
Nordrhein-Westfalen
Fast jeder zweite Schüler hat Migrationserfahrung
Rund 1,1 Millionen Schüler in NRW haben Migrationserfahrung. Ihr Anteil liegt inzwischen bei 44,6 Prozent und ist damit gegenüber dem vorherigen Schuljahr erneut leicht gestiegen. Zwischen Coesfeld und Gelsenkirchen liegen allerdings fast 40 Prozentpunkte.
Dienstag, 01.09.2026, 15:50 Uhr|zuletzt aktualisiert: Dienstag, 01.09.2026, 15:50 Uhr Lesedauer: 1 Minuten |
Fast die Hälfte der Schülerinnen und Schüler in Nordrhein-Westfalen haben nach Angaben des Statistikamtes IT.NRW eine Migrationsgeschichte. Im Schuljahr 2025/2026 waren es demnach 1,1 Millionen Kinder und Jugendliche, was 44,6 Prozent der gesamten Schülerschaft an allgemeinbildenden und beruflichen Schulen entspricht. Gegenüber dem Schuljahr zuvor stieg der Wert leicht um 0,3 Prozentpunkte.
Nach Angaben der Behörde war der Anteil der Schülerinnen und Schüler mit Migrationserfahrung in den Vorjahren bereits kontinuierlich gestiegen. Im Schuljahr 2020/2021 lag er noch bei 39,4 Prozent. Freie Waldorfschulen und Weiterbildungskollegs sind in den Daten nicht inbegriffen.
Bei den verschiedenen Schulformen zeigt sich kein einheitliches Bild: An allgemeinbildenden Schulen lag der Anteil von Schülerinnen und Schülern mit Migrationsgeschichte im vergangenen Schuljahr bei 46,4 Prozent, an Berufsschulen bei 37,6 Prozent. Bei beiden wurde im Vergleich mit dem Vorjahr eine weitere Zunahme verzeichnet. An Grundschulen gab es hingegen einen leichten Rückgang. Der Anteil sank um 0,3 Punkte auf 47,4 Prozent.
Niedrigster Anteil im Kreis Coesfeld
Regional gibt es dabei deutliche Unterschiede: An Grundschulen in Nordrhein-Westfalen wurden laut IT.NRW in Gelsenkirchen (65,5 Prozent) und Duisburg (65,3 Prozent) die höchsten Anteile festgestellt. Die niedrigsten Werte wurden für die Kreise Coesfeld (26 Prozent) und Borken (29,9 Prozent) berechnet.
Den steigenden Anteil von Schülern mit Migrationserfahrung erklärt das Landesstatistikamt unter anderem mit den Fluchtbewegungen der vergangenen Jahre – etwa infolge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine.
Als Personen mit Zuwanderungsgeschichte gelten in der Statistik Schülerinnen und Schüler, auf die mindestens eines der folgenden Merkmale zutrifft: Sie selbst sind im Ausland geboren und nach Deutschland zugewandert, mindestens ein Elternteil ist im Ausland geboren und nach Deutschland zugewandert; oder die Sprache, in der sich die Familie untereinander verständigt, ist nicht Deutsch. Die Staatsangehörigkeit sei dabei unerheblich, erläutert das Statistikamt. (dpa/mig) Aktuell Gesellschaft
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