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Blutproben in der Klinik (Symbolfoto) © Belova59 @ pixabay.com (Lizenz), bearb. MiG

Studie

Iraner in Deutschland gut in Arbeitsmarkt integriert

Auf dem Arbeitsmarkt müssen vor allem Menschen ausländischer Herkunft sprachliche Hürden überwinden. Doch viele Iraner scheinen es zu meistern. Und wie eine Studie zeigt: vor allem Iranerinnen.

Von Donnerstag, 12.03.2026, 10:12 Uhr|zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 12.03.2026, 11:34 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |  

Die Mehrheit der in Deutschland lebenden Iranerinnen und Iraner im erwerbsfähigen Alter sind einer aktuellen Studie zufolge sehr gut in den Arbeitsmarkt integriert. Demnach waren im November 2025 weit mehr als die Hälfte (58,6 Prozent) der rund 162.000 in Deutschland lebenden Iraner im erwerbsfähigen Alter sozialversicherungspflichtig beschäftigt, wie es in der Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln (IW) heißt. Das entspräche dem Niveau der Bürger anderer EU-Länder von 58,8 Prozent und liege deutlich über dem Wert für alle Ausländer von 52,5 Prozent. Zudem übten die iranischen Staatsangehörigen weit häufiger qualifizierte Fachkraft-Tätigkeiten aus, hieß es.

Demnach waren zum selben Zeitpunkt 43,5 Prozent der Iraker, 41,3 Prozent der Afghanen und 40,4 Prozent der Syrer in einem Beschäftigungsverhältnis. Allerdings sei der Anteil der Personen mit iranischer Staatsbürgerschaft, die Bürgergeld bezogen, im Oktober 2025 mit 17,2 Prozent leicht höher gewesen als bei allen erwerbsfähigen Ausländern mit 16,5 Prozent. Zuerst hatten die Zeitungen der Essener Funke Mediengruppe über die Studie berichtet.

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Hohes Bildungsniveau

Drei Viertel (73,1 Prozent) der 162.000 in Deutschland lebenden iranischen Staatsangehörigen arbeiten laut Studie als Fachkräfte, fast ein Drittel (31,7 Prozent) sogar als Spezialisten und Experten mit akademischer Ausbildung, Meistertitel oder als Techniker – gegenüber 62,7 beziehungsweise 18,3 Prozent bei anderen ausländischen Beschäftigten. Dementsprechend höher sei auch das Monatsgehalt der Iranerinnen und Iraner: Sie bekamen im Schnitt 3.528 Euro, während alle anderen Immigranten durchschnittlich 3.204 Euro erhielten.

Das liege auch daran, dass Iraner im Vergleich zu anderen Zuwanderergruppen über ein sehr hohes Bildungsniveau verfügten, hieß es weiter. So hätten 43,3 Prozent der iranischen, aber nur 19,5 Prozent aller ausländischen Beschäftigten einen akademischen Bildungsabschluss.

Im Vergleich zu anderen ausländischen Beschäftigten sind vor allem die iranischen Frauen gut in den deutschen Arbeitsmarkt integriert, wie Studien-Autor Wido Geis-Thöne betonte. Mit 41 Prozent habe ihr Anteil im vergangenen Jahr etwas höher als bei den anderen Ausländerinnen mit 39 Prozent gelegen.

Viele Iraner arbeiten im Gesundheitswesen, wenige auf dem Bau

Beim Blick auf die Branchen waren die sozialversicherungspflichtig beschäftigten Iranerinnen und Iraner mit einem Anteil von 11,2 Prozent sehr viel häufiger im Gesundheitswesen tätig als alle Ausländer mit nur 6,0 Prozent, wie die Studie ergab. Gleiches gilt mit einem Anteil von 10,6 Prozent gegenüber 5,8 Prozent auch für den Bereich von Immobilien sowie freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen. Dagegen waren sie im verarbeitenden Gewerbe (11,0 Prozent gegenüber 16,3 Prozent), bei den sonstigen Dienstleistungen (9,2 Prozent gegen 13,6 Prozent) und im Baugewerbe (3,3 Prozent gegen 7,8 Prozent) deutlich schwächer vertreten.

Grundlagen der Studie sind Daten der Bundesagentur für Arbeit und des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge. Hinzugezogen wurden zudem die Ergebnisse des Mikrozensus 2024. (dpa/mig) Aktuell Gesellschaft Studien

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