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Er [ein Paß] kommt auch nicht auf so einfache Weise zustand wie ein Mensch. Ein Mensch kann überall zustandkommen, auf die leichtsinnigste Art und ohne gescheiten Grund, aber ein Paß niemals. Dafür wird er auch anerkannt, wenn er gut ist, während ein Mensch noch so gut sein kann und doch nicht anerkannt wird.

Bertolt Brecht, Flüchtlingsgespräche, 1940

Türkische Presse Europa

25.08.2009 – Fastenbrechen, Wahlkampf, Optionsmodell

Breiten Raum räumen die türkischsprachigen Zeitungen in Europa heute Berichten über Fastenbrechen ein, an denen auch zahlreiche Politiker teilnahmen. Außerdem kommen Kandidaten für die Kommunal- und Bundestagswahlen in den Printmedien zu Wort. Wieder werden zudem die andauernden Kontrollen vor Moscheen in Niedersachsen und Probleme mit Jugendämtern thematisiert.

DATUM25. August 2009

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RESSORTTürkische Presse Europa

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CDU lädt zum Fastenbrechen ein
TÜRKIYE, HÜRRIYET, MILLIYET und SABAH berichten über den Iftar-Empfang der Aachener CDU in der Yunus Emre Moschee in Aachen. An dem Fastenbrechen nahmen neben dem Integrationsminister Armin Laschet (CDU) auch die CDU-Stadtratskandidaten Cemile Yusuf und Ahmet Agirman teil. Laschet freute sich darüber, dass mit diesen Kandidaten bei ihrer Wahl erstmals türkischstämmige Räte in den Aachener Stadtrat einziehen werden. Laschet sagte, die beste Antwort auf die Frage, warum die Christlich Demokratische Union zum Fastenbrechen einlädt, wäre der Hinweis auf die Gemeinsamkeiten beider Religionen. Muslime und Christen müssten viel mehr über ihre Gemeinsamkeiten sprechen, als über ihre Unterschiede, unterstrich Laschet in seiner Rede.

Laschet erinnerte daran, dass er jedes Jahr ein Grußwort zum Ramadan herausgibt. Ein Priester hätte ihn darauf angesprochen und gefragt, wann er denn auch ein Grußwort für Christen herausgeben werde. Sobald diese anfangen, das Fasten in ihrer Religion ernst zu nehmen, hätte er darauf geantwortet. Laschet zeigte sich auch erfreut darüber, dass der Bau einer neuen Moschee in Aachen genehmigt worden ist.

Die HÜRRIYET berichtet außerdem von der Iftar-Einladung des Deutsch-Türkischen Forums in der CDU (DTF). An dem Essen in Köln nahm der Kölner OB-Kandidat der CDU Peter Kurth, der Integrationsbeauftragte von NRW, Thomas Kufen, und der Stadtratskandidat Efkan Kara teil. Kurth wies in einer Rede darauf hin, dass auch er zu den Fastentagen seiner Religion faste und deshalb wisse, was es bedeutet zu fasten.

Kahrs: Steigt in die Politik ein
Der Hamburger SPD-Politiker Johannes Kahrs ruft in der SABAH türkischstämmige Migranten dazu auf, aktiv in die Politik einzusteigen. Kahrs verwendet in seiner Wahlkampagne zur Bundestagswahl auch zwei türkischsprachige Wahlplakate. Kahrs weist darauf hin, dass ein Islamischer Religionsunterricht und Türkischunterricht wichtig sei. Jeder solle seine Sprache erlernen dürfen. Türkisch sei als eine Fremdsprache besonders für türkischstämmige Jugendliche in Deutschland von großem Vorteil.

Dortmunder SPD tritt auf Imame zu
Der Vorsitzende der Dortmunder SPD, Franz-Josef Drabig, und der Stadtratskandidat Volkan Baran kamen in Dortmund mit den Ditib-Imamen zusammen. Von dem Treffen berichtet die MILLIYET. Die Parteivertreter baten bei dem Essen um die Unterstützung der Imame bei den anstehenden Wahlen und hörten sich die Sorgen und Probleme der Imame an. Drabig und Baran wiesen darauf hin, dass die Moscheen nicht nur religiöse, sondern auch kulturelle und soziale Aufgaben übernehmen würden. Um die türkischstämmige Bevölkerung besser zu erreichen, wolle man den Dialog mit den Imamen verstärken.

Der Stadtratskandidat Baran sagte außerdem, im Falle seiner Wahl wolle er die Stimme der Türken in Dortmund sein. Mit Blick auf die bestehenden Bildungs- und Wirtschaftsprobleme forderte Baran, man müsse sich unter Wahrung der eigenen Kultur in die deutsche Gesellschaft integrieren.

Kontrollen vor Moscheen gehen weiter
Einem Bericht der MILLIYET nach gehen die verdachtsunabhängigen Moscheekontrollen in Niedersachsen weiter. Trotz der anhaltenden Kritik wolle der niedersächsische Innenminister vor den Landtagswahlen die Kontrollen weiter ausweiten. Muslimische Gemeinden hatten diese Maßnahmen kritisiert, weil sie einen Generalverdacht gegen Muslime schüren und ein Täter-Bild zeichnen. Der Generalsekretär der Ditib sagte, dass diese Kontrollen die Ängste und den Generalverdacht gegen die Muslime verstärken.

Nach Aussage der Zeitung wurde bei der letzten Kontrolle in der Stadt Gifhorn die Straße vor der Moschee abgesperrt und den Kontrollierten ein Stempel aufgedrückt. Die Grünen-Landtagsabgeordnete Filiz Polat hatte in einer Landtagsanfrage die verdachtsunabhängigen Kontrollen vor den Moscheen als unverhältnismäßig kritisiert.

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