Völkerrecht in der Krise
Deutschlands Schweigen schwächt Helfende und Opfer
19.07.2026

Wer Verstöße nur bei politischen Gegnern verurteilt, verliert an Glaubwürdigkeit. Der Geschäftsführer der deutschen Sektion von „Ärzte ohne Grenzen“, Christian Katzer, warnt im Gespräch, dass bewaffnete Gruppen weltweit genau beobachten, welche Verbrechen Konsequenzen haben - und welche stillschweigend hingenommen werden. Welche Rolle spielt Deutschland dabei? Von Moritz Elliesen
10 Jahre OEZ-Anschlag in München
Eltern kämpfen weiter um Anerkennung und Gerechtigkeit
19.07.2026

Beim rassistischen Anschlag am Münchner OEZ wurde der 14-jährige Can getötet. Für seine Eltern setzte sich das Leid nach dem Anschlag in den Reaktionen von Polizei, Behörden und Politik fort - die rassistische Dimension der Tat wurde lange bestritten. Von Cordula Dieckmann und Johannes Mörz
Kurswechsel
Drei Todesfälle binnen weniger Tage verschärfen Kritik an ICE
15.07.2026

Innerhalb weniger Tage starben in Florida, Texas und Maine Menschen im Zusammenhang mit Einsätzen der US-Migrationsbehörde. Die Vorfälle verschärfen die Kritik an Trumps Abschiebepolitik. Die Behörde zieht erste Konsequenzen.
EU-Streit um Doppelmoral
Deutschland bremst Debatte um Israel-Sanktionen aus
13.07.2026

Die EU-Mitgliedstaaten sind sich über die Völkerrechtswidrigkeit der israelischen Siedlungspolitik einig. Umstritten bleibt, welche Konsequenzen sie daraus ziehen. Etliche Staaten fordern Sanktionen, Deutschland ist dagegen. Spanien, Frankreich und Schweden sprechen von Doppelmoral. Von Ansgar Haase und Michael Brandt
Blaulicht im Juni 2026
Hakenkreuze, Schläge, Drohungen – und der allgegenwärtige Hass
02.07.2026

Polizeimeldungen aus dem Juni zeigen ein Alltagspanorama des Hasses: Menschen werden rassistisch bedroht, geschlagen oder gedemütigt; Hakenkreuze landen an Moscheen, Schulen und Brücken. Die Fallliste ist keine Statistik – aber ein Warnsignal.
Verfassungsschutz
AfD treibt Anstieg im rechtsextremen Spektrum
30.06.2026

Das rechtsextreme Personenpotenzial ist laut Verfassungsschutz um 17 Prozent gestiegen. Einen wesentlichen Anteil daran sieht die Behörde in der gewachsenen Anhängerschaft der AfD. Von Lukas Philippi und Corinna Buschow
Polizeigewalt
Nach Tod von Ibrahima Barry: Beamte schweigen vor Gericht
24.06.2026

Ein Geflüchteter aus Guinea stirbt nach einem Polizeieinsatz in Mülheim/Ruhr. Neun Beamt:innen stehen nun in Duisburg vor Gericht. Die Anklage wirft ihnen eine rechtswidrige und gefährliche Fesselung vor, sieht aber keine Schuld am Tod – ein juristischer Widerspruch mit Sprengkraft.
Rechte Gewalt
Innenminister reden über Sicherheit – TGD vermisst Schutz für Migranten
17.06.2026

Zum Start der Innenministerkonferenz fordert die Türkische Gemeinde mehr Schutz für Menschen mit Migrationsgeschichte. Wer über Sicherheit spreche, dürfe Betroffene rechter Gewalt nicht nur als Problem in Migrationsdebatten behandeln. Auf der Tagesordnung der Minister stehen ganz andere Punkte.
Belfast
Soziale Ohnmacht trifft die Schwächsten
14.06.2026

In Belfast greifen rechte Mobs Migranten an und machen sie zu Schuldigen für Krisen, die sie nicht verursacht haben. Der Zorn trifft die Schwächsten statt die politischen und ökonomischen Verhältnisse. Von Joachim Glaubitz
„Neukölln-Komplex“
Bericht fordert mehr Wissen über rechte Strukturen bei Polizei
10.06.2026

Der Untersuchungsausschuss zum Neukölln-Komplex sieht schwere Defizite bei Polizei und Staatsanwaltschaft. Die Behörden erkannten die rechtsextreme Anschlagsserie zu spät; Betroffene fühlten sich mit ihrer Angst vor rechtem Terror nicht ernst genommen. Der Fall erinnert an den NSU-Komplex. Von Marion van der Kraats und Andreas Rabenstein