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Seenotretter im Einsatz © Sea Watch 4 @ Twitter

Notstand an Bord

Italien verweigert Seenotrettern nahen sicheren Hafen

Mehr als 50 gerettete Menschen harren weiter auf der „Sea-Watch 5“ aus – erschöpft, krank, teils verletzt, eine schwangere Frau unter ihnen. Während sich der medizinische Notstand zuspitzt, verweigern die Behörden einen nahen sicheren Hafen und machen das Mittelmeer erneut zum Schauplatz politisch kalkulierter Härte.

Mittwoch, 18.03.2026, 14:02 Uhr|zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 18.03.2026, 14:02 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |  

Nach der Rettung von mehr als 90 Menschen im Mittelmeer hat die „Sea-Watch 5“ den Notstand an Bord ausgerufen. Die Organisation Sea-Watch, die das Schiff unterhält, begründete den Schritt am Mittwoch mit der akuten medizinischen Notlage und der Verweigerung eines nahegelegenen sicheren Hafens durch die italienischen Behörden.

Das Anlaufen eines Hafens sei in dieser Situation die einzige Möglichkeit, das Grundrecht auf Leben der 57 noch an Bord befindlichen Geretteten zu schützen und die weitere Eskalation einer gesundheitlichen Krise abzuwenden, teilte Sea-Watch mit. Die Geretteten litten unter anderem an Seekrankheit, Erschöpfung und Treibstoffverbrennungen. Diese müssten unter angemessenen klinischen Bedingungen behandelt werden, um Infektionen oder im schlimmsten Fall eine Sepsis zu verhindern.

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Seit Montag vor Sizilien

Das Rettungsschiff hatte den Angaben zufolge am Sonntag 93 Flüchtlinge und Migranten in internationalen Gewässern gerettet. 36 der Überlebenden, darunter mehrere Minderjährige und ihre Angehörigen, seien bereits evakuiert worden. Das Schiff liegt seit Montag vor der italienischen Mittelmeerinsel Sizilien.

Die Behörden hätten der „Sea-Watch 5“ den Hafen Marina di Carrara im Norden des Landes zugewiesen, der mehr als 1.100 Kilometer vom Rettungsort entfernt liege, teilte Sea-Watch mit. Die Fahrt über eine solch weite Strecke sei für die Überlebenden jedoch zu gefährlich.

Schwangere Frau an Bord

Laut Sea-Watch werden an Bord auch mehrere Menschen aufgrund von Asthma und fieberhaften Infektionen der Atemwege medizinisch betreut. Zudem sei eine schwangere Frau an Bord. Die Menschen hätten ein Recht auf Schutz und medizinische Versorgung – „und zwar jetzt“, sagte Chiara Milanese, Einsatzleiterin der „Sea-Watch 5“.

Das Mittelmeer zählt zu den gefährlichsten Fluchtrouten der Welt. Seit Beginn des Jahres kamen laut der Internationalen Organisation für Migration (IOM) 682 Menschen bei der Überfahrt ums Leben, oder sie werden vermisst. Italien weist den Schiffen privater Seenotretter häufig weit entlegene Häfen zu. (epd/mig) Aktuell Panorama

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