
Wintersemester 25/26
Zahl internationaler Studierender steigt weiter
Rund 420.000 internationale Studierende sind derzeit an deutschen Hochschulen eingeschrieben – ein Plus von vier Prozent. Der Anstieg trifft auf einen Hochschulalltag, der für viele Studierende zum Hürdenlauf wird.
Sonntag, 11.01.2026, 10:33 Uhr|zuletzt aktualisiert: Samstag, 10.01.2026, 16:36 Uhr Lesedauer: 2 Minuten |
Die Zahl der ausländischen Studentinnen und Studenten an deutschen Hochschulen ist im laufenden Wintersemester weiter gestiegen. Wie der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) in Bonn auf Basis einer Umfrage mitteilte, sind derzeit rund 420.000 internationale Studierende und Promovierende an deutschen Hochschulen eingeschrieben. Das entspreche einem Zuwachs von gut vier Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Nach DAAD-Hochrechnung sind zudem rund 99.000 ausländische Studienanfänger erstmals an deutschen Hochschulen eingeschrieben. Das entspreche einem Zuwachs von neun Prozent gegenüber dem Vorjahr.
320 deutsche Hochschulen befragt
Für die Schnellabfrage zum Wintersemester hat der DAAD von Anfang bis Mitte Dezember 320 staatlich anerkannte deutsche Hochschulen befragt und 212 Rückmeldungen erhalten. Auf dieser Basis hat der DAAD eine Hochrechnung der Studierendenzahl an diesen Hochschulen in Deutschland vorgenommen.
„Deutschland und seine Hochschulen sind nachweislich ein attraktives Ziel für Studierende und Promovierende aus aller Welt“, sagte DAAD-Präsident Joybrato Mukherjee. Der akademische Nachwuchs aus dem Ausland bereichere die Hochschulen, trüge zur Stärkung des Innovationsgeschehens bei und leiste nach dem Abschluss einen wichtigen Beitrag für Wissenschaft, Wirtschaft und die Sozialsysteme.
Hohe Kosten trotz kostenloser Studienplätze
Dass Deutschland für viele attraktiv ist, bedeutet allerdings nicht, dass der Start in Germany einfach ist. Für viele internationale Studierende beginnen die Hürden bei den Lebenshaltungskosten. Städte mit Universität sind in der Regel teurer und viele Studierende müssen nebenbei jobben, um über die Runden zu kommen. Studierendenwerke weisen seit Jahren darauf hin, dass finanzielle Engpässe bei internationalen Studierenden überdurchschnittlich häufig sind.
Auch sprachlich erleben viele internationale Studierende einen steilen Einstieg, weil in Deutschland Englischkenntnisse oft nicht als ausreichend betrachtet werden. Kritik gibt es immer wieder an der Ausstattung von Hochschulen: Beratungsangebote, Orientierung und Unterstützung seien je nach Standort sehr unterschiedlich – und nicht überall ausreichend auf internationale Studierende zugeschnitten.
Bürokratie: Ausländerbehörden als Flaschenhals
Für Studierende aus Staaten außerhalb der EU kommen auf dem Weg durch das Studium oft weitere formale Hürden hinzu: Visa, Aufenthaltstitel, Fristen, Nachweise. Hochschulen raten Studierenden deshalb teils ausdrücklich, sich sehr früh um Termine bei der zuständigen Ausländerbehörde zu kümmern. Betroffene berichten seit Jahren von langen Wartezeiten, schwer erreichbaren Behörden und auch von Diskriminierung in Amtsstuben.
Wie verbreitet Diskriminierungserfahrungen im Hochschulkontext sind, legen Auswertungen bundesweiter Studierendenbefragungen nahe: In einer Veröffentlichung auf Basis des „Student Survey in Germany“ wird berichtet, dass ein Teil der Studierenden selbst Diskriminierung erlebt und viele Diskriminierung bei anderen beobachtet haben. (epd/mig) Aktuell Panorama
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