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Migration und Integration in Deutschland

Demnach waren die Arbeitgeber bestrebt, diejenigen ausländischen Arbeitnehmer zu halten, die sich in mehrjähriger Beschäftigung bewährt hatten, zumal bei ihnen die Anpassungs- und hier vor allem die Sprachschwierigkeiten … überwunden waren.

Bundesanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung, 1968

Service-Hotline

Für eine bessere Gesundheitsversorgung türkischer Kinder

Türkische Migrantinnen und Migranten können sich ab sofort über eine bundesweite Service-Hotline zu Gesundheitsfragen beraten lassen. Mit dem neuen Angebot sollen insbesondere türkische Eltern über Vorsorgeuntersuchungen und Impfprogramme für Kinder informiert werden. Die Auskünfte geben Ärzte und Gesundheitsexperten mit eigenem türkischen Hintergrund in türkischer Sprache.

Entwickelt haben das Projekt die Türkisch-Deutsche Gesundheitsstiftung in Gießen, der medizinische Service-Dienstleister „MD Medicus“ in Ludwigshafen und der bundesweit aktive Krankenversicherer „City BKK“. Staatsministerin Maria Böhmer hat die Schirmherrschaft für das Projekt übernommen. „Die Service-Hotline ist ein großer Schritt zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung von türkischen Kindern. Zugleich ist das neue Angebot ein wichtiger Beitrag zur Überwindung von Barrieren und somit zur Integration. Denn häufig sind fehlende deutsche Sprachkenntnisse und ein kulturell anderes Verständnis der Grund für Migranteneltern, mit ihren Kindern nicht zum Arzt zu gehen“, erklärte die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung. Anrufer erhalten unter der Rufnummer 0180-2-28 23 23 kostenfrei umfassende Informationen zu frühkindlichen und kindlichen Präventionsprogrammen.

Die Gesundheitsprävention ist bei Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien deutlich schlechter als bei Gleichaltrigen ohne Migrationshintergrund. So nehmen laut Kinder- und Jugendgesundheitssurvey des Robert-Koch-Instituts nur 68,5 Prozent der Kinder mit beidseitigem türkischen Migrationshintergrund an allen Vorsorgeuntersuchungen teil. Bei Kindern mit einseitigem bzw. ohne Migrationshintergrund sind es 86,2 Prozent. Auch bei den Impfungen sind die Unterschiede entsprechend groß: Vor allem Kinder, die nach der Geburt nach Deutschland kommen, sind deutlich schlechter durchimpft.

Weitere Informationen zu der neuen Hotline gibt es im Internet auf www.alosaglik.de.

Staatsministerin Maria Böhmer appellierte an die türkischen Eltern: „Nutzen Sie bei Fragen rund um die Gesundheit ihres Kindes das neue Beratungsangebot. Lassen sie ihr Kind impfen, nehmen sie die Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch. Ein gesunder Start ist besonders wichtig für die Zukunft der Kinder. Zudem befähigt körperliche und seelische Gesundheit Jugendliche, an der Gesellschaft teilzuhaben. Und das ist Ziel unserer Integrationspolitik.“

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