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Migration und Integration in Deutschland

Es wird selbstverständlich sein, dass jemand Mehmet heißt und nicht Hans – wir halten das aus.

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU), Deutsche Presse-Agentur (18.01.2013)

Türkische Presse Europa

18.07.2009 – Islam, Türkisch, Uiguren, Lehrer

Die heutigen Europaausgaben der türkischen Zeitungen berichten unter anderem über die Koalitionskrise in Schleswig-Holstein, über eine Protestveranstaltung in München gegen das chinesische Massaker in Xinjiang sowie über die Tarabya-Konferenz der Deutschen Botschaft in der Türkei zum Thema: „Theologische Forschung, Lehre und Ausbildung“.

DATUM19. Juli 2009

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RESSORTTürkische Presse Europa

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Vorgezogene Landeswahlen in Schleswig-Holstein
Die ZAMAN berichtet über den Zusammenbruch der schwarz-roten Koalition in Schleswig-Holstein, die evtl. sogar zu vorgezogenen Landtagswahlen führen könne. Während die Oppositionsparteien FDP, Grüne und SSW das Vorhaben der CDU unterstütze, am 27. September auch die Landeswahlen zu vollziehen, sei die SPD strikt dagegen. Der SPD-Landesvorsitzende Ralf Stegner habe den CDU-Landesvorsitzenden Harry Carstensen für den Hauptverantwortlichen des Scheiterns der Großen Koalition erklärt und behauptet, dass die CDU lediglich um die Mehrheit der CDU-FDP in den Bundestagswahlen kämpfe. Ohne die Zustimmung der SPD sind die Landtagswahlen nicht realisierbar, da die Mehrheit von 2/3 der Stimmen fehlen würde.

Atay: Wir brauchen Lehrer mit Migrationshintergrund
Die ZAMAN hat in der Ausgabe vom 18. Juli den Gründer und Ehrenvorsitzenden der Föderation von Türkischen Lehrerverbänden Deutschland Mete Atay, der jahrelang auch für das Bildungsministerium als Autor von Schulbüchern gearbeitet habe, zu einigen Problemen in Bildungsthemen befragt. Seit der PISA-Studie von 2001 sei die Bildung in Deutschland eines der Hauptthemenbereiche, an der es noch zu arbeiten gilt. So werden bis 2015 rund 300 000 Lehrer Rentner. Atay habe gesagt, dass man diese Lücke mit Migrantenlehrern füllen sollte, da dies der Ausländerfeindlichkeit, den Vorurteilen und Akzeptanzproblemen erheblich entgegenwirken könne.

Was die Muttersprache anbelangt habe sich Deutschland auch sehr zum Positiven entwickelt. Früher, so Atay, habe es geheißen, dass man statt der Muttersprache lieber Deutsch lernen solle, da das gleichzeitige Lernen einen überfordern könne. Heute habe man allerdings anhand von wissenschaftlichen Studien bewiesen, dass man das Deutsche leichter erlernen kann, wenn man seine Muttersprache ebenfalls kennt. Positiv anzumerken seien auch die Reformen in der Schulpolitik seit 2001. Die inhaltlichen Verbesserungen und Erneuerungen der Schulbücher, Ganztagsangebote an Schulen, ein bilinguales und multikulturelles Bildungssystem seit der Grundschule seien insbesondere für Migrantenkinder von größter Bedeutung gewesen. Allerdings sei es zu kritisieren, dass das deutsche Schulsystem die Fähigkeit von Ausländern, zweisprachig und in zwei verschiedenen Kulturen aufgewachsen zu sein, nicht verwerten könne.

Schluss mit dem Massaker in Xinjiang
Die TÜRKIYE berichtet über eine Protestveranstaltung in München gegen das chinesische Massaker an die Uiguren in „Ost-Turkestan“, das von der Ost-Turkestanischen Union veranstaltet worden sei. Es haben sich im Zentrum Münchens rund 2 000 Demonstranten versammelt, um gegen das Massaker an die Uiguren ihre Stimme zu erheben. Der Vorsitzende des Welt-Uigurenkongresses Askar Can habe in seiner Rede den Zustand seines Volkes nochmals vor Augen geführt. So lebten die Uiguren unter chinesischer Knechtschaft in ständiger Unterdrückung und Folter. Er fordere, dass man dem „Völkermord endlich ein Ende setzt.“ Es treffe ihn hart, dass im 21. Jahrhundert die gesamte Welt den Massakern in Xinjiang lediglich zusieht. Die chinesische Regierung müsse die Unterdrückung und die Ermordung von Uiguren endlich einstellen, so Can. Darüber hinaus rief er alle Beteiligten auf, an der heutigen Protestbewegung in der Kölner Altstadt teilzunehmen.

Hamburger Familie lebt in einer Gartenhütte ohne Strom und Wasserversorgung
Die HÜRRIYET berichtet über das Einzelschicksal einer Hamburger Familie, deren Wohnung Feuer fing und unbewohnbar geworden sei. Deshalb lebten sie seit einem Monat in einem Gartenhaus ohne Strom und Wasserversorgung. Der Abgeordnete Mehmet Yildiz von der Linke habe sich nun für die Familie eingesetzt und Kontakt mit der Wohnungsgemeinschaft SAGA aufgenommen, die sich um die Familie Aycelebi kümmern wolle. Allerdings habe man der Familie immer noch keine Lösung für das Problem angeboten. Zudem habe sich herausgestellt, dass die Nachbarfamilie Solmaz ebenfalls keine Wohnung habe und seit dem Brand bei Verwandten wohne.

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4 Kommentare
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  1. […] Wer hören will, der höre! Nur will es in Berlin keiner wissen, die unterwerfen sich freiwillig! Türkische Presseschau im Migazin. […]

  2. municipal sagt:

    Wer noch einen Beweis für die Einflussnahme des türkischen Staates über die DITIB/DIYANET auf die in Deutschland lebenden Türken oder Deutsche mit türkischem Migrationshintergrund haben möchte,bitte, HIER ist er:#

    Zitat
    „Dabei habe er gesagt, dass die hiesigen Imame die deutsche Sprache, Kultur, Religion und Gesellschaft gut kennen müssten. Allerdings könne es für die Türkei nicht in Frage kommen, die Imamausbildung vollständig dem deutschen Staat zu übergeben, da dies ein Einflussverlust darstelle.“
    Zitat Ende

    …da dies ein Einflussverlust darstelle…

    Hier möchte ich auch aufen einen Fernsehbericht der ARD hinweisen, der unter dem Titel „Für Allah und Vaterland“ die Zusammenhänge zwischen Ditib/Diyanet und türkischem Staat durchleuchtet.

    Zitat aus dem Begleittext :

    WDR.de: Welches Interesse hat der türkische Staat eigentlich an einer „Fernsteuerung“ der türkischen Muslime in Deutschland, von denen doch viele inzwischen auch deutsche Staatsbürger sind?

    Senyurt: Das hängt aber mit den Interessen türkischer Parteien zusammen. Der Ministerpräsident kontrolliert die Religionsbehörde. Das ist zur Zeit Tayyip Erdogan, Chef der moderat-islamischen Regierungspartei AKP. Die legt recht viel Wert auf die Religion. Man will die Religion wieder stärker in den öffentlichen Raum holen, auch in Deutschland. 2004 hat die Religionsbehörde in einem Strategiepapier beschlossen, die Religion zu benutzen, um den EU-Beitritt der Türkei zu erleichtern. Da stellt sich schon die Frage: Ist das nicht doch islamistisch, wenn die Politik den Islam für ihre Ziele benutzt?
    Zitate Ende
    http://www.wdr.de/themen/kultur/religion/islam/konflikte/ditib/interview_senyurt.jhtml

    Zitat Frau Akgün:

    …wenn man meint, man könnte mit diesen Organisationen INTEGRATION betreiben, macht man den Bock zum Gärtner.

    Auch interessant: Das Strategiepapier der türkischen Regierung 2004 zu DIYANET für die DITIB.

    Und Schäubles Aussage, das es nicht akzeptabel ist, das eine ausländische Regierung (Türkei) über eine solche Organisation (DITIB) hier in Deutschland Einfluss ausübt.

    […]

    http://video.google.de/videoplay?docid=-2651068907002187478&ei=5kNkSsS4IpSw2QK265Ah&q=F%C3%BCr+Allah+und+Vaterland&hl=de&client=firefox-a

  3. Teleprompter sagt:

    „Wenn man bedenke, dass es in Deutschland momentan 2 600 Moscheen gibt und aktuell 100 Moscheeprojekte laufen, sähe man sehr schnell, dass der Islam ein Teil der Gesellschaft sei. Damit die Bevölkerung dies aber auch so akzeptiere, müsse man noch viel arbeiten.“

    Komische Logik: Bloß weil etwas Teil der Gesellschaft sein soll, „muss die Bevölkerung es akzeptieren“. […]

  4. calahan sagt:

    Der Krug geht solange zu Wasser, bis er bricht! […] Europa kann ein überaus grausamer Kontinent sein für die, die hier absolut nicht hingehören! Sicher läßt man sich hier viel, vielleicht sogar zu viel, gefallen. Aber wenn der point of no return erreicht ist, geht es ab, und zwar richtig!



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