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Migration und Integration in Deutschland

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Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister, Anlässlich „50 Jahre deutsch-türkisches Anwerbeabkommen“, 28.03.11, Hannover
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EU-Osterweiterung

Positive Effekte durch Arbeitsmigration

Simulationsrechnungen zufolge erhöht die Migration aus den Beitrittsländern das Bruttoinlandsprodukt in der erweiterten EU um 0,2 Prozent oder um 24 Mrd. Euro. Dabei steigt das BIP der Einwanderungsländer, das der Auswanderungsländer fällt.

VONTimo Baas

Timo Baas ist wissenschaftlicher Mitarbeiter im Forschungsbereich „Internationale Vergleiche und Europäische Integration“ im IAB. timo.baas@iab.de)), Herbert Brücker ((Prof. Dr. Herbert Brücker ist Leiter des Forschungsbereiches „Internationale Vergleiche und Europäische Integration“ im IAB. herbert.bruecker@iab.de)) und Andreas Hauptmann ((Andreas Hauptmann ist wissenschaftlicher Mitarbeiter im Forschungsbereich „Internationale Vergleiche und Europäische Integration“ im IAB. andreas.hauptmann@iab.de

DATUM9. Juni 2009

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RESSORTStudien, Wirtschaft

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Verteilung der Arbeitsmarkteffekte
Aufgrund der ausgewogenen Qualifikationsstruktur der Zuwanderer aus den NMS-8 sind alle Beschäftigten ähnlich betroffen: Die Löhne der Geringqualifizierten sinken kurzfristig nur etwas stärker als die der Hochqualifizierten. Langfristig profitieren Hochqualifizierte leicht durch die Zuwanderung, während die Löhne der Mittel- und Geringqualifizierten in etwa konstant bleiben. Dies gilt im Wesentlichen für alle EU-Mitgliedstaaten, allein in Irland sind die Effekte geringfügig stärker. In den Sendeländern gibt es kurzfristig leichte Lohnanstiege, die langfristig jedoch wieder verschwinden.

Deutlicher sind die Unterschiede zwischen den Effekten der Zuwanderung aus den NMS-8 auf Löhne und Arbeitslosigkeitsrisiken von einheimischen und ausländischen Arbeitskräften in der EU-15: Während die Löhne der einheimischen Arbeitskräfte kurzfristig nur um 0,07 Prozent sinken und langfristig um 0,02 Prozent steigen, fallen die Löhne der ausländischen Arbeitskräfte kurzfristig um 0,41 und langfristig um 0,34 Prozent. Analog steigt die Arbeitslosigkeit der einheimischen Arbeitskräfte langfristig gar nicht und kurzfristig nur marginal um 0,03 Prozentpunkte, während die Arbeitslosenquote der ausländischen Arbeitnehmer kurzfristig um 0,19 und langfristig um 0,16 Prozentpunkte zunimmt.

Auswirkungen einer Einführung der Freizügigkeit ab 2009
Eine Einführung der Freizügigkeit für Arbeitnehmer aus den Beitrittsländern in allen Ländern der EU-15 würde gegenüber der Fortsetzung der bisherigen Regelungen nach dieser Projektion nur einen geringen Anstieg der Zuwanderung auf der Ebene der EU bewirken. Das ist darauf zurückführen, dass mit Ausnahme von Deutschland, Österreich, Belgien und Dänemark alle EU-15-Länder ihre Arbeitsmärkte bereits geöffnet haben. Allerdings ergäbe sich eine Umverteilung der Wanderungsströme nach Deutschland und Österreich.

Diese Neuausrichtung der Wanderungsströme würde in den Jahren 2008 bis 2011 dazu führen, dass in Deutschland das BIP pro Kopf kurzfristig um 0,1 Prozent fällt, langfristig aber um 0,1 Prozent steigt. Auch die Einkommen der Inländer aus Arbeit und Vermögen würden kurzfristig zwar leicht zurückgehen, sich aber langfristig um 0,1 Prozent erhöhen. Insofern würde die Bevölkerung in Deutschland von einer Einführung der Freizügigkeit profitieren.

Die Arbeitsmarktwirkungen der Zuwanderung aus den Beitrittsländern sind in Deutschland weitgehend neutral. Kurzfristig ergäbe sich ein geringfügiger Anstieg der Arbeitslosigkeit, langfristig bliebe die Arbeitslosenquote weitgehend konstant. Die Löhne würden kurzfristig leicht um 0,08 Prozent fallen, blieben langfristig aber konstant. Für die Verteilung der Arbeitseinkommen auf die einzelnen Gruppen im Arbeitsmarkt ergeben sich nahezu keine Effekte, ähnliches gilt für die Verteilung der Arbeitslosigkeitsrisiken.

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2 Kommentare
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  1. G.Keldermann sagt:

    Zitat

    Alles in allem dürfte die Krise zumindest vorübergehend zu einer Abnahme der Migration aus den neuen Mitgliedsländern, und damit zu geringeren Erträgen, aber auch geringeren Risiken führen.

    Zitat Ende

    DAS, was man zur Zeit beobachten kann, und nun wirklich mit dem Begriff Weltwirtschaftskrise trefflich beschreibt, wird dazu führen, das wahrscheinlich, ja sogar sicher sämtliche Länder für ungesteuerte Zuwanderung den „Laden dicht machen“.

    Es kann für ein Land keinen Vorteil bringen, wenn Zuwanderung von „bildungsfernen Schichten“ in die Sozialsysteme
    stattfindet. Es ist klar die Zuwanderung von ( auch integrations-willigen) Fachkräften zu fördern, und zwar massiv.

    Zitat

    Simulationsrechnungen zufolge erhöht die Migration aus den Beitrittsländern das Bruttoinlandsprodukt in der erweiterten EU um 0,2 Prozent oder um 24 Mrd. Euro. Dabei steigt das BIP der Einwanderungsländer, das der Auswanderungsländer fällt.

    Zitat Ende

    Die Verdrehung der Fakten ist hanebüchen. Das Bruttoinlandsprodukt mag geringfügig steigen ( was mit der Erschliesung weiterer Absatzmärkte zusammenhängen dürfte) ,was aber in keinem
    Verhältnis zu den horrend ansteigenden Sozialkosten steht.

  2. Teleprompter sagt:

    Nun ja, auf solche Simulationen gebe ich nicht viel; welche Simulation hat uns die Finanzkrise vorhergesagt?

    Ich finde aber, dass Osteuropa historisch und kulturell zu Europa gehört, wie ja auch der Name schon sagt, und dass ein möglichst schnelles Wieder-Zusammenwachsen unser oberstes Ziel sein sollte. Auch wenn es kurzfristig was kostet, langfristig ist eine wirtschaftlich prosperierende Nachbarschaft im Osten das Beste was uns in Deutschland passieren kann. Das ist jedenfalls meine Meinung.



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