
„Feiger Anschlag“
AfD-Mitglied zündet eigenes Auto an – und beschuldigt Antifa
Ein Fall in Uffenheim legt die politischen Reflexe der AfD offen: Erst das eigene Auto anzünden, dann mit gefälschtem Drohbrief die Antifa beschuldigen, danach alles zum Einzelfall erklären – ein bekanntes Muster rechter Kommunikation.
Sonntag, 22.03.2026, 10:56 Uhr|zuletzt aktualisiert: Sonntag, 22.03.2026, 10:56 Uhr Lesedauer: 2 Minuten |
Ein AfD-Mitglied in Uffenheim hat einem Bericht des Polizeipräsidiums Mittelfranken zufolge sein eigenes Auto angezündet und versucht, die Schuld dafür politisch linksgerichteten Gruppierungen in die Schuhe zu schieben. Der Mann habe inzwischen gestanden, den Brand gelegt und einen angeblichen Drohbrief der Antifa gefälscht zu haben, teilte die Polizei in Nürnberg mit.
Nach dem Brand an dem Fahrzeug und den Ausführungen des Besitzers hatte zunächst der Staatsschutz ermittelt, weil eine politisch motivierte Straftat im Raum gestanden hatte. Nachdem die Ermittlungen in diese Richtung ins Leere gelaufen seien, sei zunehmend der Eigentümer ins Visier der Polizei geraten. Schließlich seien bei der Analyse des angeblichen Drohbriefes auffällige Übereinstimmungen mit der Handschrift des Mannes festgestellt worden.
AfD sprach von einem „feigen Anschlag“
Die AfD selbst hatte in einer Pressemitteilung vom 8. Februar noch von einem „feigen Anschlag“ gegen ein Parteimitglied geschrieben. Zuvor hatte ein rechtes Online-Medium getitelt: „’Wir kriegen dich‘ – AfD-Mitglied in Uffenheim bedroht: Auto erst beschmiert, dann angezündet!“
Der AfD-Ortsverband Neustadt/Aisch kündigte nun Konsequenzen an. „Gegen die betreffende Person werden wir parteiinterne Ordnungsmaßnahmen einleiten.“ AfD-Landeschef Stephan Protschka sprach von einem Fehlverhalten einer Einzelperson. „In dieser Angelegenheit sind wir keine Täter und lassen uns auch nicht zu Tätern machen“, heißt es in einer schriftlichen Erklärung des Ortsverbands. Eine pauschale Übertragung auf die gesamte Partei und ihre Mitglieder verbiete sich.
Bekannte Strategie rechter Kommunikation
Protschka rechtfertigte die Reaktion der AfD-Gliederungen unmittelbar nach dem Brand. Eine politisch motivierte Tat zum Nachteil der AfD habe zumindest im Bereich des Möglichen gelegen. „Vor diesem Hintergrund war es nachvollziehbar, dass entsprechende Überlegungen angestellt wurden“, sagte er mit Blick auf die von der AfD erhobenen Anschlagsvorwürfe.
Der Amadeu-Antonio-Stiftung zufolge ist das eine bekannte Strategie rechter Kommunikation – „Täter-Opfer-Umkehr“. Gemeint ist das Muster, andere als extremistisch darzustellen und sich selbst als Opfer von Angriffen zu inszenieren. Dabei würden Angriffe von politischen Gegnern pauschal aufgebauscht, während Fehler in eigenen Reihen zu Einzelfällen heruntergespielt würden. (dpa/mig) Aktuell Panorama
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