Hessen hat ein kurdisches Paar abgeschoben und seine drei kleinen Kinder (5 Monate, 1,5 und 3 Jahre) in staatlicher Obhut zurückbehalten. Das Jugendamt spricht von Kindeswohlgefährdung. Mehr als zwei Monate später ist die Familie noch immer getrennt. Der Fall wirft Fragen zum Umgang mit schutzsuchenden Familien auf.
Mehr als 4.400 Kinder sind IOM-Angaben zufolge in den vergangenen zwölf Jahren auf Migrationsrouten ums Leben gekommen. Wegen einer hohen Dunkelziffer dürfte die tatsächliche Zahl deutlich höher liegen. Besonders groß sind die Datenlücken bei Todesfällen auf See.
Ein neunjähriger Roma-Junge wird in Serbien von einem Mitarbeiter der Stadtverwaltung geschlagen. Die Öffentlichkeit ist empört, die Politik fordert Konsequenzen. Doch das Strafverfahren wird gegen eine kleine Zahlung an einen Hochwasserfonds eingestellt. Dagegen kämpft die Familie jahrelang. Jetzt hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte das Land verurteilt.
Ein drei Monate altes Mädchen erhält eine Abschiebungsandrohung, obwohl seine Eltern vorerst in Deutschland bleiben dürfen. Das VG Wiesbaden stoppt die Entscheidung und kritisiert das Bamf mit ungewöhnlich deutlichen Worten. Ein Blick in die Dienstanweisung der Behörde macht den Fall noch brisanter.
Ein 28-Jähriger wird bei einem Festnahmeversuch der US-Einwanderungsbehörde ICE in seinem Auto angeschossen. Ein fünfjähriges Kind befindet sich währenddessen im Fahrzeug. New Yorks Bürgermeister Mamdani reagiert scharf und fordert die Abschaffung. Die ICE sei bis ins Mark verrottet.
Papst Leo hatte gerade erst auf die besondere Schutzbedürftigkeit migrierender Kinder hingewiesen. Einen Tag später stirbt ein Zehnjähriger auf einem völlig überfüllten Boot im Ärmelkanal. Auch zwei Frauen kommen ums Leben.
Viele GI-Babies wuchsen in Deutschland ohne Wissen über ihre Väter auf. Besonders Kinder afroamerikanischer Soldaten erlebten zusätzlich rassistische Ausgrenzung. Jennifer Battenfeld, Tochter eines US-Soldaten, erklärt im Gespräch wie sie im Verein „GI Babies“ andere Betroffene unterstützt. Von Susanne Rochholz
In Deutschland herrscht Bildungsungleichheit. Der Verein „Tausche Bildung für Wohnen“ fördert Kinder aus benachteiligten Vierteln. Die Idee aus Duisburg wächst und wächst. Von Yuriko Wahl-Immel
Aggression, Rückzug oder scheinbare Gleichgültigkeit werden schnell als Fehlverhalten bewertet. Häufig erzählen sie jedoch von Angst, Überlastung, Ausgrenzung oder fehlender Zugehörigkeit. Von Esma Coşgun
USA für Reiche, Georgien und Ukraine für Arme - obwohl Leihmutterschaften in Deutschland verboten sind, können Wunscheltern Angebote im Ausland nutzen. Das ethische Problem werde ins Ausland verlagert, erklärt Soziologe Stefan Sell. Von diesem System profitierten Agenturen. Von Karsten Packeiser