
Mangelndes Vertrauen?
Polizeibeauftragter: Schwarze melden Diskriminierung „viel zu wenig“
Er höre oft von diskriminierendem Verhalten der Polizei gegenüber Schwarzen Menschen, sagt der Bundespolizeibeauftragte. Formelle Eingaben erreichten ihn aber nur wenig. Nun will er den Kontakt zur Community suchen, um Vertrauen aufzubauen.
Mittwoch, 14.01.2026, 11:21 Uhr|zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 14.01.2026, 11:21 Uhr Lesedauer: 2 Minuten |
Der Polizeibeauftragte des Bundes, Uli Grötsch (SPD), will einen Schwerpunkt seiner Arbeit in diesem Jahr auf Kontakte zu den Organisationen Schwarzer Menschen in Deutschland legen. Seinem Gefühl nach gebe es bei seiner Stelle viel zu wenige Eingaben Schwarzer Menschen, sagte Grötsch am Dienstag in Berlin. Ihm werde oft von Diskriminierungserfahrungen berichtet, die aber formell nicht bei ihm landeten. „Dann kann ich damit auch nicht arbeiten“, sagte er.
Grötsch sagte, es habe ein erstes Treffen mit der Community der People of Color gegeben. Er wolle das erste Halbjahr dafür nutzen, sich weiter mit der Zivilgesellschaft zu vernetzen. Gruppen, die am häufigsten Diskriminierungserfahrungen auch durch Polizeibeamte machten, sollen dadurch erfahren, wie seine Stelle arbeite. Ob sich Betroffene an ihn wendeten, habe auch viel mit Vertrauen zu tun, sagte er.
Sensibilität in der Polizei erhöhen
Grötsch ist seit März 2024 der erste Polizeibeauftragte des Bundes. Zuständig ist er für den Bereich der Bundespolizei, die etwa für Grenzkontrollen und Sicherheit an Bahnhöfen zuständig ist. Er setzt sich einerseits für die Belange der Polizistinnen und Polizisten ein. Ein Schwerpunktthema ist dabei etwa die Ausstattung von Liegenschaften. Als unabhängige Stelle soll er andererseits auch Hinweisen von Beschäftigten sowie Bürgerinnen und Bürgern auf mögliches Fehlverhalten und strukturelle Missstände bei der Polizei nachgehen.
Grötsch setzt sich nach eigenen Worten auch dafür ein, dass Bundespolizisten und -polizistinnen in der Aus- und Fortbildung stärker sensibilisiert werden, um Diskriminierung zu vermeiden. Die Gruppe der People of Color sei sensibel für Begriffe, sagte er. Deswegen müssten Polizisten Begriffe kennen, „wie man NS-Symbole als Polizist kennen muss“, sagte er. Für Februar plant Grötsch eigenen Worten zufolge zudem ein Treffen mit Angehörigen von Opfern rechtsterroristischer Anschläge. (epd/mig) Aktuell Panorama
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