Für Abschiebungen nach Afghanistan arbeitet Deutschland praktisch mit den Taliban zusammen. Pro Asyl und der Menschenrechtsbeauftragte Castellucci warnen vor einer Aufwertung des Regimes. Gleichzeitig wurden weitere 22 afghanische Straftäter abgeschoben.
Um mehr Menschen nach Afghanistan abschieben zu können, erlaubt die Bundesregierung weiteren Vertretern der Taliban die Einreise. Sie sollen unter anderem Identitäten bestätigen und Dokumente ausstellen, die von den Machthabern in Kabul anerkannt werden. Eine umstrittene Praxis.
Rudabeh lernt Deutsch, sucht Arbeit und plant in Deutschland ihre Zukunft. Gleichzeitig entscheidet eine von den Taliban beeinflusste Botschaft über den Pass ihrer Familie. Gleichzeitig wächst die Sorge vor Abschiebungen. Von Irene Dänzer-Vanotti
Beobachter warnen vor Armut, Repression und schweren Menschenrechtsverletzungen, derweil schiebt Deutschland Menschen weiter nach Afghanistan ab – inzwischen nicht mehr nur Straftäter. Afghanische Menschenrechtsorganisationen sorgen sich unterdessen über die Zunahme öffentlicher Auspeitschungen.
Nach Monaten im Versteck gelang Mariam die Evakuierung aus Afghanistan. In Deutschland wollte die afghanische Richterin neu beginnen. Doch für einen Pass soll sie nun ausgerechnet bei einem Vertreter jener Machthaber vorsprechen, vor denen sie floh. Von Gundula Haage
Fünf Jahre nach der Machtübernahme der Taliban ist die menschenrechtliche und humanitäre Lage in Afghanistan dramatisch. Entwicklungsministerin Alabali Radovan verspricht Hilfe – zugleich wächst die Kritik an Abschiebungen in das Land. Amnesty appelliert an die Bundesregierung.
Fünf Jahre nach der Machtübernahme der Taliban verschärft Deutschland seine Afghanistan-Politik. Schutzquoten für afghanische Männer sinken drastisch, Aufnahmezusagen werden infrage gestellt und Abschiebungen ausgeweitet – obwohl sich die Lage im Land nicht verbessert hat. Von Helen Rezene
Fünf Jahre nach der Machtübernahme der Taliban fordern Menschenrechtsorganisationen einen Abschiebestopp und schnellere Visa-Verfahren. Besonders kritisieren sie den Umgang mit gefährdeten Afghanen, denen Deutschland bereits eine Aufnahme zugesagt hat.
Rund 2,2 Millionen Mädchen sind in Afghanistan von weiterführenden Schulen ausgeschlossen. Unter der Taliban-Herrschaft leiden zugleich auch Jungen unter Lehrermangel, überfüllten Klassen und einem chronisch unterfinanzierten Bildungssystem. Von Julian Busch
Frauen und Mädchen werden in Afghanistan systematisch aus Bildung, Arbeit und öffentlichem Leben gedrängt. Neue Gesetze verschärfen Gewalt, Zwangsverheiratung und Abhängigkeit zusätzlich. Medica Mondiale nennt dieses institutionell verankerte System der Diskriminierung „Gender-Apartheid“. Von Claudia Rometsch