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Migration und Integration in Deutschland

Es waren vor allem die übrig gebliebenen einheimischen Geringqualifizierten, die die Gastarbeiter als ungeliebte Konkurrenten empfanden.

Stefan Luft, Staat und Migration, 2009

Statistik

Zuwanderung nach Deutschland 2008 konstant geblieben

Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anhand vorläufiger Ergebnisse mitgeteilt hat, sind im Jahr 2008 rund 682 000 Menschen nach Deutschland zugezogen. Damit blieb die Zahl der Zuzüge im Vergleich zum Vorjahr (681 000) nahezu konstant. Zuvor war die Zuwanderung von 2001 bis 2006 kontinuierlich zurückgegangen.

Mit 574 000 Zuzügen ausländischer Zuwandererinnen und Zuwanderer nach Deutschland hat es im Jahr 2008 bei dieser Gruppe kaum Veränderung gegenüber dem Vorjahr (575 000) gegeben. Die Zahl deutscher Zuwanderer ist mit rund 108 000 gegenüber dem Vorjahr um 2 000 angestiegen, darin sind auch 4 000 Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler (ohne ausländische mitreisende Familienangehörige) berücksichtigt. Die deutschen Zuwanderer kamen vor allem aus Polen (12 100), den USA (10 500), der Schweiz (8 200) und Spanien (7 900). Hauptherkunftsländer der ausländischen Zuwanderer waren Polen (119 200), Rumänien (47 000), die Türkei (26 200), Ungarn (25 100) und Bulgarien (23 600). Gegenüber dem Vorjahr sind die Zuzüge aus Polen zurückgegangen (– 21 000), während die Zuzüge aus Rumänien (+ 4 100), Bulgarien (+ 3 100), Ungarn (+ 2 900) und Irak (+ 3 500) zunahmen.

Hauptziele der Zuwandernden waren wie im Vorjahr Nordrhein-Westfalen (137 000), Baden-Württemberg (121 000) und Bayern (120 000). Bezogen auf die dort lebende Bevölkerung waren Berlin (13 Zuzüge pro 1 000 Einwohner) und Hamburg (12 Zuzüge pro 1 000 Einwohner) die Favoriten. In den neuen Bundesländern sowie in Schleswig-Holstein lag die Zuwanderung dagegen mit weniger als fünf Zuzügen pro Tausend Einwohner auf einem niedrigen Niveau.

Im Jahre 2008 wurden ferner 738 000 Fortzüge verzeichnet. Das waren rund 100 000 mehr als im Vorjahr. Bei den Fortzügen entfielen 175 000 auf deutsche (2007: 161 000) und 563 000 auf ausländische Auswandererinnen und Auswanderer (2007: 476 000). Grundlage dieser Zahlen sind die Angaben der Meldebehörden. Wegen der bundesweiten Einführung der persönlichen Steuer-Identifikationsnummer sind 2008 umfangreiche Bereinigungen der Melderegister vorgenommen worden, die zu zahlreichen Abmeldungen von Amts wegen geführt haben. Da der Umfang dieser Bereinigungen aus den Meldungen der Meldebehörden statistisch nicht ermittelt werden kann, bleiben der tatsächliche Umfang der Fortzüge im Jahr 2008 und die Entwicklung gegenüber den Vorjahren unklar.

Aus der Bilanzierung der Zu- und Fortzüge ergibt sich für 2008 ein negativer Wanderungssaldo von 56 000 Personen. Trotz Bereinigungen bleibt der Saldo für die ausländischen Personen leicht positiv (+ 11 000), während er für deutsche Personen – 66 000 beträgt. Somit ist trotz der Unklarheit über die tatsächliche Zahl der Fortzüge davon auszugehen, dass die Abwanderung von Deutschen anhält.

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2 Kommentare
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  1. delice sagt:

    738 000 verlassen Deutschland
    VON ALEXANDER VON GERSDORFF UND SEBASTIAN DALKOWSKI – zuletzt aktualisiert: 24.07.2009 – 02:30
    Von den Auswanderern hatten 175 000 einen deutschen Pass – so viele wie noch nie. Die meisten Deutschen gehen, weil sie im Ausland einen attraktiveren Arbeitsplatz oder die große Liebe gefunden haben.

    Quelle: http://nachrichten.rp-online.de/article/wirtschaft/738-000-verlassen-Deutschland/46436

  2. Teleprompter sagt:

    Die meisten Deutschen dürften gehen, weil Deutschland sich langsam aber sicher zu einer DDR-light entwickelt. Ein Staat, der seine Bürger entmündigt und ihnen die letzten Haare vom Kopf frisst.



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