Gegen das Vergessen
Bundeskunsthalle zeigt neue Wege des Gedenkens an NS-Verbrechen
14.10.2026

Ein Baumversteck, eindringliche Bilder und ein interaktives Hologramm: Eine neue Ausstellung in Bonn verbindet Kunst mit historischen Zeugnissen. Sie fragt, wie die Erinnerung an nationalsozialistische Verbrechen auch für kommende Generationen lebendig bleiben kann. Von Christoph Driessen
Kinostart für „Heimsuchung“
Ein Haus am See – und die Abgründe deutscher Geschichte
13.10.2026

Jenny Erpenbecks Roman „Heimsuchung“ wird zum Kinostoff: An einem See in Brandenburg wechseln Bewohner und politische Systeme. Besonders eindringlich wird das Schicksal einer jüdischen Familie geschildert. Die Konzentration auf knapp zwei Stunden hat allerdings ihren Preis. Von Barbara Schweizerhof
Rezension
Shida Bazyar und die Kunst des kollektiven Wegsehens
11.10.2026

Shida Bazyar hat mit ihrem Roman Die Lücken den Deutschen Buchpreis 2026 gewonnen. Sie erzählt von jüdischen Familien, die aus einer Kleinstadt verschwinden, und von Bewohnern, die ihre Mitverantwortung verdrängen. Jahrzehnte später: Wiederholt sich die Geschichte? Ein hochaktueller Roman. Von Edgar Pocius
Deutscher Buchpreis
„Die Lücken“ trifft einen Nerv, den Deutschland nicht loswird
06.10.2026

Der Wunsch nach einem historischen Schlussstrich bekommt literarischen Gegenwind: Shida Bazyar erzählt von NS-Verstrickung, Schweigen und Rassismus bis in die Gegenwart. Dafür erhält sie den Deutschen Buchpreis – mit einem Werk, das Gleichgültigkeit ausdrücklich verweigert. Von Jenny Tobien und Anna Ringle
SS-Mann und Unternehmer
Leifheit: Studie bestätigt Nähe zum Nationalsozialismus
29.09.2026

Für viele galt Günter Leifheit als eine am Gemeinwohl orientierte Lichtgestalt – eine Erfolgsgeschichte aus der Wirtschaftswunderzeit. Doch der Unternehmer war einst überzeugter Nazi und bei einer SS-Eliteeinheit. Von Karsten Packeiser
Holocaust und Ordnung
Wie ein 93-Jähriger zufällig seine verschleppte Oma entdeckt
16.09.2026

Toni Heilmaier besuchte eine Schülerausstellung in seinem Münchner Stadtteil. Dort begegnete ihm unerwartet das Bild seiner Großmutter – und mit ihm eine Familiengeschichte, die jahrzehntelang im Verborgenen geblieben war. Von Britta Schultejans
Zeitdokumente
Erste Briefe nach dem Holocaust erzählen vom Überleben
15.09.2026

Eine neue Sammlung von Yad Vashem versammelt frühe Briefe jüdischer Überlebender nach 1945. Sie erzählen von Befreiung, Trauer, familiärem Verlust, seelischer Leere und der schwierigen Frage, ob und wo ein neues Leben beginnen konnte. Von Verena Schmitt-Roschmann
Finale Staffel
„Babylon Berlin“ endet mit Mahnung an die Gegenwart
09.09.2026

Nach fast einem Jahrzehnt endet „Babylon Berlin“. Das Finale führt vor Augen, wie die Weimarer Demokratie unterging und die Nationalsozialisten ihre Macht ausbauten. Eine historische Perspektive, die der Serie eine Gegenwartsnähe verleiht - beunruhigend aktuell. Von Julia Kilian
90 Jahre Sachsenhausen
Vom SS-Modelllager zur Zentrale des KZ-Terrors
03.09.2026

Für die Nazis war es ein modernes und perfekt am Zweck ausgerichtetes Gelände: Im KZ Sachsenhausen sollten die Insassen dem totalen Terror ausgesetzt sein. Im September vor 90 Jahren wurden die ersten Häftlinge dorthin verschleppt. Von Yvonne Jennerjahn
Andrea Löw im Gespräch
Holocaust-Forscherin sieht Parallelen zur AfD
31.08.2026

Der Herbst 1941 markierte einen entscheidenden Wendepunkt auf dem Weg zum Holocaust. Historikerin Andrea Löw erklärt im Gespräch, wie Ausgrenzung in systematische Deportation mündete – und warum sie angesichts des Aufstiegs der AfD heute Warnzeichen erkennt. Von Susanne Rochholz