
Keine Solidarität
Zwei Drittel der Iraner erhalten keinen Schutz in Deutschland
Für Gegner der iranischen Regierung ist die Lage im Land schon lange heikel. Bei Protesten zu Jahresanfang gab es Tote, Verletzte und viele Festnahmen. Asylanträge werden dennoch oft abgelehnt – auch die von Frauen.
Donnerstag, 26.03.2026, 14:11 Uhr|zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 26.03.2026, 14:11 Uhr Lesedauer: 1 Minuten |
Trotz der Eskalation im Iran hat zuletzt nur rund jeder dritte Asylsuchende aus dem Land Schutz in Deutschland erhalten. Das geht aus einer Auskunft des Bundesinnenministeriums an die Linken-Abgeordnete Clara Bünger hervor, die der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt.
So waren im Januar und Februar 35 Prozent der vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) entschiedenen Asylanträge in Deutschland erfolgreich. Ausgeklammert sind bei dieser Quote unter anderem Verfahren, die sich aus formalen Gründen erledigt haben, etwa weil ein anderes EU-Land zuständig war. Damit ist die Schutzquote allerdings zuletzt gestiegen: Im Jahresschnitt 2025 lag sie bei 26,8 Prozent.
Ende Dezember 2025 begannen im Iran landesweite Proteste, die ursprünglich durch eine massive Wirtschaftskrise und einen plötzlichen Absturz der Landeswährung Rial ausgelöst wurden. Die Proteste eskalierten am 8. und 9. Januar 2026, als die Unruhen auch Metropolen erreichten. Der Sicherheitsapparat reagierte mit brutaler Härte. Ende Februar griffen die USA und Israel mit Luftschlägen an, der Krieg dauert an.
Bünger verlangt Solidarität mit Iranern
Die Auskunft des Ministeriums zeigt auch, dass Iranerinnen und Iraner mit Klagen gegen ablehnende Asylbescheide häufig erfolgreich waren, und zwar im vergangenen Jahr in mehr als jedem dritten Fall – wenn man erledigte Verfahren ausklammert.
Die fluchtpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Clara Bünger, wertet dies als Indiz dafür, dass das Bamf zu strikt über Anträge von Iranern entscheidet. „Auch 61 Prozent der weiblichen Asylsuchenden aus dem Iran werden abgelehnt, trotz des frauenfeindlichen Regimes und systematisch diskriminierender Gesetze“, kritisierte Bünger. „Solidarität mit den Menschen im Iran sieht anders aus.“ Sie forderte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) zu einer Änderung der Bamf-Entscheidungspraxis auf. (dpa/mig) Aktuell Panorama
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