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Flugzeug am Frankfurter Flughafen (Archiv) © Mr_Worker @ pixabay.com (Lizenz), bearb. MiG

Wie ein Illegaler behandelt

Rassismus-Vorwurf gegen Bundespolizei am Frankfurter Flughafen

Der Direktor der panafrikanischen Gesundheitsorganisation hat der Bundespolizei am Frankfurter Flughafen Rassismus vorgeworfen. Wie ein illegaler Einwanderer sei er behandelt worden. Die Beamten berichten hingegen von einer Standard-Passkontrolle.

Sonntag, 16.10.2022, 15:00 Uhr|zuletzt aktualisiert: Sonntag, 16.10.2022, 13:32 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |  

Die Bundespolizei am Frankfurter Flughafen soll einen hochrangigen afrikanischen Gesundheitsfunktionär bei der Einreise rassistisch behandelt haben. Der geschäftsführende Direktor der panafrikanischen Gesundheitsorganisation Africa CDC, Ahmed Ogwell, hatte darüber geklagt, ihm sei bei der Passkontrolle unterstellt worden, dass er illegal in Europa bleiben wolle. Er befand sich auf dem Weg zum Berliner Weltgesundheitsgipfel.

„Erst laden sie dich ein, dann demütigen sie dich“, hatte Ogwell auf Twitter geschrieben. Wegen der Probleme bei der Einreise habe er sich entschieden, „auf meinen schönen Kontinent zurückzukehren“. Der Vorfall hatte in sozialen Medien ein breites Echo gefunden, selbst der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation WHO, Tedros Adhanom Ghebreyesus, äußerte sich besorgt.

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Bundespolizei weist Vorwürfe zurück

Die Bundespolizei wies die Vorwürfe zurück und stellte die Ereignisse komplett anders dar. Es habe sich um eine „standardisierte Einreiseüberprüfung bei einem visapflichtigen Drittstaatsangehörigen“ gehandelt, teilte die Direktion am Flughafen Frankfurt am späten Samstagabend ebenfalls auf Twitter mit: „Die Einreisebefragung und notwendige Fahndungsabfrage dauerten trotz des unkooperativen Verhaltens des Reisenden nur vier Minuten und sind in jeder Hinsicht rechtmäßig durchgeführt worden.“

Am Sonntag sagte ein Polizei-Sprecher dem „Evangelischen Pressedienst“, Ogwell habe sich geweigert, Fragen zu beantworten, „die wir jedem Reisenden“ stellen. Im Anschluss habe der Africa-CDC-Direktor einreisen dürfen und sei danach auch nach Berlin weitergeflogen.

Wiederholte Klagen über Einreiseverweigerungen

Reisende aus Ländern des Globalen Südens haben in der Vergangenheit wiederholt darüber geklagt, dass ihnen die Einreise am Frankfurter Flughafen trotz gültiger Visa und offizieller Einladungen verweigert wurde.

„Africa Centres for Disease Control and Prevention“ (Africa CDC) mit Sitz in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba ist eine gemeinsame Einrichtung der Mitgliedsstaaten der Afrikanischen Union. Ihre Aufgabe ist es, das öffentliche Gesundheitswesen auf dem Kontinent zu stärken. Die Organisation ließ eine Presseanfrage zu den Vorkommnissen am Wochenende zunächst unbeantwortet. (epd/mig)

Leitartikel Panorama
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