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Migration und Integration in Deutschland

Noch sind wir geschockt, aber wir werden unsere Werte nicht aufgeben. Unsere Antwort lautet: mehr Demokratie, mehr Offenheit, mehr Menschlichkeit.

Norwegens Ministerpräsident Jens Stoltenberg, Trauergottesdienst nach dem Terroranschlag im norwegischen Oslo und Utoya, 2011

Maria Böhmer

„Verstärkt die Potenziale von Zuwanderern nutzen“

Staatsministerin Maria Böhmer hat dazu aufgerufen, verstärkt die besonderen Qualifikationen von Migrantinnen und Migranten in den Blick zu rücken. Sie unterrichtete den Innenausschuss über den 7. Bericht zur Lage der Ausländerinnen und Ausländer in Deutschland.

„Es ist im Sinne der Einzelnen und der Gesellschaft, Mehrsprachigkeit und kulturelles Wissen als Potenziale anzuerkennen“, erklärte Staatsministerin Böhmer heute bei der Unterrichtung des Innenausschusses des Deutschen Bundestags über den 7. Bericht zur Lage der Ausländerinnen und Ausländer in Deutschland. „Unternehmer und Dienstleister können die Qualifikationen der Zuwanderer hervorragend nutzen. Beide Seiten profitieren: die Migranten fühlen sich ermutigt und die Unternehmer haben in der Globalisierung einen handfesten Wettbewerbsvorteil. Migranten sind Brückenbauer zu anderen Ländern und Kulturen. Vielfalt ist eine große Chance.

Nicht auf den Namen, sondern auf die Fähigkeiten und das Leistungsvermögen jedes Einzelnen kommt es an“, so die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration. Böhmer verwies auf die „Charta der Vielfalt“, die bereits mehr als 500 Unternehmen und öffentliche Einrichtungen in Deutschland mit über 4 Millionen Beschäftigten unterzeichnet haben.

„Vielfalt als Chance zu begreifen bedeutet nicht, die Augen vor bestehenden Herausforderungen zu verschließen. Ziel unserer Integrationspolitik ist die gleichberechtigte Teilhabe der Migranten. Schlüssel für gelingende Integration sind und bleiben Bildung, Ausbildung und Beschäftigung. Die Beherrschung der Sprache ist die Grundvoraussetzung für Integration. In diesen Bereichen müssen wir unsere Anstrengungen noch intensivieren. Allgemeinsprachlich orientierte Deutschkurse reichen für eine qualifizierte Integration in den Arbeitsmarkt nicht aus. Notwendig ist zusätzlich eine berufsbezogene Sprachförderung für Migranten. Für entsprechende Kurse stehen im Zeitraum 2007-2013 insgesamt 330 Millionen Euro an Fördergeldern aus dem Europäischen Sozialfonds zur Verfügung. Damit können pro Jahr bis zu 30.000 Teilnehmer an berufsbezogenen Sprachkursen gefördert werden,“ betonte Staatsministerin Böhmer.

„Die Grundlagen für die Bildungschancen werden jedoch schon im Vorschulalter in den Familien und im Kindergarten gelegt. Unser Ziel ist, dass alle Mädchen und Jungen aus Zuwandererfamilien einen Kindergarten besuchen. Die Erzieherinnen und Erzieher müssen die deutsche Sprache und die Lust am Lernen vermitteln. Zudem müssen wir die Eltern, insbesondere die Mütter, verstärkt einbeziehen. Das Prinzip lautet: Fördern und Fordern. Die Migranteneltern tragen mit Verantwortung dafür, dass ihre Kinder Deutsch lernen“, so Böhmer.

Die Länder forderte die Staatsministerin auf, ihre im Nationalen Integrationsplan gemachten Zusagen zur Unterstützung von Schulen mit hohem Migrantenanteil einzuhalten. Diese Schulen brauchen mehr Geld, mehr Lehrer und Schulsozialarbeiter sowie mehr Zeit.

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