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Frau im Handwerksberuf (Symbolfoto) © 123rf.com

Amtliche Zahlen

Frauen und Migranten oft überqualifiziert im Job

Viele Erwerbstätige in Deutschland arbeiten in Berufen, für die sie eigentlich zu gut ausgebildet sind. In der Altersgruppe der 15- bis 34-Jährigen trifft das vor allem auf zwei Gruppen zu.

Donnerstag, 29.01.2026, 10:12 Uhr|zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 29.01.2026, 9:01 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |  

Viele junge Menschen in Deutschland sind für ihren aktuellen Job überqualifiziert. Überdurchschnittlich häufig trifft das in der Altersgruppe der unter 35-Jährigen auf Frauen und Erwerbstätige mit Einwanderungsgeschichte zu, wie das Statistische Bundesamt auf Basis der Arbeitskräfteerhebung 2024 mitteilte.

Demnach gaben 15 Prozent der Erwerbstätigen im Alter von 15 bis 34 Jahren an, einen höheren Bildungsabschluss zu haben als für ihre Tätigkeit erforderlich. Bei Frauen (16 Prozent) ist dies etwas häufiger der Fall als bei Männern (13 Prozent).

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Menschen mit Einwanderungsgeschichte häufiger überqualifiziert

Noch häufiger sind der Statistik zufolge Menschen mit Migrationshintergrund formal überqualifiziert für die ausgeübte Tätigkeit (18 Prozent). „Bei Gleichaltrigen ohne Einwanderungsgeschichte hatten nur 14 Prozent einen höheren Abschluss als erforderlich“ so das Statistikamt.

Bei der großen Mehrheit der 15- bis 34-Jährigen in der Gesamtstichprobe stimmte nach Angaben der Wiesbadener Statistiker der Bildungsabschluss mit der ausgeübten Tätigkeit überein (78 Prozent), ein kleiner Teil (7 Prozent) hatte einen niedrigeren Abschluss als erforderlich, war also formal unterqualifiziert.

Migranten arbeiten überdurchschnittlich oft Fachfremd

Dass die Fachrichtung ihrer Berufsqualifikation nur teilweise, eher nicht oder überhaupt nicht zur aktuellen Tätigkeit passt, gaben insgesamt 22 Prozent der Erwerbstätigen an. Dieser Anteil fiel für Frauen und Männer gleich hoch aus.

Deutlich höher war der Anteil derjenigen, die in einer teilweise bis völlig abweichenden Fachrichtung arbeiteten, unter jungen Erwerbstätigen mit Einwanderungsgeschichte (28 Prozent). Am höchsten war er unter denjenigen, die selbst zugewandert waren (30 Prozent). Dagegen gaben nur 20 % der Gleichaltrigen ohne Einwanderungsgeschichte an, dass ihre Fachrichtung nur teilweise bis überhaupt nicht zur aktuellen Tätigkeit passt.

Wirtschaft auf Einwanderung angewiesen

Experten weisen immer wieder darauf hin, dass die deutsche Wirtschaft auch auf Zuwanderung von qualifizierten Arbeitskräften aus dem Ausland angewiesen ist, um dem Fachkräftemangel hierzulande zu begegnen. Zugleich wird angemahnt, Einwanderern eine faire Chance auf dem Arbeitsmarkt zu bieten. Statistische Ungleichheiten wie Überqualifizierung im Job seien oft die Folge von diskriminierenden Strukturen.

Als Person mit Einwanderungsgeschichte werden nach Angaben des Bundesamtes diejenigen erfasst, die entweder selbst oder deren beide Elternteile seit 1950 nach Deutschland eingewandert sind. (dpa/mig) Aktuell Panorama

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