
Abschiebe-Report NRW
Mehr Abschiebungen unter politischem Druck
Die Zahl der Abschiebungen per Flugzeug ist in NRW erneut gestiegen. Laut Bericht standen die Verfahren auch 2025 unter politischem Druck; humanitäre und menschenrechtliche Belange drohen dabei in den Hintergrund zu geraten.
Dienstag, 07.07.2026, 13:24 Uhr|zuletzt aktualisiert: Dienstag, 07.07.2026, 13:26 Uhr Lesedauer: 1 Minuten |
Im vergangenen Jahr sind Beobachtern zufolge erneut mehr Menschen von nordrhein-westfälischen Flughäfen abgeschoben worden. Insgesamt seien 3.216 Menschen im Jahr 2025 per Flugzeug aus NRW in andere Länder zurückgeführt worden, heißt es im Bericht der unabhängigen Abschiebungsbeobachtung, der am Dienstag von der Evangelischen Kirche im Rheinland und der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe (RWL) vorgestellt wurde. Das waren sieben Prozent mehr als 2024 mit 3.007 Fällen.
Die meisten Menschen wurden laut Bericht 2025 über die Flughäfen Düsseldorf (2.934) und Köln-Bonn (265) abgeschoben. Düsseldorf liege damit bundesweit nach Frankfurt an zweiter Stelle. Grund für den gesamten Anstieg an den NRW-Flughäfen sei unter anderem die fortgeführte „Rückführungsoffensive“ der Bundesregierung, hieß es. Die Abschiebungen erfolgten dem Bericht zufolge auch 2025 „weiterhin unter erheblichem politischem und organisatorischem Druck“.
Schutzregeln werden nicht immer berücksichtigt
Bestehende Schutzverpflichtungen würden im Abschiebungsvollzug weiterhin nicht durchgängig berücksichtigt, insbesondere gegenüber vulnerablen Personen, erklärte Abschiebungsbeobachter Mert Sayim: „Unter dem zunehmenden Druck, Abschiebungen konsequent umzusetzen, drohen humanitäre und menschenrechtliche Belange in den Hintergrund zu treten.“ Der Schutz von Gruppen wie Kinder oder schwer kranke Menschen müsse von Anfang an in allen Abläufen mitgedacht und verpflichtend umgesetzt werden.
Die Abschiebungsbeobachtung NRW besteht seit 25 Jahren. 2001 wurde die Beobachtung für die Flughäfen in NRW, vorrangig in Düsseldorf, eingerichtet und ist bei der Diakonie RWL angesiedelt. Im Forum Flughäfen tauschen sich staatliche Behörden, Kirchen und Nichtregierungsorganisationen über das Thema aus. (epd/mig) Aktuell Panorama
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