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Ein deutsch-türkischer Unternehmer © zeitrafferin auf flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Ratgeber

Offline-Werbung im Digitalzeitalter für Unternehmen

Migranten wagen öfter die Selbständigkeit, weil sie auf dem Arbeitsmarkt schlechtere Chancen haben. Fehlendes soziales Umfeld sowie eine unvorbereitete Unternehmensgründung aus der Not heraus sind große Herausforderungen. Mit gezieltem Marketing kann man diesen Nachteil aber ausgleichen.

Sonntag, 03.09.2023, 0:01 Uhr|zuletzt aktualisiert: Dienstag, 05.09.2023, 10:19 Uhr Lesedauer: 6 Minuten  |  

Menschen mit Migrationsbiografie sind gründungs- und risikofreudiger. Sie wagen statistisch gesehen viel öfter den Schritt in die Selbständigkeit. Die Gründe hierfür sind vielschichtig: schlechtere Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Das heißt: oft erfolgt die Unternehmensgründung aus einer Notsituation heraus. Wer einen festen Job hat und regelmäßig Lohn bezieht, kann sich die Selbständigkeit vorab gut überlegen, wer hingegen keinen Job findet, für den ist eine Gewerbeanmeldung oft der einzige Weg.

Die Statistik zeigt aber auch: Migranten melden im Durchschnitt viel öfter Insolvenz an. Auch das hat seine Gründe. Neben einem vergleichsweise weniger gut vorbereitetem Start aus einer Notsituation heraus, bereiten Einwanderern auch fehlende Netzwerke ein Problem. Sie sind oft auf sich selbst gestellt, wenn es mal Probleme gibt – bei der Warenbeschaffung, bei der Akquise von Mitarbeitern oder mit dem Finanzamt. Diesen Menschen fehlt oft der kundige Bekannte, der beim Ausfüllen des Formulars behilflich sein kann oder einen schnellen Tipp parat hat. Das fehlende Netzwerk wirkt sich oft auch auf die Kundengewinnung aus. Wer ein großes Umfeld hat, hat in der Regel auch mehr Münder, die einen empfehlen. Deshalb setzen viele selbständige Migranten auf Werbung.

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Marketing kann aber nur dann erfolgreich sein, wenn sich die angepeilten Zielgruppen auch tatsächlich angesprochen fühlen. Viele Unternehmer setzen dabei ausschließlich auf Online-Werbung – dabei spielt auch das Offline-Marketing nach wie vor eine große Rolle, denn einige Zielgruppen sind online nur bedingt oder gar nicht erreichbar. Experten raten: Trotz Digitalisierung sollte man bei der Entwicklung eines Marketingkonzepts also immer auch Offline-Werbung mit einplanen und bei der Kalkulation des Budgets berücksichtigen.

Im Alltag präsent sein: Werbegeschenke

Give-aways kommen auch im 21. Jahrhundert bei Kunden ausgesprochen gut an. Ob Kugelschreiber, Notizbuch, Schlüsselanhänger oder Feuerzeug: Werbegeschenke, die mit dem Unternehmenslogo oder Firmenslogan bedruckt sind, werden im Alltag immer wieder in die Hand genommen, wodurch die Marke oder das Unternehmen im Gedächtnis bleibt. Um eine positive Verknüpfung zu schaffen, ist jedoch eines ganz besonders wichtig: Wer praktische Werbeartikel als Werbemaßnahme nutzen möchte, sollte unbedingt auf Qualität achten und darauf verzichten, unnütze oder nichtssagende Artikel zu verschenken, die dann in irgendeiner Schublade oder – noch schlimmer – im Mülleimer landen.

Große Werbeartikelhersteller mit langjähriger Erfahrung zeichnen sich oft durch ein faires Preis-Leistungs-Verhältnis aus und bieten individualisierbare Give-aways an, die qualitativ hochwertig sind und dennoch gut in die Budgets auch kleiner Unternehmen passen. Die Möglichkeit der Individualisierung ist dabei ausgesprochen wichtig – denn nur so wird aus dem Feuerzeug, dem Kugelschreiber oder dem Schlüsselanhänger ein effektives Werbemittel. Denn man kann neben dem Unternehmenslogo auch einprägsame Sprüche oder auch ganz schlicht die Kontaktdaten abdrucken lassen – quasi ein Ersatz für die fehlende Mundpropaganda.

Darüber hinaus ist es von Vorteil, wenn der Geschenkartikel die Unternehmensphilosophie widerspiegelt. Hat man sich beispielsweise Nachhaltigkeit und Umweltschutz auf die Fahnen geschrieben, empfehlen sich nachhaltig produzierte Give-aways mit wenig oder gar kein Kunststoff. Infrage kommen etwa mehrfach verwendbare Einkaufsbeutel aus Stoff, auf denen das Unternehmenslogo prangt, oder auch Trinkgefäße aus Bambus. Besonders bei Unternehmern mit Einwanderungsgeschichte empfiehlt es sich eventuell, etablierte Dinge des Alltags aus dem Herkunftsland, die in Deutschland eher selten oder gar nicht anzutreffen sind, mitzudenken. Solche Gegenstände sind besonders markant.

Welche Werbegeschenke eignen sich für das Offline-Marketing?

Für das Offline-Marketing eignen sich aber auch Gegenstände, die regelmäßig und gerne in Gebrauch sind. Kugelschreiber oder Textmarker zählen deshalb zu den beliebtesten und gleichzeitig effektivsten Werbegeschenken, aber auch hochwertige Notizbücher, Feuerzeuge, Flaschenöffner oder Schlüsselanhänger kommen als Give-away infrage. Auch höherpreisige Geschenke sind möglich, zum Beispiel USB-Sticks oder Powerbanks, sofern diese in die Kalkulation passen.

Bewährter Marketing-Kanal: Printmedien

Neben Werbegeschenken sollten auch Printmedien ein fester Bestandteil des Marketingkonzepts eines jeden Unternehmens sein. Flyer und Broschüren eignen sich gut, um neue oder verbesserte Produkte zu bewerben, aktuelle Aktionen anzupreisen oder über eine Neuausrichtung der Marke zu informieren. Auch Werbeanzeigen in Zeitungen und Zeitschriften sprechen eine breitgefächerte Kundschaft an, und gleiches trifft auf redaktionelle Beiträge zu, die dezent auf ein Produkt oder eine angebotene Dienstleistung verweisen. Es ist dabei immer ratsam, die Informationen für Printmedien gezielt auszuwählen und Alleinstellungsmerkmale sorgfältig herauszuarbeiten. Hier sind lokal erscheinende Medien besonders wertvoll, weil sie Menschen in der unmittelbaren Umgebung erreichen.

Ein weiterer effektiver Werbeweg ist das Aufhängen von Plakaten, sofern diese nicht aufdringlich wirken. Es gilt, die Werbebotschaft kreativ zu übermitteln und dabei Neugierde und Begeisterung zu wecken. Auch hier sind lokal gezielte Werbemaßnahmen möglich.

Bei der Gestaltung von Printwerbung sollte man jedoch nicht nur potenzielle Neukunden in den Blick nehmen, sondern auch Bestandskunden. Regelmäßige Werbebriefe, Prospekte oder individuelle Angebote fördern die Kundenbindung. Sofern möglich, kann man auch Werbebriefe nutzen, um Kunden attraktive und preisgünstige Paketlösungen anzubieten.

Tipps für die Öffentlichkeitsarbeit in der realen Welt

Insbesondere für noch junge Unternehmen ist reale Präsenz ausgesprochen wichtig. Dafür eignen sich zum Beispiel Messen, auf denen man bereits mit einem kleinen Stand das Interesse potenzieller Kunden wecken können. Eine Messe bietet die Möglichkeit, in einen Dialog mit den Kunden einzutreten und im persönlichen Gespräch über die Produktpalette oder Serviceangebote zu informieren. Bei dieser Gelegenheit kann man auch Broschüren, Flyer und Give-aways verteilen, um Messebesuchern längerfristig und vor allem positiv im Gedächtnis zu bleiben.

Event- und Guerilla-Marketing: Was hat es damit auf sich?

Der Vorteil von sogenanntem Guerilla-Marketing ist, dass es online und offline zugleich stattfinden kann. Zunächst wird durch ungewöhnliche Aktionen Aufsehen erregt – zum Beispiel durch einen Flashmob oder eine Straßenaktion. Wird diese Aktion gefilmt und anschließend online gestellt, lassen sich noch wesentlich mehr Menschen erreichen und für die Produkte oder Dienstleistungen des Unternehmens begeistern. Einen ähnlichen Ansatz verfolgt das Event-Marketing. Ob zum Firmenjubiläum, oder anlässlich der Neueröffnung eines Stores: Diese Gelegenheiten lassen sich gut nutzen, um Kunden auf das Unternehmen aufmerksam zu machen und sie dazu zu animieren, die Produkte oder Services auszutesten.

So wichtig ist gutes Targeting

Unabhängig davon, ob man die Kundschaft mit Werbegeschenken, Flyern oder Printanzeigen erreichen möchten, sollten man beim Offline-Marketing auf einen ganz besonders großen Wert legen: auf ein genaues Targeting. Nur dann, wenn man mit den Offline-Werbemitteln die gewünschten Zielgruppen anspricht, kommt die Werbebotschaft auch tatsächlich an und man verschwendet keine wertvollen Ressourcen.

Handelt es sich bei der Zielgruppe beispielsweise um sportlich aktive Menschen, könnte die nähere Umgebung von Sportplätzen oder Sportgeschäften der ideale Ort sein, um Flyer zu verteilen oder Plakate aufzuhängen. Hier bietet es sich auch an, auf dem Trikot der örtlichen Fußballmannschaft zu sein. Diese werden im Amateurbereich oft länger als ein Jahr getragen und kommen zudem oft sympathisch daher, weil sie immer auch einen unterstützenden Charakter hat. Wer ein Produkt speziell für Tierbesitzer anbietet, legt seine Broschüren in Tierarztpraxen aus; möchte man Studierende ansprechen, kann man Notizblöcke, Textmarker oder Coffee-to-go-Becher mit Firmenlogo bedrucken lassen. Und prangt auf dem Werbegeschenk die Internetadresse des Unternehmens, hat man Online- und Offline-Werbung geschickt miteinander kombiniert, was letztlich der effektivste Weg ist, um neue Kundschaft zu generieren. Viel Erfolg! (em) Wirtschaft

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