
Kurs auf Menschenrechte
Spanien will 500.000 Migranten Aufenthaltstitel geben
Spanien schlägt in der Migrationspolitik einen für Europa inzwischen ungewöhnlichen Kurs: „Wir stärken ein auf Menschenrechten basierendes Migrationsmodell“, sagt Regierungssprecherin Elma Saiz. Was sich für Migranten in Spanien jetzt verbessert.
Mittwoch, 28.01.2026, 10:21 Uhr|zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 28.01.2026, 10:21 Uhr Lesedauer: 1 Minuten |
Spaniens linksgerichtete Regierung hat die Legalisierung des Aufenthaltsstatus von rund 500.000 Migranten eingeleitet. Das habe das Kabinett beschlossen, sagte Regierungssprecherin Elma Saiz bei einer im Fernsehen übertragenen Pressekonferenz. „Wir stärken ein auf Menschenrechten basierendes Migrationsmodell“, betonte Saiz, die auch Ministerin für Soziales und Migration ist.
Spanien fährt damit einen anderen Kurs, als viele andere westliche Länder, allen voran die USA unter Präsident Donald Trump, der alle Ausländer ohne legalisierten Status abschieben lassen will. Auch in Deutschland und weiteren Europäischen Ländern sind die Regierungen zunehmend bemüht, die Migration zu kontrollieren und zu begrenzen.
Der Beschluss der spanischen Regierung sieht vor, dass alle Einwanderer, die nachweisen, dass sie sich vor dem 31. Dezember 2025 in Spanien aufgehalten und keine Straftaten begangen haben, auf Antrag eine vorläufige Aufenthaltserlaubnis mit sofortiger Arbeitserlaubnis erhalten. Nach einem Jahr kann sie in eine reguläre Aufenthaltserlaubnis umgewandelt werden.
Migration nach Spanien
Die Regierung optierte dafür, die Maßnahme per Dekret umzusetzen, nachdem eine entsprechende Gesetzesinitiative im parlamentarischen Verfahren stecken geblieben war und voraussichtlich keine Mehrheit gefunden hätte. Die konservative Volkspartei PP und die rechtspopulistische Vox warnen vor möglichen politischen Risiken und Belastungen für den Arbeitsmarkt sowie die sozialen Sicherungssysteme.
Spanien hat in den vergangenen Jahren einen deutlichen Anstieg der Zuwanderung erlebt. Nach jüngsten Daten des nationalen Statistikamtes lebten im Jahr 2025 rund 9,8 Millionen Menschen im Land, die im Ausland geboren wurden – knapp 20 Prozent der Gesamtbevölkerung. Die größten Gruppen ausländischer Herkunft kamen aus Marokko, Kolumbien, Venezuela, Rumänien und Ecuador. (dpa/mig) Aktuell Ausland
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