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Ausbildung im Betrieb © shixugang @ pixabay.com (Lizenz), bearb. MiG

Statistikamt

Ausländische Berufseinsteiger schließen mehr Ausbildungsverträge

Ausländische Auszubildende haben auf dem deutschen Ausbildungsmarkt eine wachsende Bedeutung: Ihr Anteil steigt bei insgesamt rückläufigen Zahlen. Und noch immer entscheiden sich Männer und Frauen für unterschiedliche Berufe.

Donnerstag, 28.08.2025, 11:51 Uhr|zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 28.08.2025, 11:51 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |  

In Deutschland haben im vergangenen Jahr etwas weniger Jugendliche und Erwachsene einen Ausbildungsvertrag neu abgeschlossen als 2023. Wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte, wurden 2024 insgesamt rund 475.100 Ausbildungsverträge in der dualen Berufsausbildung, also in einem Betrieb und der Berufsschule, neu abgeschlossen. Das seien 1,0 Prozent oder rund 4.700 Verträge weniger als die etwa 479.800 aus dem Jahr 2023. Dabei sei die Zahl der von deutschen Auszubildenden abgeschlossenen Neuverträge um 4 Prozent gesunken, während die Zahl der Neuverträge von Auszubildenden mit ausländischer Staatsangehörigkeit deutlich um 17 Prozent gestiegen sei, hieß es.

Auch im Zehnjahres-Vergleich zeigte sich dieser Trend: Die Zahl der Neuverträge von ausländischen Auszubildenden habe sich von 36.200 im Jahr 2014 auf rund 70.000 im Jahr 2024 nahezu verdoppelt (plus 93 Prozent). Im selben Zeitraum ging die Gesamtzahl neu abgeschlossener Ausbildungsverträge den Statistikern zufolge um 8 Prozent zurück.

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Vor allem Personen mit ukrainischer Staatsangehörigkeit unterschrieben 2024 dreimal häufiger einen Ausbildungsvertrag: Diese Zahl stieg dem Statistikamt zufolge von 1.900 im Jahr 2023 auf 5.800 im vergangenen Jahr. Der Anteil ausländischer Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger an allen Auszubildenden mit einem neuen Vertrag hat sich von 7 Prozent im Jahr 2014 auf rund 15 Prozent im vergangenen Jahr mehr als verdoppelt.

Unterschiede zwischen Frauen und Männern

Unterschiede gibt es den Angaben zufolge weiterhin zwischen den Geschlechtern: Frauen entschieden sich 2024 am häufigsten für eine Ausbildung zur medizinischen Fachangestellten, gefolgt von der Nummer eins des Vorjahres, der Kauffrau für Büromanagement, und der zahnmedizinischen Fachangestellten. Bei Männern, die eine Ausbildung begannen, war der Kraftfahrzeugmechatroniker weiterhin der beliebteste Beruf. Auf den Plätzen zwei und drei bei den Männern landeten Ausbildungen zum Fachinformatiker und zum Elektroniker.

Die Gesamtzahl der Lehrlinge in einer dualen Ausbildung zum Jahresende 2024 bezifferte die Statistikbehörde auf 1.217.900 Personen. Mehr als die Hälfte von ihnen (rund 688.500 oder 56 Prozent) machte eine Lehre in Industrie oder Handel. Einen Handwerksberuf erlernten gut ein Viertel (341.000 oder 28 Prozent). Die restlichen rund 16 Prozent verteilten sich in dieser Reihenfolge auf die freien Berufe, den öffentlichen Dienst, die Landwirtschaft und die Hauswirtschaft.

Starker Zuwachs im öffentlichen Dienst

Im längerfristigen Vergleich gab es im vergangenen Jahr lediglich im öffentlichen Dienst und in den freien Berufen mehr Auszubildende als ein Jahrzehnt zuvor. Dabei wies der öffentliche Dienst mit fast einem Fünftel mehr (plus 19 Prozent) zwischen 2014 und 2024 den deutlich stärkeren Zuwachs auf als die freien Berufe mit plus 3 Prozent.

Die Zahlen stammen aus der amtlichen Datenerhebung auf Grundlage des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) und beinhalten Daten zu Ausbildungsberufen nach BBiG oder der Handwerksordnung (HwO). Nicht erfasst wurden laut dem Statistikamt unter anderem Ausbildungen an Berufsfachschulen und Schulen des Gesundheitswesens sowie zur Pflegefachfrau und zum Pflegefachmann. (epd/mig) Aktuell Panorama

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