Berlin, Straßennamen, Kolonie, Geschichte, Kolonialgeschichte
Berliner Straßennamen und die deutsche Kolonialgeschichte © bennobild @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Nach jahrelangen Protesten

Berliner Straßen mit kolonialen Namen werden umbenannt

Adolf Lüderitz und Gustav Nachtigal gelten als Wegbereiter des deutschen Kolonialismus. In Berlin sind eine Straße und ein Platz nach ihnen benannt. Jahrelange Proteste tragen jetzt Früchte: sie sollen umbenannt werden. Die neuen Namen ehren nicht mehr die Täter, sondern die Widerstandskämpfer.

Dienstag, 29.11.2022, 20:00 Uhr|zuletzt aktualisiert: Dienstag, 29.11.2022, 17:10 Uhr Lesedauer: 1 Minuten  |  

Nach jahrelangen Protesten werden im sogenannten Afrikanischen Viertel in Berlin-Wedding ein Platz und eine Straße umbenannt. Am Freitag werden nach Angaben des Bezirksamts Mitte im Beisein der Botschafter Kameruns und Namibias die neuen Straßenschilder enthüllt.

Aus dem bisherigen Nachtigalplatz wird der Manga-Bell-Platz. Er erhalte den Namen zu Ehren des Königspaars der Duala, das gegen die deutsche Kolonialherrschaft in Kamerun gekämpft habe, hieß es. Rudolf Duala Manga Bell wurde 1914 als Anführer des Widerstands gegen die deutsche Kolonialmacht hingerichtet. Die Lüderitzstraße wird künftig nach Cornelius Fredericks benannt, einem Widerstandskämpfer gegen die deutsche Kolonialherrschaft in Namibia.

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„Straßennamen sind Ehrungen und Teil der Erinnerungskultur“, sagte Bezirksbürgermeisterin Stefanie Remlinger (Grüne). Daher sei es eine wichtige Aufgabe, Namen aus dem Berliner Straßenbild zu tilgen, die mit Verbrechen des deutschen Kolonialismus im Zusammenhang stehen.

Neue Namen sollen nicht mehr Täter ehren

Auf Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung Mitte sollen mit den neuen Straßennamen Menschen geehrt werden, die für den Widerstand gegen den Kolonialismus gekämpft haben und nicht mehr Täter eines Kolonialregimes. Die neu installierten Straßenschilder werden den Angaben zufolge mit Erläuterungen versehen sein.

Die bisherigen Namensträger Adolf Lüderitz (1834-1886) und Gustav Nachtigal (1834-1885) gelten als Vertreter und Wegbereiter des deutschen Kolonialismus mit zum Teil massiven rassistischen Einstellungen. (epd/mig)

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