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Geflüchtete im Sommer 2015 (Archiv) © John MacDougall/AFP

UNHCR-Umfrage

Zwei Drittel befürworten Schutz für Geflüchtete – woanders

Eine internationale Erhebung zeigt weiterhin breite Zustimmung zur Aufnahme von Menschen, die vor Krieg oder Verfolgung fliehen. Gleichzeitig wachsen Zweifel an Schutzgründen, Integration und der Bereitschaft, weitere Geflüchtete im eigenen Land aufzunehmen.

Dienstag, 14.07.2026, 12:58 Uhr|zuletzt aktualisiert: Dienstag, 14.07.2026, 12:58 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |  

Die grundsätzliche Unterstützung für Geflüchtete in Aufnahmeländern bleibt laut dem Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) weiter hoch. Einer am Dienstag in Genf veröffentlichten Umfrage zufolge befürworten 66 Prozent der Befragten in 29 Ländern, dass Menschen, die vor Krieg oder Verfolgung fliehen, in einem anderen Land Zuflucht suchen können. Trotz geopolitischer Krisen, wirtschaftlicher Belastungen in den Aufnahmeländern und scharfer Migrationsdebatten sei die Zustimmung gegenüber 2025 nur um einen Prozentpunkt gesunken.

Am stärksten war die Unterstützung in Schweden und den Niederlanden mit jeweils 78 Prozent, gefolgt von Spanien mit 76 Prozent. In Deutschland stimmten 69 Prozent der Befragten dem Recht auf Zuflucht zu.

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Zustimmung mit Vorbehalten

Die grundsätzliche Zustimmung steht jedoch neben erheblichen Vorbehalten. Länderübergreifend bezweifeln 61 Prozent der Befragten, dass viele Menschen, die Schutz beantragen, tatsächlich vor Krieg oder Verfolgung fliehen. Fast die Hälfte spricht sich sogar dafür aus, die Grenzen für Geflüchtete vollständig zu schließen.

Auch in Deutschland zeigt sich dieses widersprüchliche Bild: Während 69 Prozent das Recht auf Zuflucht unterstützen, befürworten zugleich 51 Prozent eine vollständige Schließung der Grenzen. Nur 30 Prozent rechnen damit, dass sich die meisten Geflüchteten erfolgreich integrieren werden, 62 Prozent sind gegenteiliger Ansicht.

Die Stimmung hat sich seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine deutlich verändert. Im Jahr 2022 hatten in Deutschland noch 49 Prozent mit einer erfolgreichen Integration gerechnet. Damals sprachen sich 32 Prozent für geschlossene Grenzen aus. Auch der Anteil derjenigen, die Geflüchteten einen positiven Beitrag für das Land zuschreiben, sank seither von 47 auf 35 Prozent.

Hilfe lieber vor Ort

Wie stark die Unterstützung von der konkreten Form der Hilfe abhängt, zeigt eine weitere Frage zu Menschen, die durch den Konflikt in Iran und Libanon vertrieben wurden. Am häufigsten befürworteten die Befragten humanitäre Hilfe vor Ort und diplomatische Maßnahmen. Nur sechs Prozent nannten die Aufnahme zusätzlicher Geflüchteter im eigenen Land als bevorzugte Reaktion.

Das UNHCR sprach von einem breiten Meinungsspektrum, das von den Verhältnissen vor Ort, der Berichterstattung, der politischen Debatte und den Erfahrungen der jeweiligen Länder geprägt sei. Insgesamt wurden zwischen dem 24. April und dem 8. Mai 2026 rund 21.500 Erwachsene in 29 Ländern befragt. (epd/mig) Aktuell Panorama

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