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Migration und Integration in Deutschland

[Die Verhinderung der Sesshaftmachung] würde den Vorteil haben, dass das Interesse an einer Familienzusammenführung zurückgeht und damit uns erheblich geringere Infrastrukturkosten entstehen würden.

Ein Vertreter der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, Weber, 1974

Wahlen 2009

20 Bundestagsabgeordnete mit Migrationshintergrund

20 Bundestagsabgeordnete mit Migrationshintergrund werden in den kommenden vier Jahren im Bundestag sitzen. Sechs Politiker stellen die Grünen auf, fünf die Linke, jeweils vier die SPD und die FDP. Die stärkste Fraktion im Bundestag, die Union, stellt einen Abgeordneten.

Agnieszka Malczak, BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN

Studentin

Ich wurde 1985 in Liegnitz (Polen, Niederschlesien) geboren; 1989 kurz vor dem Mauerfall, kam meine Familie nach Deutschland; aufgewachsen bin ich in Dortmund; wo ich im Mai 2004 mein Abitur am Mallinckrodt-Gymnasium, einer katholischen Privatschule, mit der Note 1,5 abgelegt habe; 2004 hat es mich nach Baden-Württemberg verschlagen; ich studiere seit dem Wintersemester 2004 recht erfolgreich Politikwissenschaft, Philosophie und Öffentliches Recht im Magisterstudiengang an der Universität Tübingen; seit April 2006 bin ich Stipendiatin der Heinrich-Böll-Stiftung; mein Studium nähert sich dem Ende; ich bin ledig, aber langfristig gebunden.

Als sehr politischer und zum kritischen Hinterfragen erzogener Mensch bin ich 2004, noch in Dortmund, Mitglied von BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN und der GRÜNEN JUGEND geworden; damals war es mir wichtig, mitgestalten und -diskutieren zu können, statt sich nur über politische Entscheidungen zu ärgern.

Neben der Mitorgansation und -durchführung diverser Wahlkämpfe in Dortmund und Tübingen (Kommunal-, Europa-, Landtags-, OB-Wahl); war ich auf fast allen Parteitagen (sowohl auf Landes- wie auf Bundesebene) der letzten Jahr als Delegierte fast immer präsent.

U.a. Teilnahme am Planspiel “Jugend und Parlament” des Deutschen Bundestages auf Einladung von Markus Kurth, MdB, Oktober 2004; Teilnahme am Traineeprogramm von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN mit dem Trainer Boris Palmer, damals noch Landtagsabgeordneter, heute Oberbürgermeister in Tübingen, 2005; Mitglied des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA) an der Universität Tübingen.

Jerzy Montag, BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN

Rechtsanwalt

Geboren am 13. Februar 1947 in Kattowitz; verheiratet, zwei Kinder (in Polen geboren).

1966 Abitur am Mollgymnasium Mannheim. 1966 bis 1973 Studium der Soziologie und politischen Wissenschaften, Jurisprudenz an den Universitäten Heidelberg, Mannheim und München, 1973 erstes juristisches Staatsexamen, 1975 zweites juristisches Staatsexamen.Seit 1975 freiberuflicher Rechtsanwalt in München, Fachanwalt für Strafrecht.

Mitglied im Deutschen Anwaltsverein, der Initiative bayerischer Strafverteidigerinnen und Strafverteidiger und im Republikanischen Anwältinnen- und Anwaltsverein. Mitglied im Bund Naturschutz.

Mitglied von Bündnis 90/Die Grünen seit 1984, 1990 bis 1998 verschiedene Parteiämter auf kommunaler Ebene, 1999 bis 2002 Landesvorsitzender des Landesverbandes Bayern.

Mitglied des Bundestages seit 2002; rechtspolitischer Sprecher der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen.

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39 Kommentare
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  1. Hallo,
    Sie haben noch Raju Sharma und Niema Movassat(die Linke) und Dr. Bijan Djir-Sarai (FDP) übersehen.
    Unter Beachtung auch der familialen Verknüpfungen haben wir also 14 Abgeordnete. Das entspricht dann 2,25 % der Abgeorrneten. Die türkischstämmige Bevölkerungsminderheit ist nur durch drei abgeordnete vertreten.

  2. Aziz sagt:

    Also wenn Michaela Noll mitzählt, dann gibt es noch einen weiteren Abgeordneten mit Migrationshintergrund. Swen Schulz aus Berlin-Spandau hat eine spanische Mutter… nur so zur Info.

  3. Anne sagt:

    Das bedeutet aber auch, dass es den jeweiligen Parteien keinen sicheren Listenplatz wert war, erfahrene Politiker wie Özdemir, Akgün und Mutlu wieder im Parlament zu sehen. Da kann ich Akgün verstehen – autsch.

  4. Der Fachmann sagt:

    Marc Mulia (Die Linke) sollte auch noch mitgenommen werden. Sein Vater kommt aus Indonesien!

  5. Der Fachmann sagt:

    Doch nicht. Musste gerade nachlesen, dass er nicht ins Parlament kam. Es fehlten ein paar hundert Stimmen zum Glück…

  6. Johanna sagt:

    Der Beste in meinen Augen ist

    Dr. Philipp Rösler MdL (FDP) Niedersachsen
    Landesvorsitzender
    Stv. Ministerpräsident
    Minister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr

  7. Sabine v.C. sagt:

    Naja, er ist ein bissel jung… Ausserdem würde ich den nicht als Mihigru bezeichnen, da er in einem rein deutschen Elternhaus sozialisiert wurde. Deshalb macht er ja auch keine „Vietnampolitik“ :-), so wie insbesondere die Türken fast ausschließlich Klientelpolitik machen.

  8. Mensch mit Migrationshintergrund mit nicht eigener Migrationserfahrung sagt:

    Türken machen also Klientelpolitik. Ist doch sehr erfrischend, wenn man beachtet das bis dato Bio-Deutsche Politiker auch nur Klientelpolitik betreiben, Bio-Deutsches Klientel versteht sich..

  9. nurai sagt:

    @wSabine v.C.:Definition „Migrationshintergrund“ sagt nichts über deine kulturelle sozialisation aus, hier geborene, adoptierte, binationale werden statistisch als „Mensch mit Migrationshintergrund“ geführt …

    ein paar Abgeordnete:

    Agnieszka Malczak (Grüne)
    Polen

    Richard Pitterle Linke
    „Ich wurde am 2.3.1959 in der nordböhmischen Industriestadt Most (Tscheche) geboren. Mein Vater ist Sudetendeutscher. Meine Mutter ist Tschechin. “
    http://www.pitterle.die-linke-bw.de/

    Pascal Kober, FDP
    Mein Vater wurde im Riesengebirge (heute Republik Tschechien) geboren und wuchs im Allgäu auf. Meine Mutter ist französischsprachige Belgierin.
    http://www.pascal-kober.net

    Anrej Hunko, Linke
    ????

    Oliver Luksic FDP
    wahrscheinlich die Eltern Bosnier????

  10. Markus Hill sagt:

    Ich glaube, dass nur gemeint war, dass er neutral mit deutschen Pass keine erkennbare Poltik betreibt, bei der seine Herkunft eine Rolle spielt. Wie jeder andere Politiker ohne Migrationshintergrund. Hier sind ja unten noch andere Namen von solchen Politikern, die keinerlei Probleme mit dieser Haltung haben. Die meisten Bürger empfinden das wohl eher als angenehm, neutral, dem Gemeinwohl verpflichtet (keiner bestimmten Migrantengruppe verpflichtet). Wenn deutsche Poltiker für deutsche Bürger in Deutschland Politik betreiben, passt der Begriff „Klientelpolitik“ nicht. Das muss keineswegs heissen, dass die Interessen von Migranten vernächlässigt werden.


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