

Durch die Möglichkeit der Beschäftigung ausländischer Arbeitnehmer in solchen [einfachen, manuellen] Positionen hat sich die Chance der deutschen Arbeiter, sich beruflich weiterzuentwickeln und in der Betriebshierarchie aufzusteigen zweifellos verbessert.

Bundesanstalt für Arbeit, Repräsentativuntersuchung ’72 über die Beschäftigung ausländischer Arbeitnehmer…, 1973

Hessen

Enquete-Kommission zu Einwanderung und Integration beschlossen

Der hessische Landtag hat die Einsetzung einer Enquete-Kommission zu Einwanderung und Integration beschlossen. Die Kommission aus Experten und Abgeordneten soll in den nächsten zwei Jahren Chancen und Risiken von Einwanderung und Integration gründlich erfassen und analysieren.

Griff in die Mottenkiste des Kalten Krieges
So einstimmig sich die Fraktionen auch zeigten, ganz reibungslos verlief die Abstimmung allerdings nicht. Der Landtag musste über zwei Anträge entscheiden; ein gemeinsamer von CDU, FDP, SPD und Grünen sowie ein wortgleicher der Linkspartei. Die CDU war nicht bereit, den parteiübergreifenden Antrag, der von der Linksfraktion mit unterzeichnet werden sollte, mitzutragen. Die drei anderen Fraktionen hatten sich dieser Verweigerung gebeugt, so dass die Linkspartei einen wortgleichen eigenen Antrag vorlegen musste.

Zunächst bekam der fraktionsübergreifende Antrag eine Mehrheit. Anschließend wurde auch über Vorlage der Linken abgestimmt. Mit Ja-Stimmen von Linkspartei, SPD und Grünen bekam auch er eine Mehrheit, CDU und FDP enthielten sich diesmal.

Infobox: 1,46 Millionen – fast jeder Vierte – haben in Hessen einen Migrationshintergrund. Bei Kindern ist der Anteil höher: 34 Prozent der Kinder zwischen drei und sechs in hessischen Kitas stammen aus Migrantenfamilien. 775 000 Menschen mit Migrationshintergrund besitzen einen deutschen Pass; 685 000 sind Ausländer.

„Es ist eine Farce und läuft auf Kosten der Betroffenen, dass die CDU immer noch nach dem Motto handelt: Was nicht sein darf, das nicht sein kann. Es hilft nicht, sich die Zipfelmütze über Augen und Ohren zu ziehen und wie die drei Affen zu handeln, – nur, um sich nicht damit konfrontieren zu müssen, dass Die Linke parlamentarische Kraft ist“, erklärte Barbara Cardenas, migrationspolitische Sprecherin der Linksfraktion und fügte hinzu: „Ich habe als migrationspolitische Sprecherin bis heute an der Vorbereitung dieses Vorhabens verantwortungsvoll mitgearbeitet, – was übrigens auch von keiner Seite bestritten wird. Das Vorgehen der CDU wird von uns als Griff in die Mottenkiste des Kalten Krieges verurteilt.“

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2 Kommentare
Diskutieren Sie mit!»

  1. Non-EU-Alien sagt:

    Integration und Einbürgerung sind weitestgehend Ländersache. Soweit so gut, aber so lange die Rahmenbedingungen vom Bund nicht geändert werden, werden solche Initiativen (so sehr sie auch willkommen sind) voraussichtlich in 2 Jahren nur in einem Abschlußdokument enden, der im Bund „zur Kenntnis genommen wird“.

  2. Akkordix sagt:

    Klar wird dabei nix rauskommen! Ich bin es langsam leid, jeden Tag von Hunderten von Abgeordneten verarscht zu werden: „Islamophobie“: Oh, mein Gott!!!!!!!! Es geht doch nur darum, die Daseinsberechtigung der Abgeordneten zu begründen mit so einem Quatsch.
    Wenn unseren Sch… -Politikern nicht fast jeden Tag ein neuer „Dreck“ einfallen würde, könnte man nämlich mit der Entlassung von mindestens 200 Abgeordneten einen RIESEN-HAUFEN an Steuergeldern sparen!!!!



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