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Frachtschiff (Archiv) © kees torn @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Exporte aus der Ukraine

Futtermais für Tierhaltung statt Getreide für Brot ausgeührt

In Afrika sterben Menschen an Hunger, Millionen sind bedroht. Die wieder aufgenommenen Getreideexporte aus der Ukraine sollten Leid lindern. Experten kritisieren, dass bislang aber vor allem Futtermais für die Tierhaltung ausgeführt worden ist. Die Spendenbereitschaft bei den Menschen sei aber ungebremst – für die Ukraine. Dafür drohten, andere große Krisen in Vergessenheit zu geraten.

Donnerstag, 25.08.2022, 20:00 Uhr|zuletzt aktualisiert: Freitag, 26.08.2022, 6:45 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |  

Trotz wieder aufgenommener Getreideexporte per Frachtschiff aus der Ukraine sind in Ostafrika weiterhin Millionen Menschen von Hunger bedroht. Die Präsidentin der Diakonie Katastrophenhilfe, Dagmar Pruin, sagte in Berlin, es sei bislang vor allem Futtermais für die Tierhaltung ausgeführt worden. Bei dem für Brot wichtigen Weizen wiederum ist der Preis ihren Worten nach zwar geringfügig gesunken, aber im Vergleich zum Vorjahr immer noch sehr hoch. Für eine Tonne betrug der Weizenpreis demnach Anfang August rund 336 Euro, vor einem Jahr seien es etwa 200 Euro gewesen.

Hinzu kämen in Ostafrika Corona, die Klimakrise und Konflikte. „Die Klimakrise schlägt an kaum einem anderen Ort so erbarmungslos zu wie dort“, betonte Pruin. Dem evangelischen Hilfswerk zufolge sind in Somalia vier Regenzeiten nahezu komplett ausgefallen, der Südsudan habe immer wieder mit schweren Überschwemmungen zu kämpfen. Die Inflation sorge zudem für höhere Produktions- und Transportkosten. Für Menschen, die ohnehin nur von einer Mahlzeit zur nächsten planen könnten, sei diese Anhäufung von Krisen eine Frage von Leben und Tod. So werde aktuell davon ausgegangen, dass etwa 20 Millionen Menschen in Äthiopien, Kenia und Somalia akut hungerten. Im Südsudan kämen noch weitere acht Millionen Personen hinzu.

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„In Wirklichkeit wird schon jetzt gestorben“

Der Direktor des Hilfswerks, Martin Keßler, fügte hinzu, „in Wirklichkeit wird schon jetzt gestorben“. Die Diakonie Katastrophenhilfe versuche, das Leid zu lindern. So würden auch mit Fördermitteln des Auswärtigen Amtes Trinkwasseranlagen errichtet, Regenwasserfänger und Wassertanks aufgestellt. Zudem werde Saatgut verteilt und die Menschen würden mit Bargeld unterstützt. Dabei mache die Inflation für Hilfsorganisationen die Beschaffung von Hilfsgütern teurer. Der humanitäre Bedarf sei gestiegen, die Schere zwischen Bedarf und verfügbarem Geld gehe auseinander.

In den vergangenen sechs Monaten hat das Hilfswerk indes nach eigenen Angaben fast 54 Millionen Euro für Hilfsprojekte für die Opfer des Ukraine-Kriegs ausgegeben oder eingeplant. In kürzester Zeit sei es gelungen, eines der größten Hilfsprogramme in der fast 70-jährigen Geschichte der Diakonie Katastrophenhilfe auf die Beine zu stellen, sagte Pruin.

Solidarität groß

Die Solidarität mit den Betroffenen sei immens. In den vergangenen zehn Jahren habe die Diakonie Katastrophenhilfe für keine andere Katastrophe so viele Spenden erhalten. Den Angaben nach kamen dafür im ersten Halbjahr 2022 mehr als 63 Millionen Euro zusammen, also fast so viele Spenden wie im gesamten Jahr 2021. Russland hatte am 24. Februar das Nachbarland Ukraine überfallen und Millionen Menschen in die Flucht getrieben.

Die Diakonie Katastrophenhilfe gehört wie „Brot für die Welt“ zum Evangelischen Werk für Diakonie und Entwicklung (EWDE). Im vergangenen Jahr nahm die Diakonie Katastrophenhilfe Spenden in Höhe von insgesamt über 66 Millionen Euro ein, mehr als doppelt so viel im Vergleich zu 2020. Die Spendenbereitschaft sei vor allem wegen der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen groß gewesen: Hierfür seien fast 39 Millionen Euro über das Aktionsbündnis Katastrophenhilfe zusammengekommen. (epd/mig)

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