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Bei dem Lebensalter der ausländischen Arbeitnehmer wirkt sich das z. Z. vor allem für die deutsche Rentenversicherung sehr günstig aus, weil sie weit höhere Beiträge von den ausländischen Arbeitnehmern einnimmt, als sie gegenwärtig an Rentenleistungen für diesen Personenkreis aufzubringen hat.

Ludwig Kattenstroth, Staatssekretär im Arbeitsministerium, März 1966, Bundesvereinigung der Dt. Arbeitgeberverbände, 1966

Integrationskurse

Verbesserung durch neue Sprachprüfung

Die vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge in ganz Deutschland organisierten Integrationskurse für Zuwanderer sollen ab Juli 2009 durch die Einführung einer neuen Sprachprüfung weiter verbessert werden.

Die Integrationskurse sind das zentrale Instrument des Bundes zur Förderung der Integration in Deutschland. Sie bestehen aus einem Sprach- und Orientierungskurs, die jeweils mit einer Prüfung abgeschlossen werden.

Im Auftrag des Bundesministeriums des Innern hat das Goethe-Institut gemeinsam mit der telc GmbH den neuen „Deutsch-Test für Zuwanderer“ (DTZ ) entwickelt. Er orientiert sich am konkreten Sprachbedarf der Zuwanderer und soll erhebliche Verbesserungen beim Nachweis ihrer Deutschkenntnisse bringen: Der Deutsch-Test für Zuwanderer beinhaltet eine einheitliche Sprachprüfung auf dem Sprachniveau A2 oder B1 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen (GER). Ziel des Integrationskurses ist das Sprachniveau B1. Dieses Sprachniveau ist auch Voraussetzung für den Daueraufenthalt oder die Einbürgerung. Wer das Sprachniveau B1 erreicht, kann sich selbständig in einfacher und zusammenhängender Sprache über vertraute Dinge äußern und Themen aus Arbeit, Schule und Freizeit verstehen, wenn Standardsprache verwendet wird.

Den Kursteilnehmern, die zwar noch nicht das Sprachniveau B1, aber das Niveau A2 erreichen, wird dies positiv bescheinigt. Damit erhalten sie die Möglichkeit, den Integrationskurs bis zu 300 Stunden vergünstigt mit dem Ziel zu wiederholen, das Sprachniveau B1 zu erreichen.

Die Aufgabenstellungen des neuen „Deutsch-Tests für Zuwanderer“ orientieren sich stärker als bisher an den besonderen Kommunikationsbedürfnissen der Zielgruppe der Zuwanderer. Neben der Version für Erwachsene gibt es auch eine Variante für Jugendliche, die im Jugendintegrationskurs eingesetzt wird.

Parallel zur Entwicklung des neuen Sprachtests hat das Goethe-Institut das neue Rahmencurriculum für Integrationskurse entwickelt, in dem Ziele, Bedürfnisse und Lernvoraussetzungen von Zuwanderinnen und Zuwanderern beschrieben sind. Hierzu zählen insbesondere die Betreuung und Ausbildung von Kindern sowie der Kontakt zu Nachbarn und Arbeitskollegen.

Ingesamt 1.500 Kursträger – von Volkshochschulen über Sprach- und Fachschulen bis hin zu Bildungswerkstätten – bieten derzeit flächendeckend in allen Ländern Integrationskurse an. Seit dem Start im Jahr 2005 haben über 37.000 Kurse begonnen und es nahmen über eine halbe Million Menschen an den Sprach- und Orientierungskursen des Integrationskurses teil. Von den rund 264.000 Kursabsolventen haben 192.000 an der Abschlussprüfung teilgenommen. Davon haben 126.500 Teilnehmer (Stand: März 2009) die Prüfungen zum Sprach- und Orientierungskurs erfolgreich bestanden und vom Bundesamt das „Zertifikat Integrationskurs“ erhalten. Mit dem neuen „Deutsch-Test für Zuwanderer“ wird sich die Erfolgsquote noch weiter erhöhen.

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Ein Kommentar
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  1. elimu sagt:

    Na ja schön und gut… aber welche Auswirkungen hat das jetzt für Kursteilnehmer, die schon bald ihre Prüfung belegen werden? Gelten da schon die neuen Prüfungen?
    Bis jetzt wurden doch etwas andere Themeninhalte gelehrt und geprüft? Oder verstehe ich da etwas falsch?

    Die nächste Prüfung ist schon am 26.9.2009. Der Kurs hat am 14.01.2009 angefangen und derzeit sind die Schüler alle in den Ferien…. Die Prüfungen haben es schon in sich. Und da reichen meiner Meinung nach die 600 Stunden Kurs + 45 Stunden Orientierungskurs nicht aus.



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