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Migration und Integration in Deutschland

Wir haben unsere Behörden über Jahrzehnte in eine Abschottungskultur hineinentwickelt. Man hat gesagt: Haltet uns die Leute vom Hals, die wollen alle nur in unsere Sozialsysteme einwandern. Jetzt müssen wir deutlich machen, dass wir Fachkräfte brauchen, dass wir um sie werben müssen.

Peter Clever, Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, April 2013

Joachim Herrmann

„Polizeibeamte mit ausländischer Herkunft sind Bereicherung für Bayerns Polizei und stärken deren Bürgernähe“

„Junge Menschen bei der Bayerischen Polizei mit ausländischen Wurzeln sind eine Bereicherung für die Polizei. Sie stärken das Vertrauensverhältnis zur Bevölkerung, vermitteln zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen und sind Garanten für eine bürgernahe Polizeiarbeit“, sagte Innenminister Joachim Herrmann.

Seit 16 Jahren ist der Zugang für ausländische Staatsangehörige zur Bayerischen Polizei offen. „Ich kann heute resümieren, dass dieser Schritt richtig war und wir unsere Ziele erreicht haben. Einerseits berührt die Arbeit der Polizei wie keine andere den Kernbereich staatlichen Handelns, andererseits haben wir mit der Öffnung der Bayerischen Polizei für ausländische Staatsangehörige ein wichtiges Signal zur Identifikation mit der Gesellschaft, in der sie leben, gesetzt. Die jungen Menschen stellen sich in den Dienst dieser Gesellschaft und sind ein Musterbeispiel für Integration“, so Herrmann.

Seit September 1993 sind 106 ausländische Staatsangehörige in den Polizeivollzugsdienst in Bayern eingestellt worden. Dabei stellen die türkischen Staatsangehörigen, entsprechend ihrem Anteil an der Wohnbevölkerung, die größte Gruppe. Herrmann betonte, dass die jungen Menschen keinerlei Sonderrechte genießen: „Voraussetzung für die Einstellung ist, dass ausländische Bewerber die gültigen Einstellungsvoraussetzungen komplett erfüllen, eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis vorliegt und nicht nur die deutsche Sprache, sondern auch die jeweilige Muttersprache nachweislich in Wort und Schrift beherrscht wird“. Das Gleiche gelte auch für die vielen Polizeibeamten deutscher Staatsangehörigkeit mit Migrationshintergrund, die für die Polizeiarbeit wegen ihrer oftmals hervorragenden Sprach- oder Landeskenntnisse besonders wertvoll seien.

Bei dem Pressegespräch berichteten zwei Beamtinnen und ein Beamter über ihre bisherigen Erfahrungen im Dienst bei der Bayerischen Polizei: Die italienische Staatsangehörige Loreta Semeraro ist seit September 2007 bei der Bayerischen Polizei und absolviert gerade ihre Ausbildung. Derzeit macht sie ein Berufspraktikum bei der Polizeiinspektion in Lindau.

Die deutsche Staatsangehörige Sana Krmek hat kroatische Wurzeln und ist seit 2005 als Kriminalbeamtin im Betrugsdezernat beim Polizeipräsidium München tätig.

Der jugoslawische Staatsangehörige Samir Ramovic leistet seinen Dienst als Wach- und Streifenbeamter bei der Polizeiinspektion im Polizeipräsidium München.

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