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Bauarbeiter (Archiv) © Peggy_Marco @ pixabay.com (Lizenz), bearb. MiG

Hessen

Mehr als 40 Prozent: EU-Fachkräfte arbeiten oft als einfache Helfer

In Hessen arbeiten viele qualifizierte EU-Fachkräfte in einfachen Helferjobs. In einigen Kreisen liegt der Anteil bei mehr als 40 Prozent – ein bundesweites Problem. Eine Fehlsteuerung sieht das Ministerium nicht.

Dienstag, 17.02.2026, 11:44 Uhr|zuletzt aktualisiert: Dienstag, 17.02.2026, 11:47 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |  

Tausende Fachkräfte aus EU-Ländern sind in Hessen in Helferjobs tätig. Das geht aus der Antwort von Arbeitsministerin Heike Hofmann auf eine parlamentarische Anfrage eines heute fraktionslosen und früheren AfD-Landtagsabgeordneten im Wiesbadener Landtag hervor.

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Zum Stichtag 31. Mai 2025 waren demnach von 82.576 sozialversichert beschäftigten EU-Ausländern mit anerkanntem Berufsabschluss laut der Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit 23.117 als Helfer beschäftigt. Das entspricht einem Anteil von rund 28 Prozent. Von 37.265 EU-Ausländern mit akademischem Berufsabschluss waren es demnach 3.544 und somit rund 9,5 Prozent.

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Land sieht kein Risiko für Fehlsteuerung

Der Anteil der EU-Fachkräfte mit anerkanntem Berufsabschluss in Helferjobs ist den Angaben zufolge in den Kreisen Wetterau und Vogelsberg mit jeweils 41,8 Prozent und Hersfeld-Rotenburg mit 40,1 Prozent überdurchschnittlich hoch.

„Das Risiko einer Fachkräftefehlsteuerung bei der Gruppe der EU-Bürger besteht aus Sicht der Landesregierung nicht“, erklärte die Ministerin. Das Land ergreife zahlreiche Maßnahmen, um Talente aus dem Ausland zu gewinnen, erklärte Hofmann.

Ministerium verweist auf Welcomecenter

Wichtige Bausteine seien die hessischen Welcomecenter. Die Standorte Frankfurt-Rhein-Main, Nord- und Mittelhessen sollen als zentrale Anlauf-, Service- und Beratungsstelle für internationale Arbeits-, Fach- und Führungskräfte, Auszubildende und Studierende sowie deren Familien im In- und Ausland dienen. Außerdem stehen sie Unternehmen, Betrieben und Verwaltungen bei der Beschäftigung und Ausbildung internationalen Personals unterstützend zur Seite.

Zudem habe die Landesregierung mit dem Integrationsbonus hiesigen Unternehmen und Trägern aus den Bereichen Kinder-, Jugend- und Eingliederungshilfe sowie Pflege dabei geholfen, über Deutschland hinaus Mitarbeiter zu gewinnen und nachhaltig zu binden, führte Hofmann aus. In 42 Einrichtungen und Betrieben mit bis zu 100 Beschäftigten sei mit dem Personalkostenzuschuss von bis zu 12.000 Euro die Durchführung betrieblicher Integrationsmaßnahmen gefördert worden.

Bundesweites Problem

Studien zeigen, dass nicht nur in Hessen, sondern im gesamten Bundesgebiet Fachkräfte aus dem Ausland überdurchschnittlich oft Tätigkeiten ausüben müssen, für die sie überqualifiziert sind. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Wer nicht ausreichend Deutsch spreche, werde auf dem Arbeitsmarkt oft auch hinsichtlich der Qualifikation abgewertet.

Aber auch Ausgrenzung und Diskriminierung spielen Untersuchungen zufolge eine große Rolle. Menschen mit ausländisch klingenden Namen werden in Deutschland auch bei gleichen Qualifikationen seltener zu Vorstellungsgesprächen eingeladen. Diese Menschen seien dann oft gezwungen, Jobs anzunehmen, die nicht ihrer Ausbildung entsprechen. (dpa/mig) Aktuell Panorama

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