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Migration und Integration in Deutschland

Es sei denn, man würde die Lebensverhältnisse der Ausländer in der Bundesrepublik derartig nachhaltig verschlechtern, dass ein Leben am Rande des Existenzminimums in den Herkunftsländern vorteilhafter erschiene.

Forschungsverbund „Probleme der Ausländerbeschäftigung“, 1979

TV-Reihe

Ağaç yaş iken eğilir – Der Baum biegt sich in jungen Jahren

In Kooperation mit dem türkischen Fernsehsender TGRT-EU hat das Institut für Medien, Bildung und Wirtschaft (ZKM) eine TV-Reihe vorbereitet, die mit Porträts türkischstämmiger Vorbilder für Berufsausbildung wirbt, dabei in Grundzügen das Bildungssystem erklärt und so Wirtschafts- und Integrationspolitik in neuer Weise verbindet.

DATUM28. Juli 2009

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RESSORTWirtschaft

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Der für deutsche Ohren ungewöhnlich anmutende Slogan ist eine türkische Volksweisheit und steht für ein neues Medienprojekt des ZKM – Institut für Medien, Bildung und Wirtschaft. Im Kern geht es dabei um die Möglichkeiten, den Integrationsprozess von Migranten in der Aufnahmegesellschaft zu forcieren, um schließlich einen Beitrag zur Partizipation aller Bevölkerungsgruppen zu leisten. Der Bildung kommt hierbei eine Schlüsselaufgabe zu.

„Um gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu haben, bedarf es mehr denn je einer guten Qualifikation. Dies gilt gerade auch für Jugendliche mit Migrationshintergrund, die häufig ohne berufliche Ausbildung auf den Arbeitsmarkt drängen“, begründete Baden-Württembergs Wirtschaftsminister Pfister das bundesweit einmalige Projekt. Das Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg fördert das Projekt mit rund 100.000 Euro.

In Kooperation mit dem türkischen Fernsehsender TGRT-EU hat das Institut für Medien, Bildung und Wirtschaft (ZKM) eine TV-Reihe vorbereitet, die mit Porträts türkischstämmiger Vorbilder für Berufsausbildung wirbt, dabei in Grundzügen das Bildungssystem erklärt und so Wirtschafts- und Integrationspolitik in neuer Weise verbindet. Die Erfahrungen der jeweiligen Gesprächspartner sollen Mut und Lust zur weiterführenden Bildung machen.

Die Interviews in türkischer Sprache mit deutschen Untertiteln wenden sich insbesondere an türkischstämmige Eltern und informieren über ingenieurwissenschaftliche und berufliche Ausbildungen. „Ziel ist, türkischstämmigen Familien die Chancen des deutschen Bildungssystems näher zu bringen“, so Ministerialdirektor Dr. Hans Freudenberg und ZKM-Vorstand Professor Peter Weibel. Oft wüssten türkische Eltern nicht über das Bildungssystem Bescheid und würden daher ihre Kinder nicht gut genug unterstützen.

Die zehn verschiedenen Filmspots von rund sechs Minuten Länge werden regelmäßig und teilweise mehrmals am Tag ausgestrahlt. Eine begleitende Internetseite bietet unter www.zkm.de/agacyasikenegilir zusätzlich vertiefende Information zu den Ausbildungen und Berufen in türkischer sowie deutscher Sprache. Das Projekt steht unter der Schirmherrschaft der Deutschen UNESCO-Kommission und wurde vom Bundesinstitut für Berufsbildung zur Förderung empfohlen.

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Ein Kommentar
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  1. Selçuk sagt:

    „Oft wüssten türkische Eltern nicht über das Bildungssystem Bescheid und würden daher ihre Kinder nicht gut genug unterstützen.“

    Ich verstehe nicht, was an dem (deutschen) Bildungssystem so schwer zu verstehen sein soll. Dass Eltern, insbesondere die, die nicht selber diesen Weg gehen konnten, Fragen haben, ist ganz selbstverständlich. Da spielt die Nationalität doch keine Rolle. Diese Fragen kann man aber klären, so wie wir das auch gemacht haben. Ich lebe seit ca. 12 Jahren in Deutschland, habe hier innerhalb von zwei Jahren (einigermaßen) die deutsche Sprache gelernt, bin nach diesen zwei Jahren auf eine Realschule gegangen und habe anschließend mein Abitur gemacht. Nach einem Semester werde ich mein Studium abschließen und dank der Unterstützung vom BAföG kann/konnte ich mich voll auf das Studium konzentrieren. Es ist also möglich! Es ist aber meiner Meinung nach nur dann möglich, wenn der Eigenwille da ist. Ohne den eigenen Willen können die Eltern soviel machen wie sie wollen, das würde nur in den seltensten Fällen zum Erfolg führen. Damit sich aber dieser Wille entwickelt, spielt die frühzeitige Förderung und Vorbildfunktionen eine entscheidende Rolle. Am besten natürlich aus der eigenen Familie, was auch bei mir der Fall war.

    Ein Mensch, den man heutzutage als einen gebildeten Menschen bezeichnen würde, ist nicht gleich ein weiser und vernünftiger Mensch. Die Werte, die meine Oma, die weder lesen noch schreiben konnte, an uns gegeben hat, kann keine Hochschule geben. Auch diese Vorbilder spielen eine sehr große Rolle.

    Ich sehe in meiner Umgebung sehr viele Eltern, die sich um eine gute schulische und berufliche Ausbildung ihrer Kinder bemühen, so wie das auch in dem Beitrag von Yılmaz Çalışkan zu erkennen war. Man kann hier wirklich Erfolg haben. Ich hoffe, dass diese Beispiele dazu beitragen, dass sowohl die Eltern als auch die Kinder/Jugendliche in ihrer Motivation gestärkt werden.



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