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Migration und Integration in Deutschland

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Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister, Anlässlich „50 Jahre deutsch-türkisches Anwerbeabkommen“, 28.03.11, Hannover

Schwarzarbeit

Migrantinnen als Plfegerinnen in Privathaushalten

Im Bereich der Pflege von Angehörigen, ihre Betreuung und Unterstützung sei ein neuer „irregulärer“ Arbeitssektor entstanden. In zunehmendem Maße würden solche Dienste derzeit von Migrantinnen in Privathaushalten in NRW und in Deutschland insgesamt geleistet. Diese Problematik trägt die Landtagsabgeordnete Barbara Steffens (Die Grünen) in einer Kleinen Anfrage vor und möchte von der nordrhein-westfälischen Landesregierung wissen, wie sie damit umgeht.

„Insbesondere die Pflege von Angehörigen, ihre Betreuung und Unterstützung kann vielfach nur noch durch ausländische, in aller Regel weibliche Arbeitskräfte, gesichert werden. Die Frauen stammen überwiegend aus Osteuropa und leisten als sogenannte „Live-Ins“ rund um die Uhr personen- und haushaltsnahe Dienstleistungen in Privathaushalten. In den überwiegenden Fällen verfügen die migrantischen Arbeitskräfte nicht über eine Arbeitserlaubnis. Sie haben damit keinen Arbeitsschutz und sind ebenso wenig sozialversichert“, so Steffens.

Begründet werde die steigende Nachfrage nach Migrantinnen in Haushalten mit Pflegebedürftigen meist mit der steigenden Erwerbsbeteiligung von Frauen und den damit verbundenen Rückgang an Pflegepersonen für die häusliche Pflege. Zudem sei für die meisten Pflegebedürftigen eine professionell durch einen Pflegedienst erbrachte „rund-um-die-Uhr“ Pflege und Begleitung kaum finanzierbar. Deshalb werde vielfach in der Einstellung einer osteuropäischen Haushaltshilfe die einzige Möglichkeit gesehen, auch weiterhin in der eigenen Wohnung leben und den Umzug in ein Pflegeheim vermeiden zu können. Kaum thematisiert werde dabei die gesellschaftliche Unterbewertung sowie Unterbezahlung dieser Arbeiten.

Steffens weiter: „Exakte Zahlen darüber, wie viele Migrantinnen in deutschen Haushalten mit Pflegebedürftigen arbeiten, fehlen. Schätzungen schwanken zwischen 2,4 und 4 Millionen. Obgleich dieser „Markt“ in Deutschland weitgehend unreguliert ist, hat er sich doch mit zahlreichen Facetten und über multiple Netzwerke etabliert. Die Vermittlung erfolgt über Freundeskreise, die Nachbarschaft, Verwandte oder über das Internet.“

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