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Protest

Magdeburger Läden geschlossen – gegen AfD und Rassismus

Anderthalb Wochen vor der Abstimmung in Sachsen-Anhalt schließen zahlreiche von Migranten geführte Geschäfte in Magdeburg für mehrere Stunden. Die Aktion richtet sich gegen Rassismus und reagiert auf die hohen Umfragewerte der AfD vor der Landtagswahl.

Mittwoch, 26.08.2026, 19:52 Uhr|zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 26.08.2026, 19:52 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |  

Anderthalb Wochen vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt haben Geschäftsinhaber mit Migrationserfahrung einen halben Tag lang ihre Läden geschlossen – als Reaktion auf die hohen Umfragewerte für die AfD. Sie setzten damit in Magdeburg ein Zeichen für Demokratie.

Außerdem gab es am Mittag eine Kundgebung vor dem Landtag, zu der auch viele andere Menschen kamen. „Mit den Ladenschließungen wollen wir ein sichtbares und starkes Zeichen gegen Rassismus und Faschismus setzen“, sagte eine Mitorganisatorin.

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Sie betonte, die Politik der AfD schüre Rassismus, indem sie Migrantinnen und Migranten, Geflüchtete und Menschen unterschiedlicher Herkunft für gesellschaftliche Probleme verantwortlich mache. „Wir möchten ermutigen, genauer hinzusehen und sich mit den politischen Positionen und dem Parteiprogramm der AfD auseinanderzusetzen.“

Ein Großhändler erklärte, ihm gehe es um den Zusammenhalt in einem demokratischen Land. „Ich möchte auch in Zukunft mein Unternehmen friedlich führen können, ohne Angst zu haben.“

Jeder gehört zur Gesellschaft

„Uns ist wichtig: Niemand muss durch Arbeit oder wirtschaftliche Leistung beweisen, dass er oder sie zu dieser Gesellschaft gehört“, sagte Saeeid Saeeid vom Flüchtlingsrat Sachsen-Anhalt. „Menschenwürde und gesellschaftliche Zugehörigkeit gelten für alle.“

Rund 160 Geschäfte unter anderem rund um den Magdeburger Hasselbachplatz hatten ihre Teilnahme zugesagt und wollten von 10.00 bis 15.00 Uhr geschlossen bleiben, sagte die Organisatorin. Darunter seien Gastronomie, Barbershops, Kioske und andere Läden. Deutsch geführte Läden hätten angekündigt, sich anzuschließen. Rund um den Hasselbachplatz waren tatsächlich viele Geschäfte geschlossen, Plakate wiesen auf den „Migra-Streik“ hin, mehrere waren aber auch geöffnet.

Migranten sorgen für Kultur, Gastronomie, Pflege und Bau

„Was wir gerade erleben, ist ein außergewöhnlicher Zusammenhalt innerhalb der migrantischen Community“, so Saeeid vom Flüchtlingsrat. „Gewerbetreibende motivieren sich gegenseitig, schließen sich zusammen und erheben friedlich ihre Stimme gegen Rassismus und Ausgrenzung.“

Man wolle darauf aufmerksam machen, was fehlen würde, wenn es die von Migranten geführten Geschäfte nicht gebe, sagte die Mitorganisatorin. Migranten hielten auch die Pflege aufrecht, den medizinischen Bereich, sie brächten Pakete und seien auf dem Bau und in der Industrie tätig. „Wir wollen aber nicht nur als Arbeitskräfte gesehen werden, sondern als Menschen mit allen ihren Bedürfnissen“, sagte die Organisatorin, die als Sozialarbeiterin tätig ist.

„Lasst euch nicht spalten in Ausländer und Deutsche“

Der Streik solle ein Weckruf an die Gesellschaft sein, ein Appell, sich das Programm der AfD genau anzuschauen. „Lasst euch nicht spalten in Ausländer und Deutsche, die Gesellschaft muss zusammenbleiben.“

Am 6. September wird in Sachsen-Anhalt ein neuer Landtag gewählt. Derzeit führt die vom Verfassungsschutz als rechtsextremistisch eingestufte AfD in den Umfragen mit großem Abstand vor der aktuell regierenden CDU. (dpa/mig) Aktuell Panorama

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